Hertzmann’s Coffee – Vanessa F. Fogel

Ich kann den Finger nicht genau darauf legen, warum mich dieser Roman nicht so mitgerissen hat, wie ich mir das gewünscht hätte. Er war nett zu lesen, zudem eine ausgezeichnete Gestaltung vom weissbooks Verlag. Aber trotz Humor und einer Thematik, die mich generell immer interessiert, ist der Funke nicht zu 100% übergesprungen.

Nachts sind alle Schafe schwarz – Heike Abidi

Man könnte sagen – der Roman hat alles, was ein typisches „Frauenbuch“ so braucht: Verwicklungen, drei unterschiedliche Frauencharaktere, ein bisschen Liebeswirren und Drama. Aber damit würde man dem Buch nicht gerecht werden: es besitzt vorallem jede Menge Witz, der es für mich aus dem Einheitsbrei der Unterhaltungsromane heraushebt. Die schräge Idee einer ganz neuen Esoterik-Schiene ist einfach köstlich, weil sie das Genre so auf den Punkt ironisch hochnimmt. Und die, von der anstrengenden Mutter einer Protagonistin, stets falschen Zitate gängiger Sprichwörter waren für mich ein herrlicher Lachfaktor.

Wovon wir träumten – Julie Otsuka

Dieser Roman hebt sich von der Masse ab, denn er hat nicht einen oder mehrere Erzähler, er hat ganz viele. Die unterschiedlichsten Stimmen japanischer Frauen erzählen, teilweise nur in einem Satz, bevor eine andere den Faden aufnimmt, von ihrer Ankunft in den USA, in den zwanziger Jahren, mit der Hoffnung auf ein besseres Leben. Dass sich ihre Vorstellungen mit der Realität nicht decken, das müssen sie alle feststellen. Gerade durch diesen seltenen Erzählstil kommt das Buch sehr eindringlich daher, wie ein Chor der Erlebnisse, dem man gerne lauscht.