Süffiger Krimi im Literaturgenre angesiedelt, der zwar sprachlich ein paar Schwächen aufweist, sich dafür aber nett wegzischt und durch den etwas anderen Plot gewinnt. Sicher nichts für hartgesottene Thriller-Fans, wohl aber für den Urlaubskrimileser.
Americanah – Chimamanda Ngozi Adichie
Ein hochaktueller Roman, der sich für mich durch gleich drei Dinge auszeichnete: er war intelligent, pointiert bis bitterböse und er behandelte ein Thema, was mir immer wieder vor die Füße gespült wird: Diskriminierung und Alltagsrasissmus (der oft etwas versteckte, den wir in unserer ach-so-aufgeklärten-Welt oftmals nicht sehen wollen und der doch so erschreckend verbreitet ist – immernoch!). Zu diesen Themen einen Text zu lesen, der zudem vom Handlungsverlauf her überzeugt, eine frische Stimme und eine authentische Protagonistin bereithält – das nennt man dann wohl einen Glücksfall in der Belletristik!
Die Nachmittagskinder – Helga Beyersdörfer
Ein Büro für bezahlte Dienstleistungen im Haus einrichten – was diese spontane Idee einer Abiturientin in ihrer Hausgemeinschaft auslösen wird, erahnt sie anfangs selbst kaum. Charmante Idee, eigenwillige Protagonistin, süffiger Lesestoff.
Jersey Angel: Was ist schon ein Sommer? – Beth Ann Bauman
Hat mir leider nicht so richtig gut gefallen. Zunächst fand ich die flapsige Schreibweise witzig, das verlor sich aber immer mehr zum Endes des Buches. Auch der doch sehr lockere Umgang mit Sex war nicht so richtig meines. Denn: ich möchte Jugendbücher gerne empfehlen können – dabei darf in den Büchern gerne mehr passieren, als nur Händchenhalten. Und auch, wenn unsere Protagonistin durchaus Konsequenzen aus ihrem Handeln ziehen wird, so frage ich mich doch, welchen Eltern ich dieses Buch spontan in die Hand drücken soll, als Geschenk für die Tochter. Unter 14 sicherlich nicht. Eine 17jährige wird sich sicherlich angemessen mit dem Buch auseinandersetzen können, ist wahrscheinlich aber schon lange nicht mehr die Zielgruppe…
The secret lives of dresses – Erin McKean
Ein richtiges Feel-good-Buch mit Vintage-Kleidern, die mehr als nur schön und alt sind, denn sie tragen ein geheimes Leben in sich. Im Original gelesen und mich dabei kuschelig aufs Sofa gelegt.
Hoffmans Hunger – Leon de Winter
Mit diesem Werk habe ich mich erstaunlich schwer getan. Es liegt nicht daran, dass de Winter nicht schreiben kann – das kann er. Aber das Umfeld der Diplomaten, der Spionage, der politischen Verwicklungen, das wird wohl einfach nie ganz meines werden. Noch dazu widmet er sich mit einer gewissen Leidenschaft in diesem Buch gebrochenen Männern, für die es schwerfällt, wirklich Empathie zu empfinden. Hat einfach nicht so gut gepasst für mich.
Die Britannica und ich – A.J. Jacobs
Um dieses Buch habe ich ziemlich lange (um genau zu sein sechs Jahre, Himmel hilf…) einen Bogen gemacht – mit Begeisterung gekauft, aber dann doch immer wieder davor zurückgeschreckt – würde es mich bei der Stange halten können, interessant genug sein, nicht öde werden? Nichts davon ist eingetreten und ich habe es mit Vergnügen gelesen. Der Autor verknüpft sein Leben und die Britannica äusserst unterhaltsam und so nebenbei erfährt man allerhand Skurrilitäten und Sonderliches. Wiedermal ein Buch aus dem Regal ungelesener Bücher, das völlig zu Unrecht so lange warten musste ;-)
Weit weg und ganz nah – Jojo Moyes
Nett für zwischendurch. Erinnert mich ein bisschen an Marian Keyes, Maeve Haran und Sophie Kinsella, so eine Mischung aus allem. Nicht so sehr Chick-Lit wie Kinsella, nicht so dramatisch-traurig wie Keyes, aber ganz klar in Great Britain angesiedelt, ein bestimmtes Flair, bestimmte Typen von Menschen, vom Schicksal zusammengebracht.
Zwölf Leben – Ayana Mathis
Dieses Buch beginnt dramatisch und die Bilder in meinem Kopf, die das erste Kapitel zeichnete, werden sicherlich noch eine Weile dort bleiben. Ein Buch über Familienbande, über zahlreiche Geschwister und ihre so unterschiedlichen Wege – und ihre Mutter, die mit zwölf Kindern mehr als nur eine Geschichte zu erzählen hat.
Grenzgang – Stephan Thome
Nun endlich las ich den ersten Roman von Stephan Thome und auch dieser hat mich begeistert. Auch wenn ich selbst durchaus in einer sehr überschaubaren Kleinstadt aufgewachsen bin, so sind mir Festivitäten wie der Grenzgang doch eher fremd. Und doch: selbst wenn man Stadtmensch durch und durch ist, bringt Thome einem die Atmosphäre näher, die eingeschworene Kleinststadtgemeinschaft, das Rucken der Vorhänge, das Klein auf Klein und das Ausbrechen und Zurückkehren. Was er ebenso meisterhaft schafft, ist aus der Perspektive einer 40jährigen Frau zu schreiben, das hat mich wirklich fasziniert, es geht weit über „Ruft er an?“ hinaus, mitten hinein in die Ängste und Zweifel dieser Frau, ihrem Umgang mit ihrem maulfaulen Sohn, dem Ex-Mann und seiner neuen Freundin, der pflegebedürftigen Mutter. Und das Lob, was seine Dialoge angeht, kann ich nur ebenfalls wiederholen, diese sind schnell, intelligent und authentisch. Ich freue mich schon sehr, wenn ich irgendwann ein drittes Buch von diesem talentierten Autor lesen darf!