Ostende: 1936, Sommer der Freundschaft – Volker Weidermann

Wem kann man dieses Buch schenken? Leserinnen und Lesern, die sich für Geschichte interessieren. Für Literatur. Für historischen Kontext. Für das Exil. Für menschliche Schicksale. Für Freundschaften. Für das Schreiben. Kurzum: es liest und verschenkt sich hervorragend – macht ausgiebig Gebrauch davon ;-)

WARP – Eoin Colfer

Ganz schwer zu sagen. Spontan hätte ich gesagt: ich glaube, ich bin nicht die Zielgruppe, glaube aber trotzdem, dass dieses Buch ganz sicher seine Fans finden wird. Denn die Zutaten (toughe Helden, etwas Geheimniskrämerei, moderne Technik, Zeitreisen) sind durchaus spannend und ansprechend, nur dass ich einfach nicht mit den Geschehnissen warm wurde. Also eine Empfehlung mit angezogener Handbremse.

Untergetaucht: Eine junge Frau überlebt in Berlin 1940-1945 – Marie Jalowicz-Simon

Ein Zeugnis einer schwierigen, tödlichen und belastenden Zeit. Einer Zeit in der viele sich selbst die nächsten waren, in der gefälscht, betrogen, gelogen, gefleht, gebettelt, geprügelt, verletzt und getötet wurde. Hier konnte jeder Tag Tod oder Leben bringen. Eine Chronik der Flucht, des Untertauchens und des Versteckens.

Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra – Robin Sloan

Zunächst war ich begeistert, traf das Buch doch einen lakonisch-witzigen Ton. Im Verlauf des Buches wurde meine Begeisterung immer schwächer, denn die Geschichte trägt sich für mich als Roman einfach zuwenig. Wenn man sie als fantastische Reise und als augenzwinkernden Blick in die Zukunft nimmt (und oftmals ist dieser Ausblick gleichzeitig faszinierend als auch verstörend), war es ein kurzweiliges Leseerlebnis. Im Endeffekt ist es eben nicht mehr, als die übliche Auseinandersetzung zwischen dem romantisch-verklärten, gedrucktem Buch und der Hightech-Zukunfts-Horror-Gott-Vision. Auch wenn hier durchaus versucht wurde, ein wenig ironisch auch zwischen Schwarz und Weiss zu schauen, so bleib es doch an den meisten Stellen eher flach.

Im Winter der Löwen – Jan Costin Wagner

Ein wenig ausserhalb der Reihenfolge lese ich Jan Costins Wagners Krimis – nachdem ich seine ersten beiden und seinen aktuellen Krimi gelesen habe, hatte ich nun auch dringenden Nachholbedarf, vorallem, nachdem ich ihn als sympathischen Autor bei unserer Lesung kennenlernen dürfte. Nun also der dritte Krimi aus seiner Feder – und wieder zieht seine Figur Kimmo mich von Anfang an in einen Krimi der ungewohnten Art.

Da draußen wartet die Welt – Nancy Grossman

Was ich dieser Autorin hoch anrechne, ist, dass sie es ihrer Figur, einem Amish-Mädchen nicht leichtgemacht hat. Als Leserin war ich nah am Geschehen und vorallem im Entscheidungsprozeß des jungen Mädchens voll involviert. Nicht nur, dass mir dieses Buch unheimlich viel erklärt und erzählt hat über das Leben der Amish, es hat mich auch einen Blick darauf werfen lassen, wie es ist, zwischen zwei Welten zu stehen, die beide für sich Vor- und Nachteile besitzen. Ein Jugendbuch, welches ich sehr gerne empfehle, weil es diese Prise „speziell“ besitzt, die den Leser nicht vom Haken lässt!

funny girl – Anthony McCarten

Wer kennt es nicht: man mag den Autor, mag seine vorherigen Veröffentlichungen und ist dann vielleicht übermäßig enttäuscht, wenn es mit dem neuen Werk nicht funken mag? So ging es mir leider hier: die Idee sprach mich an, die ersten Sätze und auch der zuweilen tiefschwarze Humor – aber leider versickerte für mich im Verlauf der Charme des Buches immer weiter, bis er nur noch leise vor sich hinplätscherte. Sehr schade!