Eigentlich mehr ein Essay oder eine Novelle, als gleich ein ganzes Buch – aber oft ist ja nicht die Länge entscheidend. Yalom erzählt in wenigen Worten, dafür mit Kraft die Geschichte seines Kollegen und Freundes Bob Berger, der seit Jahrzehnten die Erlebnisse des Holocausts in sich trägt und lässt den Leser dabei selbst entscheiden, wo die Grenze zwischen Gespräch, Erzählung, Erinnerung liegen mag. Beeindruckend.
Wie ein Licht in der Nacht – Nicholas Sparks
Hier weicht Sparks mal vom üblichen Schema und der reinen Liebesgeschichte ab und lässt kriminalistische Elemente einfliessen. Ist ihm gut gelungen und war für mich eine nette Abwechslung und die Liebesgeschichte, wie immer: große Gefühle, großes Kino.
Elfrid & Mila: Das Weihnachtswichtelwunder – Pernilla Oljelund
Wer sich nicht in die muffelige, dauermüde dafür aber umsomehr von sich überzeugte Weihnachtswichtelin Elfrid verliebt, ist selber schuld! So ein schönes Kinderbuch für die Weihnachtszeit. Mila mag ihr Weihnachtsfest so wie es immer war: sie und Mama, auf der Couch. Als sich für dieses Jahr der Nachbar ankündigt, den ihre Mutter eindeutig zu sehr mag, wünscht sich Mila nichts sehnlicher, als dass er verschwindet und sie wie immer feiern können…zu dumm nur, dass der Wunsch ausgerechnet an Elfrid übertragen wird – denn damit geht das Chaos erst los…Elfrid ist zwar der Meinung, eine der begabtesten ihres Faches zu sein – leider steht ihr diese Überzeugung mehr als einmal im Weg und je mehr sie versucht, den Wunsch zu erfüllen, desto mehr überschlagen sich die Ereignisse…. Sensibel erzählt, spannend und einfach herrlich komisch!
Als Gott ein Kaninchen war – Sarah Winman
Ich verreisse selten ein Buch. Oftmals komme ich auch gar nicht in die Situation, weil mir meist mein Lesestoff zumindest ganz gut gefällt. Hier stand das Leseexemplar lange im Schrank, irgendwann dachte ich: der Titel ist so nett, es klingt doch nach schönem Wegschmökern, also her damit. Warum ich es überhaupt beendet habe, frage ich mich mittlerweile. Vielleicht wollte ich wissen, ob die Autorin das wirklich so bis zum Ende durchzieht? Die Sprache war mir oft zu flapsig, zu belanglos, zu platt. Die Erzählerin nicht wirklich sympathisch und was mich am meisten nervte – was den Figuren alles zustößt, da wurde wirklich nicht ein Klischee ausgelassen. Ein Drama jagte das nächste, bis zum unvermeidlichen Schluss, da hab ich wirklich nur noch den Kopf geschüttelt. Zum Teil passierten wirklich schlimme Dinge, die dann lapidar nicht wieder auftauchten. Irving kann ich sowas abnehmen, hier fragte ich mich wirklich oft, ob ich nun nicht einfach aufhöre. Ich habe das Buch danach noch zwei Kollegen mitgegeben, die durchaus einen anderen Geschmack haben als ich und beide brachten mir das Buch nach zehn bzw. zwanzig Seiten wieder. Ich kann einem Buch so manches sprachliche Details verzeihen, wenn es mich gut unterhält. Oder die ein oder andere Länge, wenn es mich durch Wortwahl und Satzbau anspricht. Für mich – Fehlgriff, Fehlgriff.
Überlebensgroß – Mark Watson
Das Buch konnte mich von vorne bis hinten nicht überzeugen – was schade ist. Obwohl große Namen es auf der Rückseite lobten, so kam es bei mir doch zu gewollt, zu angestrengt herüber. Es ist wenigen gegeben, die Dramen des Lebens mit einer gewissen Leichtfüßigkeit beschreiben zu können – und wenn man es nicht kann, endet es eher in Tragikkomik… denn manches kann man nicht locker-leicht beschreiben, ohne dass man das Gefühl bekommt, der Autor nehme seine Figuren nicht ernst. Hier erschienen mir die Probleme zu hausgemacht, ich konnte mich mit niemandem richtig anfreunden und auch wenn ein paar Dinge es immer so rausrissen, dass ich es zuende gelesen habe – so richtig Freude hatte ich nicht daran. Und obwohl ich oftmals mit Christine Westermann übereinstimme – diesmal leider nicht.
Mathilde und der Duft der Bücher – Anne Delaflotte
Ich habe so einen kleinen Sensor im Kopf, der beim Blättern in Vorschauen automatisch „Kaufen!“ brüllt, sobald ein Buch mit Buchhändlern, Antiquaren, Buchherstellung und ähnlichem zu tun hat. So also auch hier. Leider war das Innenleben nicht so schön wie das Äussere. Die Handlung plätscherte so vor sich hin, das Dörfchen war zwar nett aber doch recht vorhersehbar gestaltet und so richtig Stimmung kam nicht auf. Einzig die Buchbinderszenen fand ich sehr anschaulich zu lesen. Es war okay, aber eigentlich habe ich selbst von so einer leichten Sommerlektüre mehr erwartet.
All i want for christmas – Amy Silver
Ein Weihnachtsschmökerbuch für mich – zwar mit den üblichen Klischees und Stereotypen, aber auch warmherzig, mit ein paar schönen Ideen und Orten und einer doch recht traurigen Hintergrundgeschichte, die es ein wenig von anderen Büchern dieses Genres abhebt. Doch, doch genau das richtige für die kalten Tage und fürs Herz.
Muminvaters wildbewegte Jugend – Tove Jansson
Als Kind habe ich öfter von den Mumins gehört, allerdings hatte ich die Bücher wohl immer nur bei Freunden ausgeliehen, so dass ich mich erst jetzt durch die eigenen Ausgaben pflügen kann und meine nur sehr vagen Erinnerungen auffrischen. Dafür taugte dieser Band sehr – denn er erklärt vieles, auf das in späteren Bänden Bezug genommen wird. Die Mumins kann man einfach nur ins Herz schliessen und ich freue mich, wenn mein Sohn bald mit mir ihre Welt erkunden wird.
Germán Kratochwil – Scherbengericht
Dieses Buch stand auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2012. Titel und Cover machten mich neugierig, also kam es in meine Auswahl der Bücher, die ich von der Longlist lesen würde. Im Gedächtnis blieb mir: eine gut erzählte, solide Familiengeschichte, in der jeder für sich alleine kämpft. Einige Episoden gefielen mir sehr, durch einige musste ich mich ein wenig durchbeissen, auch weil die handelnde Person mir nicht immer sympathisch war. Wenn ich ein Wort für das Buch finden müsste, wäre es wohl „grundsolide“ – das Fundament war da, die Bauträger an der richtigen Stelle, Fenster und Türen – und doch hatte mir zum Schluss ein wenig das Leben im „Haus“ gefehlt.
Kerzenschein und Weihnachtszauber – Hrsg. Esslinger Verlag
Eine recht schöne Sammlung an Weihnachtsgeschichten – hat mich nicht ganz so sehr überzeugt, wie die Adventskalenderbücher der vorigen Jahre, die Geschichten waren doch sehr unterschiedlich, manches sehr lang (zu lang zum Vorlesen) und dann wieder sehr kurze Geschichten. Trotzdem, insgesamt schön gemacht, sicher kein Fehlkauf, nur eben auch kein Volltreffer.