Die Liegenden – Michele Serra
Als reine Kolumnen hätte das ein oder andere Thema für mich funktioniert. Als ganzer Roman – riss mich nicht vom Hocker, wirkte aneinandergereiht, auch wenn die ein oder andere Beobachtung wirklich den Nagel auf den Kopf traf.
Kolibri – Kati Hiekkapelto
Packender, finnischer Krimi mit einer jungen ungarischen Ermittlerin. Multikulturelles Miteinander, Rassismus und die Frage der eigenen Identität sind nur einige Themen die hier gekonnt innerhalb der Ermittlungen zu einer Mordserie auftauchen. Einzig der unvermeidliche zunächst bärbeißige neue Kollege hätte vielleicht nicht sein müssen, andererseits – gibt es einen Krimi ohne diesen Prototypen? ;-)
Die wundersame Beförderung – Vikas Swarup
Swarup ist ein Garant für unterhaltsame Geschichten. Seine in Indien spielenden Romane tragen stets ein Augenzwinkern in sich und erzählen rasant vom Leben der unterschiedlichsten Landsleute. Als Sapna Sinha die wohl ungewöhnlichste Beförderung aller Zeiten angeboten wird, wittert sie eine Falle. Aber was auf das Angebot folgt, das hätte sich die junge Frau wohl in ihren kühnsten Träumen nicht ausgemalt. Swarup begibt sich wieder auf eine verrückte Reise, bei der ich nur zu gerne auf dem Beifahrersitz sitze.
Zebrawald – Adina Rishe Gewirtz
Hat mich nicht richtig überzeugen können, was schade ist. Gerade im Jugendbuch brauchen wir ungewöhnliche und fesselnde Bücher. Hier war trotz einer recht dramatischen Ausgangssituation irgendwann bei mir die „Luft raus“.
Sag nicht, dass Du Angst hast – Giuseppe Catozzella
Eine tragische Geschichte einer jungen Sportlerin, die leider auf wahren Begebenheiten fußt. Eine ganz andere Welt, hinter dem Olympiareigen und der Show werden junge Menschen sichtbar, für die der Sport oft die einzige Möglichkeit ist, ihre Lebensbedingungen zu verändern. Ein bisschen schwierig ist es immer, eine Geschichte, die journalistisch recherchiert wurde, in dieser romanhaften Art zu lesen, das wird wohl nie ganz meines werden.
Trümmergöre – Monika Held
Nachdem mich „Der Schrecken verliert sich vor Ort“ dermaßen sprachlos zurückgelassen hatte, war es keine Frage, dass ich auch das neue Buch von Monika Held unbedingt lesen wollte. Trümmergöre – der Name des Romanes ist Programm und wir verfolgen die Spuren einer Jugend in der Nachkriegszeit, die heute wohl Kopfschütteln hervorrufen würde und von mehr als einem Bruch begleitet wird. Monika Held hat die ganz große Gabe, Figuren so plastisch und authentisch zu schildern, dass man sie regelrecht vermisst, nachdem man das Buch beendet hat.
Murmelbrüder – Michela Murgia
Ich muss ehrlich sagen, dass mich die Murmelbrüder lange nicht so berühren konnten, wie es Accabadora tat. Eine nette Geschichte, ein bisschen Erwachsenwerden und Dorfleben in der Erinnerung. Hier fehlte mir der persönliche Bezug zum Erlebten, der ein Buch für mich besonders machen kann.
Vera und das Dorf der Wölfe – Tyra Teodora Tronstadt
Ein Jugendbuch mal fernab der Mainstream-Themen, sowas mag ich ja sehr gern. Hier trifft ein spannendes Thema auf eine gut erzählte Geschichte. Wieder einmal kann man dem Hanser Verlag gratulieren – dort hat man einfach ein Händchen für gute Inhalte!