Die Toten, die niemand vermisst – Hjorth/Rosenfeld

Auch der dritte Band hat mich wieder bestens unterhalten: das Ermittlerteam knüpft neue Bande, entwickelt sich weiter. Veränderungen stehen ins Haus, der neue Fall zerrt an den Nerven, die Perspektivwechsel ergeben erst nach und nach ein Bild… Wieder innerhalb kürzester Zeit verschlungen, mit einem fiesen Cliffhanger zurückgelassen: für mich eine Krimi-Reihe, die Lieblings-Potential hat!

Ein ganzes, halbes Jahr – Jojo Moyes

Ein schwieriges Thema, leichtfüßig erzählt und mit einer symphatischen Hauptfigur besetzt: das liest sich gut und schnell, auch die eine oder andere rührende Stelle war für mich dabei. Das Buch hat mir gefallen, seinen vielen, vielen Vorschusslorbeeren (ein Buch hat es damit ja immer schwer…) wurde es (für mich) aber nicht gerecht, dafür gab es dann doch zuviele Kleinigkeiten, die mich nicht so sehr ansprachen.

Der Stundenzähler – Mitch Albom

Leider ist Albom eher Reporter, als Schrifsteller. Ich merke das wirklich deutlich: bei seinen beiden Büchern, bei denen er sich einer wahren Begebenheit annähert, mit lebenden Personen in Kontakt kommt und Recherche betreibt, bin ich begeistert. Versucht er, eine erfundene Geschichte zu schreiben, liest sich das für mich eher anstrengend. Obwohl die Ideen dahinter immer ganz schön sind, kann er es für mich nicht so transpotieren, wie er es in den beiden oben genannnten Büchern tat. Es bleibt an der Oberfläche. Schade!

Die Liebe und ihr Henker – Irvin D. Yalom

Fallbeispiele aus der Praxis, in gewohnter Manier beschreibt Yalom zehn ungewöhnliche Fälle. Ein Buch, was man gut Stück für Stück lesen kann, weil es einen nachdenklich macht. Man kann es lesen, man kann es analysieren, man kann vielleicht etwas für sich daraus mitnehmen. Und man kann sich freuen: dass es solch fähige Therapeuten gibt, die die seltene Gabe haben, fachlich und schriftstellerisch auf gleicher Ebene zu sein und uns so daran teilhaben zu lassen.

And the mountains echoed – Khaled Hosseini

Wenn jemand den Titel „Geschichtenerzähler“ verdient, so ist es eindeutig Khaled Hosseini. Auch in seinem dritten Buch schafft er es wieder, ein ganzes Kaleidoskop an Geschichten, Schicksalen, Menschen, Gefühlen zu offenbaren. Anders als in vorherigen Büchern spielt dieser Roman an mehr Orten, umfasst eine größere Zeitspanne. Das tut dem Lesegenuß aber keinerlei Abbruch. Wieder ein sehr gelungener Roman!

Allmen und die Dahlien – Martin Suter

Fand ich die ersten beiden Bände rund um den Ermittler Allmen noch herrlich originell, schlich sich hier ein leichter Ermüdungseffekt ein. Der Fall riss mich nicht wirklich mit, Allmen war gemütlich geworden, es fehlte an Spannung. Ein wenig klärte sich das: dieser Teil ist wohl als Zweiteiler gedacht, was ein wenig das ruhige Daherkommen erklärt. Ein bisschen verstimmt es mich aber auch: ich bin kein Fan von solchen unerwarteten Unterbrechungen. Das können Sie doch besser, Herr Suter!

Die Besteigung des Rum Doodle – William E. Bowman

Bill Bryson wird zu diesem Buch zitiert „Das witzigste Buch, was Sie in ihrem Leben lesen werden“. Ich sage es mal so: Er könnte Recht haben! Diese Bergsteiger-Parodie ist so grandios! Running Gags (153) wetteifern mit Wortspielen, abstruse Szenen wechseln sich mit herrlicher Verblendung des Expeditionsleiters ab: ich habe mich selten so amüsiert! Nicht nur für Bergsteiger, sehr wohl aber für alle, die einen ironischen Unterton und die perfekt aufs Korn genommene Gruppendynamik einer zum Scheitern verurteilten Unternehmung zu schätzen wissen. Ein Geheimtipp, der sicher alles mögliche bleibt, nur hoffentlich eines nicht mehr: Geheim!

Mami, ist das vegan? – Jumana Mattukat

Hier interessierte mich vorallem, dass die Autorin für sich einen Weg suchte, vegan zu leben und trotzdem mit ihrer Familie einen Konsens zu finden. Ihr Ringen um gute Entscheidungen fand ich nachvollziehbar, es ist entspannend, zu sehen, wie andere die Schwierigkeiten und neuen Situationen in die Hand nehmen. Der Tonfall war mir manchmal ein kleines bisschen zu flapsig, aber trotzdem wirkte Frau Mattukat sympathisch. Auch einige der Rezepte im Anhang lohnen sich, gerade für Einsteiger und Interessierte an der veganen Küche.

Vergiss den Sommer nicht – Morgan Matson

Bitte, tut euren Teenie-Mädchen einen Gefallen. Besorgt dieses Buch für euren Sommerurlaub. Und gebt den Mädels gleich noch eine Packung Taschentücher mit und wenn ihr das Buch abends aus der Strandtasche fischt, um selbst mal reinzulesen, wundert euch nicht, wenn ihr gegen 4 Uhr morgens mit den Tränen kämpfend, immer noch lesend auf dem Sofa eures Ferienhauses sitzt. Aber es wäre zuwenig gesagt, wenn man das Buch nur auf seine traurigen Ereignisse reduziert. Es ist eine besondere Familiengeschichte, in der lange nicht alles ausgesprochen wird, in der schlimmes passieren muss, bevor sich etwas verändert. In der es um Schuld, um Trauer, um Treue und Beständigkeit geht, um Freundschaften und Annäherung innerhalb einer fremd gewordenen Familie. Und doch ist es von zarter Schönheit, ohne dass Zuckerguss über die Ereignisse gegossen wird. Ach, ich wünsche diesem Jugendbuch soviele Leser!

Über ein Mädchen – Joanne Horniman

Eine zarte Liebesgeschichte zweier junger Frauen, beide auf der Schwelle zu einem ganz eigenen Leben. Die sich begegnen, sich öffnen und doch immer wieder voneinander wegdriften. Leise Melancholie zieht sich durch das Buch, Gitarrenklänge und Stapel voller Bücher, eine Teekanne mit Namen und die Erkenntnis, dass man wieder aufstehen muss, auch wenn man tief fällt.