Alles ist erleuchtet – Jonathan Safran Foer

Ich hatte schon erwartet, dass ich mich wohl schwertun würde, konnte mich sein erster Roman schon nicht in Gänze überzeugen. Es ist nicht so, das Foer nicht schreiben kann – das kann er. Aber manchmal wirkt die Geschichte spröde, manches Stilmittel gefällt mir nicht so recht. Dann kommt wieder eine Passage, die mich begeistert, weshalb ich doch immer weiterlese. Und dennoch zum Schluss hin das unbefriedigende Gefühl, es zwar beendet zu haben, aber doch noch viele Fragen zu haben. Sehr schwierig.

Der Tanz der seligen Geister – Alice Munro

Ganz schwierig. Als Munro dieses Jahr den Literaturnobelpreis bekam, habe ich mich gefreut, sind meine Kolleginnen doch seit langem große Fans. Ich erinnerte mich, ich habe vor sechs oder sieben Jahren mal mehrere Geschichten gelesen und kam nicht recht rein. Nun wollte/sollte sie aber eine zweite Chance bekommen, gerade bei Büchern ist es ja auch oft eine Frage des richtigen Augenblickes. Aber – auch in diesem Lebensabschnitt werden Frau Munro und ich keine richtigen Freunde. Ich kann ihr Schreibhandwerk anerkennen, einige wunderbare Sätze und eine sehr bildhafte, genau beobachtende Sprache sind ihr eigen. Aber ihre Geschichten berühren mich kaum, ich kann sie nicht recht greifen, manchmal auch nicht verstehen, so abrupt werde ich stehengelassen. Hier greift für mich definitiv die Geschmacksfrage – zu mir dringt sie, trotz gelungenem Handwerk, einfach nicht durch.

Magical Mystery – Sven Regener

Ein Roman über eine Figur aus den Herr Lehmann Büchern. Mhm. Über Techno. Doppel-Hm. Interessiert mich das? Will ich das? Und wie! Ich war begeistert, wie Regener meine zwei Fragezeichen mit einem Rutsch weggewischt hat – ich habe gelacht und wissend genickt, das Buch in kürzester Zeit ausgelesen und gedacht: wahrscheinlich könnte er auch über Hühnerhaltung schreiben – ich würde es auch mit Begeisterung lesen!

Das ist nicht wahr, oder? – Jenny Lawson

Mit Sicherheit eines der interessantesten und ungewöhnlichsten Bücher, das ich im Jahr 2013 gelesen habe. Erschütternd, urkomisch, ironisch, tragisch, ehrlich, authentisch…ich habe zwischen Lachen und Weinen geschwankt und kann Jenny Lawson nur bewundern. Eine so ungewöhnliche Kindheit zu leben und davon den ein oder anderen Knacks mitzubekommen ist das eine. Dann so darüber schreiben zu können, das andere. Beides zusammen – ist selten und macht sie damit zu einer Berichterstatterin über das eigene Leben, so klar und einzigartig wie ich es selten gelesen habe. Eine unbedingte Empfehlung!

Wenn die Wale an Land gehen – Kathrin Aehnlich

Diese Autorin hat eine besondere Gabe. Sie kann über Freundschaft schreiben wie kaum jemand sonst. Denn sie tut es mit Geschichten und Erinnerungen, so fein verwoben mit Schicksal und Gedanken. Ihre Figuren kommen mir ganz nah und ich wünsche mir, dass diese Autorin noch viel bekannter wird – denn ihre Bücher berühren mich einfach.

Leichte Turbulenzen bei erhöhter Strömungsgeschwindigkeit – Maggie Shipstead

Hier wurde ich nicht recht warm mit den Personen, die diese Geschichte bevölkern. Bei niemandem konnte ich mich wiederfinden, bei allen erzeugte die Lektüre eher eine grundlegende Antipathie. Die Oberflächlichkeit dieser Hochzeitsgesellschaft wurde insofern eindrucksvoll portraitiert, allerdings fehlte mir der rote Faden, das Buch zerfaserte für mich zu sehr. So richtig glücklich bin ich nicht mehr geworden beim Lesen, aber es war trotzdem nett für zwischendurch.

Sheila Levine ist tot und lebt in New York – Gail Parent

Eine kleine Zeitreise, die sehr slapstickartig beginnt, mit jüdischem Witz und Galgenhumor. Das Buch schlägt aber auch ernsthaftere Töne an und verliert ein wenig die Rasanz des Beginns, gewinnt dadurch aber nochmal an Tiefe. Eine ganz eigene Welt – die Welt von Sheila Levine. Begleiten wir sie ein Stück… denn der Weg lohnt!