Njunjul – Meme McDonald/Boori Monty Pryor

Hier handelt es sich nicht nur um die Entdeckung eines Jugendbuches, sondern gleichzeitig ist damit der Baobab Books Verlag in meinen Fokus gerückt. Ein kleines und ausgewähltes Programm, mit geübtem Blick für das Besondere. Wir finden einen Jugendlichen vor, der fernab der Disneyglitzerwelt seinen Weg macht, dabei stolpert und sich verliert – und trotzdem versucht, seine Identität (auch) als Aborigine zu finden. Ein spannendes Thema und meiner Meinung nach durchaus ein Jugendbuch was sich als Schullektüre eignen würde.

Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte – Chrystal Chan

Auch wenn dieses Buch enorm viele Lorbeeren geerntet hat, von mir gibt es etwas weniger überschwengliche Töne. Obwohl ich es gerne gelesen habe und vieles daran wunderbar finde: die Sprache, die speziellen Dinge, für die Jewel sich interessiert, die Poetik. Doch hundertprozentig kann ich mich nicht dem Lob anschliessen. Vielleicht kann ich es zu schwer aushalten, wenn Menschen unglücklich sind, wenn Kinder innerhalb ihrer Familien so mißverstanden und dysfunktional werden. Das hat dann weniger mit dem Buch zu tun, als mit meinen Empfindungen und doch: beim Lesen beschlich mich hier und da ein Unwohlsein, was ich schlecht beschreiben konnte, es war mir zuviel, ich wollte die Eltern schütteln, den Aberglauben aus dem Buch vertreiben.

Das Licht in einem dunklen Haus – Jan Costin Wagner

Irgendwie ist es ganz schön fies, dass ich jetzt sicherlich eine ganze Zeit auf den nächsten Krimi mit Kimmo warten muss. Kein Wunder, dass ich mir Zeit gelassen habe mit dem Lesen der gesamten Reihe. So ein schönes Gefühl, das Buch zu kaufen und zu wissen, dass ich wieder durch die finnische Tür treten darf. Ein bisschen, wie nach Hause kommen.

Das Leben und das Schreiben von Stephen King

Packend wie ein Roman und ein wirklich intelligentes Buch. King schreibt nicht nur über sein Leben und seine Romane, er gibt auch einen Einblick ins Schreiben, in seine Anfänge, typische Fehler und Stolpersteine eines Schriftstellers. Das ist enorm interessant und lehrreich zu lesen, ohne jemals langweilig zu werden. Für jeden Vielleser, Autor oder Schreibanfänger ein Leckerbissen.

Alpha & Omega: Apokalypse für Anfänger – Markus Orths

Völlig durchgedreht. Mein erster Markus Orths und trotz des obskuren Themas, dem durchgerüttelten Klappentext und der doch beeindruckenden Dicke des Romans habe ich mich rangetraut – und es nicht bereut. Es mag sein, dass ich wegen der Anwesenheit von Physikern im Roman leicht verliebt-verblendet war, aber es ist weit mehr als das. Orths fabuliert hier quer in die Weltgeschichte hinein, dass es eine wahre Freude ist, verliert aber doch nicht die Bodenhaftung, die es braucht, damit der Leser in der Geschichte bleibt. Ein Feuerwerk von Ideen, Skurrilitäten und eine Art Kuriositätenkabinett in Buchform – Ach herrlich!

Zacharias Katz – Burkhard Spinnen

Wie hat mich der charmante Zacharias Katz in Beschlag genommen! Es gibt diese Bücher, die man, obgleich des schweren Grundthemas, dem drohenden ersten Weltkrieg, einfach mit Freude liest – dieser Roman hat mehr Aufmerksamkeit verdient. Denn gute Geschichtenerzähler, davon gibt es nicht soviele, wie man denken möchte. Burkhard Spinnen gehört für mich ganz unbedingt dazu!

Der Elefant verschwindet – Haruki Murakami

Ein Buch mit Geschichte: vor vielen Jahren verliehen und nie zurückbekommen. Immer die leere Stelle neben seinen Artgenossen bedauert. Jetzt ist es durch einen schönen Zufall als Geschenk wieder in mein Regal zurückgekehrt und musste daher gleich nochmal gelesen werden (wieder genauso schön, schräg und verzaubernd wie damals!). Und noch einen Sonderstatus hat es jetzt: Buch 100 im Lesejahr 2014!

Silber: Das zweite Buch der Träume – Kerstin Gier

Auch der zweite Teil von Silber war wieder viel zu schnell vorbei. Ich mag diesen herzerfrischenden Tonfall von Kerstin Gier, der mir immer das Gefühl gibt, hier ist jemand mit ganzem Herz am Werk. Wenn ich das Strahlen in den Augen meiner jungen Kundinnen sehe, wenn sie ihr Exemplar von „Silber“ kaufen, denke ich, Sie machen das schon ganz richtig, liebe Frau Gier ;-)

Sonntags bei Sophie – Clara Sternberg

Eine Bauchentscheidung: das Cover so pink und verspielt wie es desöfteren bei mir zuhause aussieht. Im Prinzip auch nicht wirklich enttäuscht worden: ich habe einen etwas rührenden Roman über Freundschaft und Krankheit erwartet und diesen auch bekommen. Wie sehr am Rande zum Kitsch er sich bewegte, hängt wohl auch von der jeweiligen Leserin ab.