Hier fällt es mir etwas schwerer, einen Eindruck zu geben. Mir hat sehr viel an dem Buch gefallen: die leichten Anleihen in der Physik und anderen Naturwissenschaften, der Hauptheld, den der 11jährige Samuel darstellt, sehr viele witzige und mit schwarzem Humor gespickte Szenen. Trotzdem hatte das Buch immer mal wieder kleine Längen wo ich dachte: Mensch, das muss doch nicht sein! Fand ich ein wenig schade. Trotzdem, auf diesem Gebiet habe ich seit Bartimäus nichts Gutes mehr gelesen und unterhalten hat es mich jedenfalls!
Die Frau meines Lebens – Nicholas Barreau
Ich lese gerne romantische Bücher. Und gerne Bücher über die Liebe. Aber hier war alles zuviel: zuviel Drama, zuviel Ropmantik, zuviel ja…Zuckerguß? Der Autor hat jedenfalls reichlichst davon ausgekippt. Am Anfang hatte mich noch ein wenig die furios-rasante Art des Autors amüsiert, zum Schluss hin fand ichs geradezu hysterisch. Muss mir schwer überlegen ob ich nochmal etwas von ihm lesen werde, momentan stehen die Zeichen eher schlecht.
Jenseits des Meeres liegt die ganze Welt – Audur Jonsdottir
Wenn Island schonmal Gastland ist, will man natürlich auch ein Buch aus der Feder eines Isländers lesen. Allerdings ist das oftmals düstere, dramatische meist nicht so mein Fall – weshalb ich zu diesem Buch griff, das mir ein wenig aus der Reihe zu fallen schien – ein schöner Titel, ein helles Cover. Und es entfaltete sich vor meinen Augen ein recht leiser Roman, mit einer ganz eigener Dramatik innerhalb eines kleinen Kosmos. Dieser zeichnete für mich aber ein ganz großes Bild von den Isländern, ihrem Leben und ihrem Land. Hat mir wirklich gut gefallen!
König, Dame, Joker – Louis Sachar
Spätestens seit Löcher bin ich ein riesengroßer Fan dieses Autors. Seine originellen Ideen faszinieren mich – und so liest man hier zunächst die Einleitung, in der Sachar ganz herrlich versucht zu erklären, warum er denn nun gerade ein Jugendbuch schreiben wollte, das sich zum großen Teil mit Bridge befasst – nicht gerade ein Sport der dafür berühmt ist, hip bei Jugendlichen zu sein. Und noch dazu soll der siebzehnjährige Alton seinem blinden Onkel Lester (steinreich aber verbittert) beim Bridge-Spiel nur assistieren …
Nachdem ich das Buch nichtsdestotrotz verschlungen habe, kann ich nur sagen: Bitte schreiben Sie noch mehr! Bridge ist manchmal so spannend, dass ich mich dabei erwischt habe, mit den Füßen zu kippeln und die Luft anzuhalten, weil ichs kaum ausgehalten habe. Noch dazu ist die Geschichte so liebevoll geschrieben und weist an einigen Stellen ganz herrliche Selbstironie auf. Außerdem positiv zu bemerken: wenn man die Bridge-Beschreibungen nicht so sehr mag, kann man diese Teile überspringen und bekommt den Inhalt sehr kurz zusammengefasst – und trotzdem bleibt es immernoch ein ausgesucht gutes Jugendbuch!
Shopaholic ties the knot – Sophie Kinsella
Und weiter gehts in der Shopaholic-Reihe – habe mich wieder gut unterhalten gefühlt, es wird aber wohl nicht mein Lieblingsband der Reihe werden. Dafür wird meine Scheu davor, im Original zu lesen, immer weniger.
Die Finkler-Fragen – Howard Jacobson
Gleich vorneweg: dieses Buch kann man nicht mal so eben lesen. Man muss durchaus ein wenig dranbleiben und ein gewisses Interesse für das Jundentum und seine Bräuche mitbringen. Bleibt man aber dran, so wird man belohnt mit einem Roman der gespickt ist mit Witz und Scharfsinn. Mitunter bitterböse nimmt sich Jacobson seinen ziemlich neurotischen Figuren an und lässt vorallem seine Hauptfigur im Geiste ganze Schlachten mit sich selbst ausfechten (manchmal ein klitzekleines bisschen langatmig, aber das verzeihe ich). Richtig tolle, ungewöhnliche Literatur und nicht umsonst mit dem Booker Prize ausgezeichnet.
Die Manana-Kompetenz – Jung/Storck
Für mich funktioniert die Manana-Methode gut – der Ratgeber ist klar gegliedert, liest sich schnell und hat die wissenschaftlichen Aspekte ansprechend verpackt. Habe nach dem Lesen einige Methoden in den letzten Wochen praktiziert und empfinde sie als griffig und gut einsetzbar im Alltag. Kurzgefasst geht es bei Manana um Entspannungsmomente trotz oder gerade wegen Stress – den ja so ziemlich jeder kennt und hat.
Fast genial – Benedict Wells
Wenn ich sage, das ich mir von diesem Autor noch viel erwarte, greife ich sicher nicht zu hoch! Schon von der ersten Seite an war ich wieder gefangen in diesem ganz eigenen Stil – und ebenso rasant wie schon in seinen Vorgänger-Romanen nimmt uns Wells mit auf eine geradezu irrwitzige Entdeckungsreise – die von Francis. Dieser lebt in einem Trailerpark, gehört eher zur Sorte der Verlierer und hat sich in seinem trostlosen Leben schon gut eingerichtet. Als er unerwartet erfährt, das sein ihm unbekannter Vater ein Genie sein soll, macht sich Francis auf die Suche. Und das es dabei um soviel mehr als seinen Vater geht wird schnell klar. Das ganze pralle Leben passiert, widerfährt und begegnet ihm auf unterschiedlichste Weise . Dieser Roman lebt von Schnelligkeit und einer leisen Spannung die zum Schluss hin fast unerträglich wird – den Rest lest ihr lieber selbst. Diesen Roman sollte man im Herbst 2011 definitiv lesen!
Am Ende der Welt – Anthony McCarten
McCarten ist ja ein Liebling von mir – ich liebe seine schrägen Ideen, seine unangepassten Charaktere. Eigentlich stimmt hier auch wieder alles: schräge Protagonisten, eine ziemlich abgedrehte Grundidee inkl. Aliens um die sich die Handlung rankt. Aber irgendwie hat mir das Buch auch Schwierigkeiten bereitet – vielleicht weil ich von McCarten eher halbwegs realistische Romane gewohnt bin und mir nicht vorstellen konnte, wie er die Kurve aus dem SciFi-Bereich bekommen würde? Ich kann den Finger nicht drauf legen – ich habs gern gelesen, die Kurve hat er bekommen und zwar richtig gut. Aber zwischendrin hab ichs auch mal weggelegt und fand das nicht so dramatisch. Ein bisschen Schade, andererseits – vielleicht wars einfach diesmal nicht mein Fall.
Allmen und der rosa Diamant – Martin Suter
Fortsetzungen sind ja immer so eine Sache. Bei diesem Werk habe ich öfter gelesen, es wäre längst nicht so gut wie der erste Teil. Ich empfand das aber garnicht so – dieser Teil ist ruhiger, die Krimi-Handlung viel gemächlicher. Aber gerade deshalb weil Suter eben probiert und sich einfach auf seine Figuren einläßt, hat mir dieser zweite Teil wieder genausogut gefallen. Ich für meinen Teil werde die nächsten Bände auch sicherlich kaufen!