Von aussen würde man das Buch wohl als einen weiteren Titel in Richtung Vampire, düster, geheimnisvoll einordnen. Geheimnisvoll ist es auch – allerdings kommt es von vorne bis hinten ohne übersinnliche Phänomene aus. Prima Lesefutter für Jugendliche (denn es wird einige weitere Bände geben) das sich, ganz klassisch, im Internat abspielt. Hier geht es aber wie gesagt mal weder um Magie, noch um Fantasiewesen sondern um knallharte Fakten: Elite, Konkurrenzkampf, Intrige, Macht – spannend erzählt.
Chicken Soup for the Mother’s Soul – Jack Canfield/ Mark Hansen
Entweder man mag die Hühnersuppen-Bücher oder man mag sie nicht, dazwischen gibt es nicht viel. Wer mich kennt weiss – ich mag sie sehr. Und auch dieser Band hat mich wieder gerührt und berührt, die englischen Originale sind immer noch einen Ticken besser. Und gerade das Thema ist natürlich nochmal ein Sahnehäubchen oben drauf – inspirierend, kraftgebend, berührend – einfach immer wieder herzerwärmend.
Mein Hund Mister Matti – Michael Gerad Bauer
Auf den ersten Blick dachte ich: schöne, unaufgeregte Familiengeschichte rund um einen Hund. Das ist auch nicht ganz falsch, allerdings ist Mister Matti mehr als nur ein Hund – er gehört samt und sonders zur Familie. Und in dieser ist längst nicht alles immer bonbonfarben. Nein, hier gibt es auch Streit, Mißverständnisse und Spannungen. Bauer versteht es, diese Dinge einfließen zu lassen, ohne sie überhand nehmen zu lassen und gibt dem Leser damit die Möglichkeit, sich sehr mit dem jungen Protagonisten zu identifizieren. Aber die Zeit mit Mister Matti ist auch witzig und zum Schmunzeln – zum Schluss hin – und das hat länger kein Buch mehr geschafft – musste ich allerdings auch die Tränen wegwischen – und ich bin froh, dass sich dieses Buch mehr ist, als nur ein paar Anekdoten um ein Haustier – nämlich eine wunderbare Geschichte für Kinder, die sich mit dem ganzen Leben auseinandersetzt!
Abschied für Anfänger – Anne Tyler
Die Geschichte des Buches ist schnell erzählt, recht vorhersehbar und es war mir ein wenig zuviel „alles geht am Ende auf“-Gefühl. Bei einem anderen Autor würde ich es wohl als fast schon kitschig bezeichnen. Nicht so allerdings bei Anne Tyler – zum einen schreibt sie nicht seicht und zum anderen – das Leben kann durchaus diese Wendungen nehmen, „Geschichten die das Leben schrieb“ – und sie schreibt es so auf, dass ich es ihr abnehme.
Gefährliche Kaninchen – Kirsten John
Familientausch der ganz anderen Sorte. Ein ganz entzückendes Kinderbuch, mit leisen, ernsten Tönen, in dem sich zwei Freunde finden, die jeweils das Leben des anderen bewundern – bis sie versuchsweise mal die Familien tauschen. Aber vielleicht lässt sich ja doch das eine oder andere daran ändern – oder?
Finn reloaded – Oliver Uschmann
Der nächste Teil rund um Finn und seine beiden Kumpel. Ich kann mich nicht entscheiden, welchen Band ich lieber mag: der erste bestach durch seine Frische und die Idee, der zweite punktet damit, dass man diese drei Jungs schon so ins Herz geschlossen hat – und damit, dass er einfach wieder toll ist. Ich bin froh, dass ich die Bücher auch im Laden Stück für Stück an den „Mann“ bringe – sie haben den Erfolg ohne Wenn und Aber verdient!
Bugatti taucht auf – Dea Loher
Was mich auch noch nach Monaten an diesem Buch fasziniert, ist eine ganz bestimmte Szene. Und das muss ein Buch erstmal schaffen, sich so im Gedächtnis festzubeissen. Die Geschichte reizt, auch die unterschiedlichen Erzähler und Stilarten schafften es, dass ich sofort gefangen war und dranbleiben wollte. Die Szene um die es mir geht, ist ein Verhör, das literarisch für mich so herausstach, zumindest habe ich noch nie etwas in dieser Art gelesen – es wurde mir fast schwindelig, allem zu folgen, die Raffinesse mit der Erinnerung, Aussage und Beobachtung hier gemischt werden. Allein dafür lohnt sich dieses Buch ganz unbedingt!
Später Frost – Voosen/Danielsson
Wenn ich mal Krimis lese, dann gerne solche, die in Skandinavien beheimatet sind. So dachte ich, hier einen Volltreffer vorzufinden: Schweden, ungewöhnliche Ermittler, spannender Fall. Leider wurde ich ziemlich enttäuscht. Schweden stimmte, die ungewöhnlichen Ermittler waren allerdings so abgefahren (zumindest eine von ihnen), dass ich wirklich nur dachte: im normalen Leben wären solcherlei Methoden garantiert direkt mit Entlassung geahndet worden. Dichterische Freiheit in allen Ehren, auch Wallander hat oftmals seine Kompetenzen überschritten, aber doch nicht in diesem Ausmaße. Noch dazu las es sich manchmal sehr flapsig – hier wurden große Themen, Zeitsprünge und politische Verwicklungen abgehandelt – für meinen Geschmack allerdings zu kurz, das hätte ruhig länger sein können, was dem Buch die benötigte Tiefe verliehen hätte. Der Fall an sich war allerdings recht spannend. Ich bleibe also sehr zwiegespalten, werde aber vermutlich nichts mehr von beiden lesen.
Glückskind – Steven Uhly
Wo soll ich beginnen, wo enden? An diesem Buch ist einfach rundherum alles besonders! Fangen wir ausnahmsweise mal mit der Gestaltung an. Das Buch liegt weich in der Hand, der rote Umschlag wirkt als ob das Papier handgeschöpft sei – edel und fragil zugleich, er fällt auf. Auch das Innere ist mit soviel Liebe und Sorgfalt gestaltet – man blättert durch die ersten drei Seiten und hat das Gefühl, der Verlag hat dem Buch extra schöne Kleider angezogen um dem großartigen Inhalt gerecht zu werden. Allein damit hatte mich „Glückskind“ schon für sich eingenommen. Und das Buch war – so, so schön!
Es war an einem grauen Oktobertag ein echter Lichtblick, ein Buch voller Hoffnung, ein Buch in dem Dinge möglich werden. Obwohl die Thematik, Hans D. findet in einer Mülltonne ein ausgesetztes Baby, nun nicht gerade eine heitere Handlung verspricht und es auch keinerlei Wunder oder fantastische Elemente enthält. Aber was dieser Fund im Leben von Hans ins Rollen bringt, wie er reflektiert, sich mit seiner Vergangenheit auseinandersetzt, sich des Kindes annimmt und dabei von unerwarteter Seite Hilfe bekommt – das liest sich so besonders, so berührend, ich finde es schwer, dafür Worte zu finden. Uhly bedient sich einer ruhigen, gesetzten Sprache, hier finden sich keine blumigen Beschreibungen. Hier findet sich Leben. Geliebt werden. Und ein Neuanfang.
Ich bin sehr begeistert und das Buch verdient definitiv noch sehr viele Leser!
Finding Sky – Joss Stirling
Ein Kandidat für die Reihe „Jugendbuch mit popkulturellen Anspielungen, viel Witz, einer sehnsuchtsvollen Liebesgeschichte, tougher Heldin und Spannung“. Innerhalb kürzester Zeit gelesen, mir gewünscht, sowas als Teenie geschenkt bekommen zu haben, gegrinst, geschwärmt und mich nochmal wie 16 gefühlt. Schöne Zeitreise!