Ein irrwitziges Spiel aus Schein und Sein. Drei Städte, drei Leben, viele Fragen mit Antworten, die nicht dazu zu passen scheinen. Manchmal ein wenig zuviel des Guten und dennoch will man das Rätsel um Tomomi lösen, was sie Benjamin Constable hinterlassen hat. Man muss das Schräge, Unangepasste mögen, dann wird man mit einem ausgefallenem Jugendbuch belohnt.
SuperTex – Leon de Winter
Ein Autor von dem ich schon länger etwas lesen wollte. Nachdem ich dann dieses Buch auf einem der letzten Bücherflohmärkte fand, stand es nun ein Weilchen im Regal – bis jetzt! Und eigentlich bleibt nur zu sagen: die lange Wartezeit hatte es nicht verdient. Definitiv wird das nicht mein letzter Leon de Winter bleiben – fabelhaft geschrieben, man will dranbleiben, will mehr erfahren. Der Autor hat einen Sinn für Szenen, die sich einem wie ein Gemälde im Kopf einprägen und einen Blick für die großen Tragödien im Kleinen.
Die Bestimmung: Tödliche Wahrheit – Veronica Roth
Die Fortsetzung vermochte mich nicht ganz so zu fesseln, wie der erste Band, ist aber ebenfalls gespickt mit Intrige, Drama und der Frage: Wem kann man eigentlich trauen? Spannung ist da, wenn auch niedriger und langsamer dosiert als im ersten Teil. Somit: der dritte Teil wird interessant…
Verschwiegen – William Landay
Solider Krimi, spannend und aus ungewöhnlicher Perspektive, gleichzeitig das Psychogramm einer Familie, die kaum noch Halt findet. Gut!
Raum – Emma Donoghue
Selten hat mich ein Buch so zerissen zurückgelassen. Kein Wunder, hatte ich es doch vor diesem Versuch bereits zweimal begonnen und wieder ins Regal zurückgestellt. Mit dem ersten Abschnitt, in dem eine junge Frau und ihr Sohn, eingesperrt von einem hochgradig gestörten Mann, in „Raum“ versuchen, ihr Leben so gut es geht auf wenigen qm zu bestehen, hatte ich so meine Probleme. Das lag vorallem an der Beschreibung, der sehr kindlichen Sprache, die wohl als Stilmittel dienen sollte, sich für mich aber enorm anstrengend las. Rausgerissen hat es für mich der zweite Teil, nachdem sich die Situation verändert – das fand ich einnehmend zu lesen, ein besonderer Einblick. Insofern – ich frage mich, wem ich dieses Buch empfehlen kann, der eine Teil kann nicht ohne den anderen und doch hält er mich davon ab, das Buch allzu enthusiastisch zu beschreiben.
Und Nietzsche weinte – Irvin D. Yalom
Mittlerweile würde ich mich als durchaus Yalom-Fan bezeichnen, umso härter traf es mich, dass ich mit diesem, einem seiner meistverkauftesten Bücher, wirklich kaum etwas anfangen konnte. Sperrig, schwer zu lesen und man bekam keinen rechten Bezug zu den Figuren, ich habe mich wirklich ein wenig durch das Buch gequält und wären nicht einige psychologische Gedanken erzählenswert gewesen und zum Nachdenken angeregt, hätte ich vielleicht doch aufgegeben…Schade, Schade, Schade..!
Der Geschmack von Glück – Jennifer E. Smith
Sonniger Sommerschmöker, eine Mailfreundschaft die so ganz anders endet, als sie beginnt. Eine erste Liebesgeschichte, in der weniger die Frage, wer zuerst anruft im Raum steht, sondern vielmehr, ob so eine Liebe sein kann – zwischen Normalo und Star? Bittersüß und mit genau richtig dosiertem Kitsch, gelungene Sache!
Die andere Seite des Glücks – Seré Prince Halverson
Familie einmal anders – als ihr Mann stirbt, steht Ella mit den beiden kleinen Kindern alleine da. Nur – sie ist nicht die Mutter. Diese hatte sich vor einigen Jahren, obwohl die Kinder noch sehr klein waren, von der Familie getrennt und Ella nahm ihren Platz ein. Nun beginnt eine ganze Stadt zu überlegen: wen brauchen die Kinder? Die Frau, die sie großgezogen hat? Oder doch die Mutter, die plötzlich wieder auftaucht… Eine einfühlsame Geschichte darüber, dass es soviel mehr gibt als nur Schwarz oder Weiss. Dass Verletzungen und Liebe gleichzeitig existieren können. Und darüber, dass man einen anderen Menschen manchmal doch nicht so gut kannte, wie man dachte. Hat mir gut gefallen, weil das Stiefmutter-Thema mal ganz anders aufgezogen wurde und viele Facetten aufgezeigt wurden.
Ein Lied für meine Tochter – Jodi Picoult
Es geht hier wieder mehr in Richtung ihrer ersten Romane, schnell durchgeschmökert, aber auch hier: ein oder zwei heisse Eisen weniger hätten es auch getan, aber nu…unterhaltsam ist und bleibt sie.
Das Ende des Bengalischen Tigers – Yoko Ogawa
Da ist es wieder – Kurzgeschichten! Noch dazu sind sie nur lose miteinander verwoben, was meiner Meinung nach sehr verwirrend und fürchterlich enden kann. Aber – wir sind ja hier bei Yoko Ogawa zu Gast. Und bei ihr – ist es schlicht wundervoll. Was mich diese Geschichten angerührt haben, so einige Bilder haben sich fest bei mir eingebrannt, wie sie mit leisem Pinselstrich die Menschen zeichnet… und sie dort wieder auftauchen, wo man sie nicht erwartet, Dinge geschehen, die man nicht erklären kann – definitiv ist diese Autorin eine, die man gelesen haben sollte! Ich schreibe es nochmal: Wundervoll!