Hat mich leider eher enttäuscht. Ich wurde mit den Figuren nicht warm, die Ideen waren nicht verkehrt, aber ich glaube, ich hatte etwas ganz anderes erwartet und habe es mit einem „Huch? Das war es schon?“-Gefühl zugeklappt…
Der Club der Traumtänzer – Andreas Izquierdo
Hier und da wurde es mir etwas zu flapsig und unrealistisch, aber nun, das ist eine amerikanische Teenie-Komödie auch, die ich hin und wieder gerne sehe. Trotzdem hat mir der Stil gefallen und Gabor dabei zuzusehen, wie er ein bisschen weiser wird, das war schon sehr unterhaltsam (und ja, es ist eindeutig ein Unterhaltungsroman und der hat seine Sache wirklich ordentlich gemacht – ich fühlte mich unterhalten und hab es ganz schnell gelesen). Die Förderschüler fand ich einfach klasse – für mich die unbezahlbar beste Szene, als er mit den Schülern essen geht…das hatte viel Komik und gutes Timing. Und das Badabing – da musste ich immer schmunzeln. Der Protagonist verändert sich, wird aber immer auch ein wenig oberflächlich bleiben, vielleicht war auch deshalb das Buch an einigen Stellen für mich „too much“ weil es eben aus seiner Sicht passiert. Beim Glücksbüro vom selben Autor ging es mir garnicht so.
Interview mit dem Tod – Jürgen Domian
Ich glaube, ich habe mir etwas anderes unter diesem Titel vorgestellt – und war trotzdem nicht enttäuscht. Die Idee, den Tod als Interviewpartner einzuladen, holperte für mich zwar an einigen Stellen, aber das kann auch an unterschiedlichen Blickwinkeln liegen. Spannend fand ich die Erzählungen über die Arbeit von Jürgen Domian und sehr eindringlich seine eigenen Erfahrungen mit dem Tod und dem Sterben, vorallem auch der Begleitung von Sterbenden, Hospizarbeit und das Erleben. Ein Buch zu einem wichtigen Thema, über das insgesamt noch viel zu wenig gesprochen und geschrieben wird.
Anders – Andreas Steinhöfel
Über dieses Buch haben wir im Kolleginnenkreis schon ganz heftig diskutiert. Bis auf ein Buch habe ich alles von Andreas Steinhöfel gelesen und bezeichne mich selbst als großen Fan. Aber „Anders“ war mir zu anders. Natürlich hat es diesen großartigen Stil von Steinhöfel, und die Interviews, die er rund ums Erscheinen gab darüber, Kindern mehr zuzutrauen beim Lesen – ganz wunderbar! Aber ich tue mich immer sehr schwer mit Fabeln oder märchenhaften Einschüben, Traumwelten und nicht greifbarem innerhalb einer Geschichte – für mich der Knackpunkt meiner Unschlüssigkeit. Aber: meiner Kollegin ging es genau andersherum: sie schätzt diese Art von Erzählung sehr und verkauft das Buch mit viel Herzblut. Wenn ich ihr zuhöre, wie sie es unseren Kunden ans Herz legt, möchte ich es dann doch fast nochmal lesen. Aber nur fast.
Das Blubbern von Glück – Barry Jonsberg
Der ungewöhnliche Aufbau des Buches unterhält von der ersten Seite an, man schliesst Candice Phee und ihre Altklugheit einfach gleich ins Herz. Eine schwierige Familiensituation, mit Humor und einem Schmunzeln erzählt. Candice mag nicht für alle Probleme eine Lösung haben – aber sie versucht alles, was in ihrer Macht steht, um die Dinge ein kleines bisschen besser zu machen. Ab 10 Jahren.
Das Mädchen, das verstummte – Hjorth/Rosenfeld
Was soll und kann ich noch zu Hjorth/Rosenfeld sagen? Die beiden schaffen es mit jedem Band ihrer Krimi-Reihe noch ein Schippchen draufzulegen. Besonders gefällt mir die Entwicklung innerhalb des Teams, die immer spannend bleibt und einen sehnsüchtig auf den nächsten Band warten lässt!
Hanauer Kanon – Hrsg. Dieter Dausien
100 Hanauer wurden nach ihrem Lieblingsbuch gefragt – auch ich. Das erste Buch, was der Buchladen, in dem ich arbeite, herausgibt und ich stehe drin – ein wirklich wunderbares Gefühl. Neben der Bibel, Brüder Grimms Märchen, Harry Potter, Kinderbüchern, Krimis, Liebesgeschichten findet sich auch mein Herzensbuch: Kafka am Strand von Haruki Murakami. Das Projekt hat viel Zeit, Nerven und Kraft gekostet – aber der Stolz, dieses leinengebunde Buch am Ende in den Händen zu halten, über die Seiten zu fahren und die Lieblingsbücher aller zu entdecken, an diesem bunten Strauß Literatur zu schnuppern – unbezahlbar.
Von Männern, die keine Frauen haben – Haruki Murakami
Es reicht eigentlich völlig aus, wenn ich mich wiederhole und sage: Urlaub. Zeit. Ruhe. Murakami und ich, in einem Zimmer, eintauchen in seine Kurzgeschichten. Sie haben sich über die Jahre verändert, aber nicht zum Negativen. Sie sind dichter geworden, er probiert auch ein wenig mehr aus, geht neue Wege. Und doch sind diese Geschichten wie das Treffen von alten Bekannten. Ich bin verzaubert. Verliebt. Das wird sich nicht mehr ändern, in diesem Leben.
Hiob – Joseph Roth
Ein Klassiker, den ich unbedingt kennenlernen wollte, ist er doch eines des Lieblingsbücher einer ganz wunderbar belesenen Freundin von mir. Eigentlich hat sie bereits die perfekte Besprechung zum Buch verfasst, ich versuche es aber dennoch: es ist eine Geschichte über das Leben in harten Zeiten und das Unglück, was sich im unerwarteten Moment doch noch zum Glück wandeln kann. Es ist ein Einblick in eine jüdische Familie und ihren Umgang mit Schicksalsschlägen, in die Momente des Zweifelns und des fester Verwurzelns im Glauben.
Der Ozean am Ende der Straße – Neil Gaiman
Mein erster Gaiman und dank einigen Fans im Kunden und Freundeskreis waren meine Erwartungen hoch. Als ich das Nachwort las, wurde mir klarer, warum mich während des Lesens eine leise Enttäuschung beschlich. Gaiman entwickelte den Roman aus der ursprünglichen Idee einer Kurzgeschichte heraus, was für diese Szenerie auch vollkommen ausreichend gewesen wäre. Ich wurde nicht recht warm mit den Geschehnissen und wartete innerlich glaube ich schlicht auf „mehr“. Gaiman bekommt aber noch eine zweite Chance, denn sein Stil hat mir durchaus gefallen.