Endlich habe ich sie gelesen: die Kurzgeschichten, die zum Teil auf Figuren aus „Die Mitte der Welt“ basieren. Man kann DMDW sicherlich auch ohne das Wissen aus diesen Geschichten lesen. Aber wenn man den Roman kennt, dann ist es ein tolles Wiedersehen mit liebgewonnenen Figuren. Es ist ein leises Schauen hinter die Kulissen, ein Mehr-verstehen von der ein oder anderen Handlung. Und auch die Geschichten ohne Bezug zur MDW haben mich berührt – Steinhöfel ist ein grandioser Beobachter.
Blogger schenken Lesefreude – Welttag des Buches
Am 23.4.2013, dem Welttag des Buches, veröffentlichen alle teilnehmenden Blogger einen Beitrag, in dem sie ein Buch verlosen. Natürlich sind wir neugierig, warum ihr euch gerade für dieses Buch entschieden habt! Ist es ein Buch von einem Lieblingsautor, ein unentdecktes Buchjuwel, ein Buch aus Kindertagen oder ein Überraschungstitel?
Leser, die diese Bücher gewinnen möchten, kommentieren eure Beiträge. Verlost werden die Bücher am 30. April.
Heute ist es soweit: wiedermal ist der Tag, an dem das Buch und das Lesen gefeiert werden.
Auch pinkfisch.net nimmt an der Aktion „Blogger schenken Lesefreude“ teil. Und zwar mit diesem Buch:
Sascha Lobo – Strohfeuer
weil ich fand, dass dieses Buch gut zu einer Online-Aktion passt, ist Herr Lobo doch selbst äusserst aktiv in der virtuellen Welt. Mehr zu Sascha Lobo gibt es hier!
Was ihr dafür tun müsst? Hinterlasst mir in diesem Posting einen Kommentar, warum ihr gerne dieses Buch gewinnen möchtet. Das Los entscheidet! Den Gewinner veröffentliche ich ab dem 30. April hier, derjenige hat dann eine Woche Zeit, sich bei mir zu melden.
Einen wunderschönen Welttag des Buches für alle!
Der Teezauberer – Ewald Arenz
Eine kleine, magische Novelle, ein Träumerstück über Tee, eine Liebesgeschichte.
Die Selbstmordschwestern – Jeffrey Euginides
Ich werde ganz sicher nicht leugnen, dass es an mir liegt – aber ich konnte mit diesem Buch so wenig anfangen. Es bleib für mich schwer greifbar, es schlüpfte mir so oft aus der Hand, aus meinen Gedanken. Allein, nicht genau zu wissen, wer die Erzähler sind. Und auch die, ja, geradezu Obession, mit der die Schwestern beobachtet wurden, war mir zu voyeuristisch, viel zu intim. Es ist immer schwierig, ein Buch zu lesen, in dem man sich mit keiner der Figuren auch nur ansatzweise identifizieren kann. Obwohl ich ein Faible für schräge, skurrile Figuren habe – hier bin ich deutlich an meine Grenzen gestoßen.
Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme eine Schickse – Thomas Meyer
Herrlich unterhaltsam. Das Buch ist nur so gespickt mit jiddischen Ausdrücken, was meinem Mann und mir einige nette Abende beschert hat, in denen ich versucht habe, einige Szenen laut vorzulesen. Jiddisch ist eine spannende Sprache, eine lebendige, die sich, je nach Standort auch deutlich unterscheidet. Ein ganzes Buch in diesem Tonfall zu schreiben – klasse! Und Wolkenbruchs Reise, hin und hergerissen zwischen seiner Mame, dem Judentum, den Schicksen und seinem Glauben – man folgt ihm gern.
Die Sprache des Wasser – Sarah Crossan
Ein sehr ungewöhnliches Format – nicht nur die äusserliche, sehr gelungene Verpackung, auch das Innere. Denn dieses Buch bedient sich nicht der üblichen Romanform, vielmehr hat die Autorin ihrer Protagonistin Kasienka eine geradezu lyrische Ausdrucksweise angedeihen lassen. Hier steht kein Wort zuviel. Und doch, zwischen den Zeilen soviel mehr, als blumige Schilderungen aussagen könnten. Es ist eine Geschichte von Einsamkeit, von einem Neuanfang in einem anderen Land, vom Fremd sein, vom Ankommen, vom Dazugehören, von Begabung und von Kampf. Ein sehr eigenwilliges Jugendbuch, dass ich gerne für den Schulunterricht empfehlen würde!
Murakami und die Melodie des Lebens – Jay Rubin
Wer Haruki Murakami liebt, muss dieses Buch lesen, welches leider nur noch antiquarisch zu erwerben ist. Eine solche Fülle an Hintergrund zum Werk Murakamis, dabei in engener Zusammenarbeit mit dem Autor. Es hat nichts voyeuristisches, es ist wie eine neue Brücke, die Jay Rubin (einer seiner amerikanischen Übersetzer) uns zu seinem Werk schlägt. Zusammenhänge werden klarer, das Schaffen Murakamis bis 2004 wird begleitet. Ein sehr, sehr lesenswertes Buch, nach dessen Lektüre ich am allerliebsten jedes einzelne Buch von Murakami nochmal lesen wollte!
Totenfrau – Bernhard Aichner
Wenn ich drei Wörter für dieses Buch finden wollte, würde ich die folgenden wählen: Heftig, schnell, hart. Denn Blum, die seit ihrer Jugend ihren eigenen Weg knallhart geht und als Bestatterin arbeitet, ist definitiv keine Frauenfigur für Zartbesaitete. Hier und da muss man schon einiges vertragen können und auch aushalten können. Mir hat der Krimi gut gefallen, auch wenn ich hier und da ein bestimmtes Stilmittel etwas zu viel fand, aber das hat dem recht atemlosen Lesen keinen Abbruch getan. Spannend, aber wie gesagt – nichts für sensible Leser.
Ein Ort wie dieser – Marie-Aude Murail
Ich bin sehr zwiegespalten. Dieses Buch von Murail kommt definitiv nicht auf meine Liste der Bücher, die ich von ihr gerne gelesen habe. Es mag an meiner generell nicht sehr ausgeprägten Liebe zu Frankreich liegen – aber ich verstehe manches einfach nicht. Ich finde die Menschen affektiert und aufgesetzt, die Figuren die so angelegt sind, dass sie mir sympathisch werden sollen, wirken blass, unselbstständig und künstlich. Ich hatte manchmal das Gefühl, es sollte möglichst viel an Brennpunktthemen in dieses Jugendbuch, dreimal umgerührt, ein paar Klischees und Anti-Klischees dazu… Es mg hart klingen, aber gerade weil ich Murail mit „Simpel“ so mochte, kann ich hier einfach nur ehrlich sein. Für mich sind diese beiden Werke wirklich enorm unterschiedlich.
Nach allem, was passiert ist – Sophie Columbeau
Eine Teenager-Idee, ein großes Aufflackern der Hormone und der Absturz danach: aus den Köpfen der Beteiligten heraus wird nach vielen Jahren versucht, die eigentliche, die wirkliche Wahrheit herauszufinden über diese eine, wilde Nacht der vier jungen Leute. Und der Leser? Weiss am Ende, dass es die eine, die objektive Wahrheit schlicht nicht geben kann. Unterhaltsam!