Aufstieg und Fall großer Mächte – Tom Rachman

Ach Herr Rachmann! Was machen Sie denn nur mit mir? Ich habe Ihren vorherigen Roman „Die Unperfekten“ sehr gemocht. Ich fing diesen hier an und dachte: was für ein wunderbarer Romananfang, ich war beglückt. Und dann … irgendwo in diesem Buch ergaben sich Brüche, es zog sich hin, ich legte es immer öfter bei Seite und war zum Schluss hin dann doch froh, es beendet zu haben. Es ist gut geschrieben, das ist keine Frage und es schliessen sich am Ende alle Kreise. Und doch bleibe ich als Leser zurück und war leise enttäuscht, weil der starke Anfang mit dem Rest des Buches nichts mehr gemein hatte, ja fast wirkte, als sei er eigentlich der Beginn einer ganz anderen Geschichte gewesen.

Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln – Christoph Peters

Ein ruhiges, sehr zartes Buch. Wer wie ich die japanische Langsamkeit mag, die Ruhe und die Rituale, der ist mit diesem Buch sehr gut bedient. Christoph Peters dürfte ich einmal nach einer Lesung kennenlernen und er erzählte von seinen Recherchen und seinem großen Interesse für Japan, weshalb klar war – das Buch muss ich lesen! Der Kulturclash zwischen dem japanischen Ofenbauer und der doch eher rustikalen Dorfgemeinschaft hat seine Schmunzelmomente, vorallem gefällt mir aber die absolute Konzentration auf das seltene Thema.

Since you’ve been gone – Morgan Matson

Wieder eine typische Morgan Matson – mit Leichtigkeit geschrieben und doch fühlt sie sich tief ein in das Leben eines jungen Mädchens, das seine beste Freundin von einem auf den anderen Tag verliert. Ihre Figuren entwickeln sich und man lebt ihre Enttäuschungen, ihre Verliebtheit und auch ihre Erkenntnisse einfach mit. Und für mich ein schönes Detail ihrer Bücher – hier findet sich wieder Musik in Form von Playlists – etwas, was mich jedesmal in Büchern erfreut.

Meine wunderbare Buchhandlung – Petra Hartlieb

Buchhändler lieben Bücher über Bücher. Über Literatur. Über Buchläden. Und Buchhändler. Ich bilde da keine Ausnahme. Denn jede Buchhandlung hat ein Herz, eine Geschichte, etwas, was sie einzigartig macht. In einer Wiener Buchhandlung, die fast „aus Versehen“ entsteht, ist das schlagende Herz Petra Hartlieb: quirlig, gut vernetzt und leidenschaftlich. Wer sie trifft merkt, die Autorin spricht und lacht so wie sie schreibt, mit überbordender Begeisterung. Ab und an, so muss ich es gestehen, musste ich aus buchhändlerischer Sicht dann doch mal den Kopf schütteln , weil ich mir das ein oder andere aus meiner Praxis heraus einfach nicht vorstellen konnte – das kennt sicher jeder, der sich in einem Fachgebiet auskennt und dann etwas darüber liest. Und dennoch: zu ihrer Liebe zur Literatur und ihrem Wagemut, dazu muss man Petra Hartlieb wirklich gratulieren.

Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe – A.J. Betts

Nachdem viele Jugendbücher nach dem großen Erfolg John Greens damit warben, ganz ähnlich zu sein wie „Das Schicksal ist ein mieser Verräter„, war meine Lust auf eine solche Lektüre schon stark gedämpft. Trotzdem habe ich zu diesem Buch gegriffen – und habe es nicht bereut. Hier finden sich doch ganz andere Töne als bei Green. Den Vergleich mit Green hat die Autorin garnicht nötig – sie hat ihre eigene Stimme gefunden und ich empfehle sie im Jugendbuch gern!

Das Haus der vergessenen Bücher – Christopher Morley

Für alle Büchernarren, Bibliophilen, Leseratten, Schmökertypen, Buchhändlerinnen, Verlegerinnen, Buchliebhaber, Bookaholics, Buchsüchtige … ein kleiner Schatz aus dem 19. Jahrhundert, jetzt wieder entdeckt. Ein charmantes Buch, eine Hommage an Buchläden und Literatur und den schönsten Beruf der Welt: Buchhändler(in) sein!

Die Seiten der Welt – Kai Meyer

Mein erster Kai Meyer. Eigentlich ein Wunder, bin ich doch von vielen Seiten von Fans umgeben. Und doch bin ich ja keine ausgesprochen große Fantasyleserin. Hier kam dann alles zusammen, denn der Kombination aus wunderschöner Aufmachung und der Thematik konnte ich dann kaum widerstehen. Und Kai Meyer hat mich nicht enttäuscht, denn er hat mir eine spannende Geschichte erzählt, eine ganz neue phantastische Welt eröffnet und mich prima unterhalten. Besonders wird mir wohl im Gedächtnis bleiben, wie „down to earth“ er geblieben ist. Ob das die prompte Reaktion auf unsere Buchladendeko zum Roman war oder der Moment, als wir bei S. Fischer am Messestand nebeneinander zu sitzen kamen und ganz locker ins Gespräch kamen, obwohl er sicherlich 1000 Dinge im Kopf und auf der Messe zu tun hatte. Wirklich, ausgesprochen sympathisch, dieser Autor ;-)

Der Code – Fredrik T. Olsson

Ich sage es ja immer wieder gerne, ich lese kaum Krimis. Auf diesen hier stiess ich durch den hr-iNFO-Büchercheck und es hat sich für mich gelohnt. Actiongeladen, spannend und natürlich geht es um nichts weniger als um die Rettung der Erde. Hat mir Spaß gemacht, war intelligent geschrieben und hat immer noch ein Schippchen Spannung draufgelegt.