Eigentlich fällt mir hier seit dem Lesen nur ein treffendes Wort ein: Heftig. Heftig, heftig, heftig. Hier kommt wirklich einiges an Leid, Dreck, Elend zusammen. Hier wird geflucht, verflucht, eine Frau verliert ihre Familie und fast auch sich selbst. Der Brief, den sie an den „Verursacher“ des Anschlags schreibt, hat sich gewaschen … tue mich sehr schwer: wem möchte ich so ein Buch empfehlen? Wer hält das durch und aus? Auch die Sprache ist nicht gerade „gediegen“ – sie scheint mir authentisch, ist aber auch nichts zum lockeren Weglesen. Aber andererseits: es ist schon eine Kunst, so über eine Tragödie zu schreiben…
Wir beide, irgendwann – Jay Asher/Carolyn Mackler
Das war nett. Will sagen: die Idee war witzig aufgemacht, besonders für jemanden wie mich, der auch durchaus noch den Ton eines sich verbindenden Modems kennt, war es ein schöner Flashback, zurück in eine Zeit in der es zwar Computer gab, aber eben kein Facebook… und auch, wie anders die Jugendlichen, die damit konfrontiert werden, zunächst reagieren. Ich glaube, ich hätte es als Jugendliche gerne gelesen, liess sich gut wegschmökern. Mehr war es für mich allerdings dann auch nicht, es blieb nicht haften.
Willkommen auf Skios – Michael Frayn
Britischer Humor und eine Verwechslungskomödie, die klassisch beginnt und dann genüsslich vom Autor bis auf die Spitze getrieben wird. Nicht unbedingt neuer Stoff, jedoch einfach herrlich, den Irren und Wirren zuzusehen – und den meist eitlen Menschen, die möglichst glauben wollen, was nicht sein kann ;-). Das Michael Frayn für die Bühne schreibt, kann er in diesem Roman nicht verhehlen – hier wäre eine Adaption keine große Sache (und ich würde es mir gerne ansehen…)
Picknick mit Bären – Bill Bryson
Was soll ich sagen – ich MAG Bill Bryson einfach. Seine Fähigkeit, sich selbst auf den Arm zu nehmen, seine Ideen, seinen Schreibstil – mit ihm kann ich die Welt bereisen, ohne mein Bett zu verlassen. Auch in diesem Werk, in dem er den Versuch startet, den Appalachian Trail zu laufen, den längsten Trail in den USA, war es wieder so, dass ich einfach genoßen habe, als „dritte Frau“ mit dabei zu sein. Andere Bücher mochte ich vielleicht einen Ticken lieber, weil die USA jetzt nicht mein Favorit sind, was Reisen angeht, aber gerade deswegen ist es ja auch spannend, dieses Land mal von einer ganz anderen Seite kennenzulernen.
Lieber Mischa: … der Du fast Schlomo Adolf Grinblum geheißen hättest, es tut mir so leid, dass ich Dir das nicht ersparen konnte: Du bist ein Jude – Lena Gorelik
Übertreiben, Überspitzen, Ironie – damit wird in diesem ja..was ist es nun – ein Sachbuch? Ein Brief? Ein Erfahrungsbericht? – jedenfalls wird mit obigen Stilmitteln nicht gespart. Aber genau das scheint mir der richtige Weg zu sein, darüber zu berichten, wie es heutzutage ist, als Jude in Deutschland zu leben und aufzuwachsen. Gorelik ist klug, hat viel Wortwitz und ist sich ihrer eigenen inneren Zerissenheit, die sie lebhaft zum Ausdruck bringt, voll bewusst. Ein beeindruckendes Buch, was so einiges an Fragen klärt und genausoviele aufwirft.
Die Frauen, die er kannte – Hjorth & Rosenfeldt
Der zweite Band der Krimi-Reihe rund um Sebastian Bergmann und sein „Team wider Willen“. Ich mache es kurz – der Cliffhanger aus Band Eins wird konsequent ausgearbeitet, der Fall ist spannend, das Team ist einem ja schon bekannt und ans Herz gewachsen – auch dieser Krimi ist einfach wieder saugut – und dank einer gewissen Dicke ein Garant für langanhaltende, tolle Unterhaltung.
Laqua – Nina Blazon
Ein Kinderbuch ab etwa 10 Jahren, angesiedelt in Venedig. Diese Stadt habe ich bereits besucht und finde, die Autorin hat die Örtlichkeiten sehr authentisch beschrieben. Es kommt eine spannende Atmosphäre auf und die unheimlichen Ereignisse um das alte Hotel von Kristina und Jans Urgroßmutter sind packend geschrieben. Ein runder und fantasievoller Abenteuerroman für Kinder, mit genau der richtigen Portion Grusel, den man schön wegschmökern kann.
Shopaholic & Sister – Sophie Kinsella
Mal wieder ein wenig englische Lektüre – und nochmals bleibe ich dabei: Kinsella kann mich einfach grandios unterhalten. Ich muss so oft kichern, auch wenn natürlich nichts wirklich unvorhersehbar ist. Aber darum geht es ja auch nicht – vorallem hat Becci Bloomwood einfach trotz Macken und Fehlern ein großes Herz und die Courage, sich aus den selbstverschuldeten Dramen auch wieder rauszuwühlen. Und das ungleiche Schwester-Gespann war ein schöner Einfall, der für die nächsten Bände sicherlich noch von Vorteil ist.
Madita – Astrid Lindgren
Von Madita hatte ich als Kind nur ein oder zwei Bilderbücher, so dass ich mir vor Jahren eine schöne gebundene Ausgabe von Oetinger zulegte, mit allen Geschichten – jetzt war die Zeit dafür. Lindgren ist einfach ein Ausnahmephänomen, ich mag sovieles von ihr – und auch dieses Buch mochte ich. Allerdings muss ich sagen, nicht ganz so gerne, wie zum Beispiel Pippi Langstrumpf oder auch Ferien auf Saltkrokan (was ich ja ebenso erst später entdeckte). Ein bisschen verwöhnt fand ich Madita dann doch, dass konnte ich nicht überlesen. Trotzdem, es ist Meckern auf hohem Niveau ;-)
Souvenirs – David Foenkinos
Anfangs hat mich das Buch entzückt, dank dem Vorgänger „Nathalie küsst“ erwartete ich wieder eine Geschichte die von leichter Hand geschrieben scheint und doch tiefer geht. Ein kleines bisschen verliert sich dieser Zauber der ersten Seiten im Verlauf der Geschichte – was vielleicht den Handlungen der Protagonisten geschuldet sein mag, vielleicht aber auch der Episodenhaftigkeit. Trotzdem habe ich diesen Roman gerne gelesen, weil er alle Facetten des Lebens beleuchtet und durch charmante Einfälle besticht – Souvenirs eines bewegten Lebens eben.