Tante Frieda – Heidi Gebhardt

Regionalkrimis sind ja immer so eine Sache. Hier hat für mich aber alles gestimmt: Lokalkolorit, eine sympathische Ermittlerin namens Tante Frieda mit Kochleidenschaft und ebenso neugieriger Nichte, ein gewisser Witz und ein gut verpackter Kriminalfall. Zwei nette Schmökerstunden auf dem Sofa, prima Unterhaltung, Hanauherz, was willst Du mehr?

Vom Wesen der Dinge und der Liebe – Elizabeth Gilbert

Ein feiner Schmöker für Fans von geschichtlich-wissenschaftlichen Belangen, Freunden der Naturwissenschaften und vorallem der Botanik. Dicht und atmosphärisch, mit einer weiblichen Heldin ausgestattet und den damaligen Hindernissen für Frauen in der Wissenschaft gespickt, kurz: etwas für lange Leseabende.

Die Analphabetin, die rechnen konnte – Jonas Jonasson

Nachdem gefühlt dieser Jonasson bereits zerissen und hochgejubelt wurde, kann ich mich ja kurzfassen: ich fühlte mich wieder bestens unterhalten (was soll ich sagen, ich mag nunmal seinen ironischen und beissenden Witz und die himmelschreiend schrägen Wandlungen und Irrfahrten seiner Figuren) – mehr Kriterien musste dieser Roman für mich nicht erfüllen.

Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte – Rachel Joyce

Nachdem ich ihren Erstling wirklich mochte, hatte ich mir hier wieder einen netten Schmöker erwartet. Ich habe mich gelangweilt. Ich habe mich wirklich durch das Buch geschleppt. So richtig kam nichts in Fahrt, die Atmosphäre war unglaublich düster (gut, so war es eben der Geschichte geschuldet…) und ich kam mit keiner der Figuren so richtig in Kontakt. Die Hauptidee des Romans konnte mich auch nicht überzeugen, eher verwirrte es mich. Ich habe schon einige sehr begeisterte Stimmen gelesen, leider kann ich mich dem nicht anschliessen.

Mord im Herbst – Henning Mankell

Zwischen den letzten beiden Wallandern klaffte für mich (gefühlt) eine Lücke in der Handlung. Als ich dann las, dass genau diese Lücke geschlossen werden sollte, dachte ich nur: Ha! Endlich! Und genauso war es. Der schmale Band ersetzt natürlich keinen kompletten Wallander-Fall, aber das muss und soll er auch garnicht. Für mich war er aber noch ein weiterer Zugang zu diesem brummeligen Kommissar, den ich doch sehr ins Herz geschlossen habe. Der Anhang, in dem Mankell sehr offen über die Figur des Kurt Wallander schreibt, war für mich somit noch das Sahnehäubchen.