Die Seltsamen – Stefan Bachmann

Für mich eines der stärksten Debüts innerhalb des Fantasy-Genres der letzten Jahre. Starke Charaktere, eine Atmosphäre, die man fast bis ins eigene Zimmer zu spüren meint, eine reizvolle Verknüfpung von Magie und Steampunk. Ich freue mich jedenfalls enorm auf die Fortsetzung und bin wirklich beeindruckt, ob des Alters Bachmanns. Es gibt einige Fantasy-Autoren, die, um das doppelte älter, nicht einen solchen Plot entwerfen können. Großes Lob!

Die Wahrheit und andere Lügen – Sascha Arango –

Der Plot sprach mich anfangs enorm an: auch die ersten Seiten versprachen einen angenehm durchkomponierten Krimi. Über die nächsten Kapitel verlor sich der erstmal gute Eindruck allerdings immer weiter, bis ich zum Schluss eher erleichtert war, das Buch zuklappen zu können. Im Nachgang las ich, dass der Autor sonst unter anderem für Fernsehproduktionen schreibt. Als Verfilmung könnte ich es mir besser vorstellen, als Buch bleibt es mir zu dürr, zu wenig.

Flut und Boden – Per Leo

Eine Familiengeschichte der ungewöhnlichen Art: zwei Brüder, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Einer, der Großvater des Autors war Abteilungsleiter im Rasse- und Siedlungshauptamt der SS. In dem Versuch, die Vergangenheit seiner Familie zu verstehen, breitet der Autor eine Geschichte vor uns aus, die sich in Wellen vorwärtsschlängelt – ein ganzer Familienkosmos, der von starken Sätzen und Atmosphäre lebt. Nicht umsonst war diese Neuerscheinung bereits für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

Teufelsgrinsen – Annelie Wendberg

Für mich, als riesiger Sherlock-Holmes-Fan, ein Muss! Und Annelie Wendberg (die übrigens dieses Buch zuerst selbst veröffentlichte!) ist hier wirklich eine neue Annäherung an die ehrwürdige Figur Holmes gelungen – mit einer weiblichen Wissenschaftlerin im Herrenkostüm als Heldin. Packend, ein solider Kriminalfall und wir lernen eine ganz neue Seite an unserem Lieblingsdetektiv kennen. Dass die Autorin (selbst Umweltmikrobiologin) einiges aus ihrer Praxis einfliessen lässt, gibt dem Buch noch den letzten Schliff.

Heilige Mörderin – Keigo Higashino

Nach „Verdächtige Geliebte“ waren meine Erwartungen naturgemäß sehr hoch. Und Higashino hat sie, zum meinem großen Glück, nicht enttäuscht. Ein wenig anders setzt sich diesmal das Team zusammen, aber das war nur eine kurze Irritation. Die japanische Art zu ermitteln unterscheidet sich deutlich von jenen, die wir aus nordischen, deutschen oder amerikanischen Krimis kennen. Ein wenig Geduld muss man mitbringen, sich auf den Roman einlassen. Dann allerdings wird man belohnt, denn die Auflösung glich für mich einem echten Glanzstück – von langer Hand ermittelt und dargelegt. Chapeau!

Ganze Tage im Café – Sólveig Jónsdóttir

Manchmal brauche ich einen Schmöker. Nicht zu seicht, aber auch nicht zu schwer, mit Figuren die mich ansprechen, einer Umgebung, die ich so vielleicht noch nicht kannte. Volltreffer! Tatort: Island. Täter und Opfer: Vier junge Frauen. Was passiert? Das Leben – in jeglichen Facetten, in all seinen Höhen und Tiefen.

Das Geständnis – John Grisham

So langsam lese ich auch ein paar Grishams aus meinem Regal, die ich bisher noch nicht kannte, denn bei seinen Romanen muss für mich immer eine gewisse Pause dazwischen liegen. Und auch wenn man ihm vorwerfen könnte, sich immer doch recht ähnlicher Strickmuster zu bedienen – ich finde ihn jedesmal wieder spannend und rechne es ihm in diesem Roman hoch an, dass er eine ungewöhnliche Entscheidung trifft, die so nicht jeder Autor hätte schreiben können.

Taxi – Karen Duve

Unterhaltsam mit Schwächen. Mir hat der erste Teil gefallen, angenehm kurios und süffig geschrieben, der zweite fiel für mich etwas schwächer aus. Insgesamt schwerer, es zu beurteilen, weil sie zwar 13 Jahre Taxi gefahren ist, aber nicht klar ist, inwiefern es nun ihr eigenes Erleben ist oder ein Roman mit eingewebten Erinnerungen. So etwas kann mir während des Lesens ein bisschen den Spaß nehmen.

Der Hund, die Krähe, das OM – Susanne Fröhlich

Keine Frage, nicht alles von Susanne Fröhlich mag ich. Obwohl ich sie als Person in Radiointerviews beispielsweise schon richtig klasse finde, ihre Ausstrahlung gefällt mir. Und da ich mich langsam wieder an Yoga wagen wollte, dachte ich: das lieste nun mal. Hier und da war mir das Buch etwas zu knapp oder auch salopp gefasst, andererseits ist Susanne Fröhlich eben auch keine Yoga-Expertin sondern eine Erzählerin und auf der Suche nach ihrem Yoga-Weg. Lust auf Yoga hat sie mir damit jedenfalls wieder sehr gemacht, weil sie so herrlich unverkrampft und wenig dogmatisch an das Thema heranging. Ihre DVD dürfte kurz darauf bei mir einziehen und war genau richtig für mich.