Toll! Nur 192 Seiten und doch hab ich nicht das Gefühl das irgendwas zu kurz gekommen sei. Eine Band die aus völlig unterschiedlichen Leuten besteht, das jüngste Mitglied ist etwa 8, die älteste schon weit über 70. Und trotzdem. Sie rocken. Sie wollen auf die Bühne. Und überhaupt: normal sind die alle nicht. Und es macht grandiosen Spaß das zu lesen!
Reinheit des Mördes – Amelie Nothómb
Irre! Sowas hab ich in der Art selten gelesen. Ein kauziger Schriftsteller wird binnen 2 Monate sterben. Er will 5 ausgewählten Journalisten noch ein Interview geben. Während dieser Interviews verdreht er aber völlig die Rollen und schlägt die Journalisten mit ihren eigenen Waffen. Was ein Wortgefecht! Heftig, nichts für schwache Gemüter aber grade deswegen – verdammt gut!
Streiflichter aus Amerika
War richtig nett, hat sich gut gelesen und einige Male hab ich mich beim Kichern, Grinsen und Gackern erwischt. Ist allerdings schon etwas älter, das merkt man an manchen Stellen, auch glaube ich das ich demnächst Bryson auf Englisch lesen muss, ich argwöhne das mir viele Wortwitze wegen der Übersetzung entgehen…;-)
Abbitte – Ian McEwan
Gefällt mir bisher ausnehmend gut, ein toller Schmöker, hat ja doch über 500 Seiten. Bin nun S. 150 und sehr gespannt, welche Bögen und Kreise die Figuren noch schlagen werden, McEwan traue ich da einiges zu. Sehr gefällt mir bisher die Schilderungen die sich wiederholen, aus unterschiedlichen Perspektiven, das charakterisiert so „nebenher“ sehr spannend! Ich glaube das wird ein Lieblingsbuch…[…]
Mein 2ter McEwan, ich war irgendwie erstaunt das es doch rund 530 Seiten sind, so dick sah das Buch garnicht aus ;)
Ich fand den groß. Wie virtuos McEwan hier mit den Charakteren spielt, dieselben Ereignisse aus verschiedenen Blickwinkeln erleben lässt und wie durch eine Lüge, einen Irrtum , drei Leben völlig verändert werden und das über lange Zeit mitverfolgt wird – das ist wirklich ganz großes Kino. Am besten hat mir aber der erste Teil gefallen (es teilt sich in insgesamt 3), dort wurde soviel Spannung aufgebaut, soviele kleine unterschwellige Fährten, das hat mich sehr beeindruckt. Wirklich, sehr, sehr lesenswert!
Die kleine Kartäuserin – Pierre Péju
Nachdem der Buchhändler Vollard die kleine Eva angefahren hat, verbringt der schwermütige Mann mit dem großen Gedächtnis Tage an ihrem Krankenbett, im Gegensatz zur Mutter, die keinen Bezug zu ihrer Tochter findet. Stundenlang rezitiert er aus Büchern die er früher las … um das Koma zu brechen. Kein aufsehenserregender Roman. Aber klein, fein und schön und traurig mit einigen fabelhaften Sätzen drin.
Die Bücherdiebin – Markus Zusak
Hat mir gut bis sogar sehr gut gefallen. Ich musste mich am Anfang etwas in den Stil einlesen, der Erzähler (der Tod persönlich) schweift ab und an in einer Beschreibung sehr ab und benutzt eine andere Schriftart, um manche Dinge (ohne erkennbares Muster) hervorzuheben. Aber das ist Geschmackssache und hat im Endeffekt nicht wirklich nachhaltig gestört. Dieses Buch erzählt von Liesel, der Bücherdiebin. Der Tod begleitet sie zwischen dem Ende der dreissiger Jahre und bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges. Liesel schafft es innerhalb dieses Krieges durch die Macht der Bücher und Worte ihre ganz eigene Welt zu schaffen – ihre eigene Art des Überlebens. Viel mehr möchte ich garnicht sagen, das braucht es bei manchen Büchern garnicht.
Es ist wirklich eine sehr besondere Sichtweise auf Deutschland und die Nazi-Zeit, kein zimperliches Buch, ein ehrliches, mit sehr bildhafter Sprache auf fast 600 Seiten. Ein Buch das ich wirklich als „All-Age“ Titel verkaufen werde, weil es nicht nur Jugendbuch aber auch keine reine Belletristik ist, nicht umsonst gibt es von diesem Titel 2 Ausgaben.
Mieses Karma – David Safier
Die Grundidee ist gut. Wirklich. Und zwischendurch hab ich auch ein paarmal gegrinst. Aber ansonsten wars wirklich nur „nett bis so lala“, viel mehr nicht. Über mehr als knapp 300 Seiten hätte ich das dann auch nicht weitergelesen, so wars okay für zwischendurch.
(Kennt jemand die Serie „Dead like me“? Da ist der Anfang fast exakt derselbe, mit der abstürzenden Raumstation bzw. Teilen aus selbiger…wüsste ja gerne mal, wer da von wem geklaut..+g+)
Die New York Trilogie – Paul Auster
Eine Empfehlung meiner lieben Buchhändlerkollegin Katrin!
Ich bin nicht sicher, ob ich nochmal was von ihm lesen werde. Den ersten Teil fand ich teilweise äusserst sperrig, ich hatte fast das Gefühl, das manche Teile von einem „Fachmann“ geschrieben wurden, der zwar sein Fach beherrscht, aber so eintönig schreibt, das es einen nicht „packt“. Trotzdem gab es in diesem Teil einige richtig tolle Wendungen und Sätze – also so ganz falsch war es doch nicht. Das „zweite“ Buch hat mich von Anfang an mehr fasziniert, allein die Namensgebung war klasse. Das Ende war mehr als verstörend…Und der dritte Teil ist quasi mein Favorit gewesen, eine klassische Kriminalhandlung irgendwie. Und obwohl ich durchaus die Paralellen zwischen den Geschichten gesehen habe, wie sie zusammenhängen, das kann ich jetzt nach einigem Nachdenken noch nicht genau sagen… Und alle Teile liessen mich relativ „verstört“ zurück – sehr unsinnig und seltsam anmutend. Falls Auster mich völlig verwirren und ins Chaos schiessen wollte – das hatter geschafft!
Am Strand – Ian McEwan
In einer „kleinen“ Sache aufs „große Drama“ das mehr ist als nur … ich weiss nicht wie ich dieses Buch beschreiben soll. Ziemlich genial trifft es ganz gut. Aber auch verstörend, gut beobachtet, ungewöhnlich, und psychologisch ganz perfide berichtet es von einer verpatzen Hochzeitsnacht und ihren weitreichenden Folgen…wirklich ein ziemlich gutes Buch. Aber sauschwer zu beschreiben ;-) Hab heute meiner Kollegin die es auch sehr mochte versucht zu erklären wie es mir beim Lesen ging – es folgte eine 10minütige Erklärung meinerseits…
19 Minuten – Jodi Picoult
War mein erstes Buch von der Autorin und wohl nun auch nicht das letzte. Etwas was im Innenklappentext erwähnt wird, trifft es genau: Ihre Bücher sind nicht literarisch. Auch nicht unbedingt „schön“. Aber sehr spannend, genau recherchiert und ihre Figuren wirken sehr eindringlich und menschlich auf mich. Ich habe es jedenfalls dann sehr schnell durchgehabt, weil es einen wirklich interessiert hat. Von der Handlung her kann man eigentlich kurz sagen: die Geschichte eines Amoklaufs aus der Sicht verschiedener Personen, mit Zeitrückblenden. Wirklich sehr gut verwoben, die Tragik jeder einzelnen Person wird gut dargestellt.