Hoffnung: Eine Tragödie – Shalom Auslander

Bitterböse, rabenschwarz, ich bin fast aus dem Bett gefallen vor Lachen und habe quasi die Hälfte des Buches meinem Mann vorgelesen, weil ich das einfach teilen musste. Intelligent und wirklich tragigkomisch, teilweise völlig ins Absurde abgleitend – grandios! Mehr darf man eigentlich garnicht verraten, um nichts vorwegzunehmen, aber eines kann ich sagen: der Humor den der Autor hier an den Tag legt, wird er sich hoffentlich sein Leben lang bewahren. Denn auch wenn einem so manches hart an der Grenze vorkommen wird und einem manchmal fast das Lachen im Halse steckenbleiben will, so ist es doch genau diese Eigenschaft, die vieles im Leben von Auslanders Protagonisten zusammenhält.

Bist Du noch wach? – Elisabeth Rank

Nach ihrem Erstling habe ich ihrem neuen Roman entgegengefiebert und meine Erwartungen wurden mehr als nur erfüllt. Ich liebe den fast atemlosen Stil von Rank, ihre Wortverliebtheit, ihr Spiel mit Sprache und Gefühl. Und besonders, weil sie eine, mir ganz fremde Welt beschreibt, bin ich ihr umso dankbarer, mit wieviel Farbe und wieviel Formen sie das tut – ich tauche ein und bin ganz im Geschehen. Was ich noch wirklich bewundere, ist die Ehrlichkeit, mit der ihre Hauptfigur scheitert. Der Satz mag seltsam anmuten, aber von den vielen Selbstfindungs-Bier-im-Club-trinken-spielen-alle-in-Berlin-und-Drogen-kommen-vor-Romanen, hebt sie sich ab. Weil sie durchaus erkennt, wo die selbsterrichteten Mauern stehen, gegen die sie rennt und sich mehr als einmal den Kopf einschlägt. Weil sie auf die harte Tour lernt. Weil niemand kommt und sie auf einem weissen Pferd rettet. Allein dafür möchte ich ihr einen Mut-Orden verleihen und ihr einen Tee kochen und sagen: alles wird gut. Auch diese Zeit wird für etwas gut sein.

Blogger schenken Lesefreude – Welttag des Buches

Am 23.4.2013, dem Welttag des Buches, veröffentlichen alle teilnehmenden Blogger einen Beitrag, in dem sie ein Buch verlosen. Natürlich sind wir neugierig, warum ihr euch gerade für dieses Buch entschieden habt! Ist es ein Buch von einem Lieblingsautor, ein unentdecktes Buchjuwel, ein Buch aus Kindertagen oder ein Überraschungstitel?
Leser, die diese Bücher gewinnen möchten, kommentieren eure Beiträge. Verlost werden die Bücher am 30. April.

Heute ist es soweit: wiedermal ist der Tag, an dem das Buch und das Lesen gefeiert werden. Auch pinkfisch.net nimmt an der Aktion „Blogger schenken Lesefreude“ teil. Und zwar mit diesem Buch:

Haruki Murakami – Kafka am Strand

weil ich dieses Buch auf die einsame Insel mitnehmen würde und es wieder und wieder lesen könnte. Murakami ist und bleibt mein Lieblingsautor.

Was ihr dafür tun müsst? Hinterlasst mir in diesem Posting einen Kommentar, warum ihr gerne dieses Buch gewinnen möchtet. Seid ihr bereits Murakami-Fans? Wolltet ihr schon immer mal etwas von ihm lesen? Warum interessiert ihr euch dafür? Ich freu mich auf viele schöne Kommentare und das Glückslos entscheidet (in Form meines kleinen Sohnes, der den Gewinner ziehen wird *g*). Den Gewinner veröffentliche ich ab dem 30. April hier, derjenige hat dann eine Woche Zeit, sich bei mir zu melden.

Einen wunderschönen Welttag des Buches für alle!

Sherlock Holmes: Das Geheimnis des weissen Bandes – Anthony Horowitz

Als großer Sherlock Holmes Fan war ich unsicher – möchte ich das wirklich lesen? Kann irgendjemand an Sir Arthur Conan Doyle heranreichen? Und ich kann sagen: Horowitz hat im Großen und Ganzen einen tollen Job gemacht: spannender Fall, jegliche klassische Elemente der Detektivromane wurden verwendet und eingebaut und auch der Stil war nahe am Original. Manchmal war es fast ein kleines bisschen „zuviel“ des Guten, aber das fiel in der Gesamtheit dann auch nicht so ins Gewicht. Von daher: Daumen hoch, wer den Meisterdetektiv und seinen treuen Gefährten Dr. Watson vermisst, kann hier unbesorgt zugreifen!

An jedem neuen Morgen – Roger Rosenblatt

Ein schmales Büchlein, keine Fiktion sondern ein Erfahrungsbericht, eines Vaters, der nicht nur seine Tochter verliert, sondern durch ihren Tod, zusammen mit seiner Frau als Großeltern für die drei noch sehr jungen Enkelkinder mehr als nur da ist. Die beiden ziehen bei der Familie ein und versuchen, trotz Trauer, ein unkonventionelles Familienleben zu meistern. Was an diesem Buch heraussticht, ist eine gewisse Sachlichkeit, es sind Momentaufnahmen, Anekdoten, die alle von einem großen Zusammenhalt und einer engen Familienbeziehung zeugen. In diesen Seiten findet sich auch Trauer, meist unausgesprochen, zwischen den Zeilen. Diese Familie entschliesst sich, dass es weitergehen muss, mit einem ungeheuren Willen, manchmal hat mich das ein wenig irritiert, wünschte ich mir, dass mehr miteinander gesprochen würde, aber Trauer ist so vielfältig, dass ich mir da kein Urteil erlauben möchte.

Mini-Shopaholic – Sophie Kinsella

Ich muss gestehen, ein bisschen sentimental wurde ich jetzt doch, so mit dem letzten Band der Reihe. Dafür hat Kinsella aber auch ein schönes Feuerwerk abgebrannt, alle liebgewonnenen Figuren auftreten lassen und einen schönen Abschluss gefunden. Ich weiss nicht, wieviel ich noch von Kinsella lesen werde, aber Becky B. ist eine Persönlichkeit, die man so leicht nicht vergisst und durch die ich endlich wieder motiviert war, mehr im Original zu lesen.

Wie keiner sonst – Jonas T. Bengtsson

Der Kein&Aber Verlag hat ein gutes Händchen, was ungewöhnliche Bücher und Autoren angeht, das zeigt sich auch hier wieder. Den ersten Teil des Buches habe ich begeistert gelesen – die Kindersicht rührt an, ergibt eine spannende Perspektive. Für mich verliert sich dieser Zauber leider im zweiten Teil, als der Junge erwachsen wird. Dem ersten Teil habe ich noch mit gutem Gewissen ein „wirklich gut“ verliehen, der zweite Teil war für mich nur noch „gut“. Bei solchen Büchern finde ich es unheimlich schwer, einen Leseeindruck zu verfassen, weil meist der schwächere Teil dann i der Erinnerung schwerer wiegt, obwohl man ja vom starken Teil angetan war…ein echtes Dilemma.

Peace Food – Rüdiger Dahlke

Grundsätzlich war dieses Sachbuch interessant zu lesen, die ein oder andere Erkenntnis über Ernährung und Lebenmittel auch wirklich erhellend. Was mir das Lesen allerdings ordentlich verleidet hat, waren so der ein oder andere stark esoterische Anklang, einige wirklich völlig subjektive Anschuldigungen, moralische Keulen und auch ein Stil, bei dem ich mich fragte, wie ich dieses Buch ernst nehmen soll. Teilweise wirkte es wie ein Ausatz, in dem Schlussfolgerungen nach dem Prinzip „Habe mir viele Gedanken darum gemacht, also ist das so!“ geschrieben wurden! Ärgerlich, weil der Grundgedanke des Buches gut ist und ich ganz vieles, auch durch weitere Lektüre auch durchaus als richtig emfinde. Die Darstellung und Präsentation schafft es aber für mich, sich da selbst einen Strich durch die Rechnung zu machen.