Puh, „Perlmanns Schweigen“Â ist mit 637 Seiten nicht grade kurz geraten. Und es ist auch kein Buch das ich jederzeit zur Hand nehmen kann. Es ist von allem ein bisschen: Selbstfindungsroman, Krimi, philosophisch-sprachwissenschaftlich … grade das hat es mir manchmal etwas schwer gemacht, ich denke ich habe nicht alles immer verstanden, was dort behandelt wurde.
Perlmann ist Sprachwissenschaftler, allerdings schon länger nicht mehr innerlich „voll bei der Sache“. Bei einem Kongress den er an sich leitet, entgleitet ihm die Situation nach und nach und bringt ihn an moralische und physische Grenzen…
Spannend ist es trotz sehr großer „Langsamkeit“ auf jedenfall, auch wenn die anderen Charaktere sich innerhalb der Zeit kaum entwickeln, hat man die Szenerie und die einzelnen anderen Teilnehmer dieses „Kongresses“ direkt vor Augen. Man braucht ein bisschen Geduld, aber die hat sich für mich trotzdem gelohnt.
Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede – Haruki Murakami
Tja. Vom Stil her meiner Meinung nach ganz anders, es ist ja auch klar kein Roman. Er beschreibt das zwischendurch ganz gut: „Memoiren“ will er nicht schreiben, nicht so ein großes Aufheben um seine Person. Aber das Laufen, das gehört einfach seit vielen Jahren zu ihm und wenn er von sich erzählt, kann er das gar nicht weglassen. Also hat er das Laufen zum Aufhänger gemacht.
Ich wollte mir die Hälfte der Zeit immer Sätze anstreichen, weil mich viele seiner Gedanken angesprochen haben. Man kann es nicht wirklich „runterlesen“, es ist nicht rund, aber deshalb gefällt es mir auch so gut. Ich hatte an einigen Stellen das Gefühl, obwohl er über Laufen & Schreiben schreibt, gibt es auch in diesen Bereichen Dinge die er nicht erklären kann. Dinge die er hinnimmt, obwohl er nicht weiß warum sie passieren. (Eine Thematik die ich, wenn ich drüber nachdenke, in seinen Romanen auch wiederfinde..) Das hat mich auf gewisse Weise beeindruckt, das es eben das vollkommene Wissen über etwas nie gibt und das er das offen zugibt, statt so zu tun als wäre das was er lebt, der heilige Gral.
Insgesamt – sehr persönlich, richtig gut und eben – Murakami!
Informationen zu Touren und anderen Einzelteilen – Wir sind Helden
Pflichtlektüre, steht auch was über das OPEN FLAIR drin wo ich im strömenden Regen im Konzert stand – hach! Mag die Helden und das Buch ist toll aufgemacht, ich werd damit viel Spaß haben glaub ich […]
Das Buch war super!!! Hatte vorher etwas Bedenken, aber es war klasse. Kurzweilig, es kam sehr viel Atmosphäre rüber, es ist top gestaltet, einige ganz schöne Fotos und viel Aufschlüsselungen über Videos, Konzerte, Songs .. super! Hat mir wieder richtig Lust auf diese Band gemacht, werd nun einen Abend mit den Helden-Songs einlegen. Für Fans – wirklich ein Muß! Für alle die die Helden noch nicht kennen – dann erst recht!
Lange Zähne – Christopher Moore
Kein Buch bei dem ich die ganze Zeit gelacht habe, nein, aber ich habe die kuriosen Einfälle bewundert beim Lesen. Was zum Weglesen, schräg und mit einigen sehr schönen Einfällen rund um Vampire. Mir hats gefallen, ich fands halt nur nicht „zum Brüllen komisch“ sondern eher die ganze Geschichte an sich, gut, sicher und mit Tempo erzählt.
Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot – Sibylle Berg
Das hat mir richtig gut gefallen, lauter kurze Fragmente von Menschen zwischen 16 und 80, die auf irgendeiner Art zusammengehören, aber auch wieder nicht. Herrliche Schilderungen. In vielem erkennt man sich doch erschreckt wieder. Und doch, überall blitzt nochmal Hoffnung auf. Vielleicht gibt es das große Glück ja doch noch, nach all dem Scheiß? Klasse! Von ihr werde ich ganz sicher noch mehr lesen!
Der Geschmack von Apfelkernen – Katharina Hagena
Wirklich ein ganz schönes Buch. Eine etwas verschlungene Familiengeschichte, rund um ein altes Haus, den Geschmack von Apfelkernen, Liebe und Erinnerungen. Einfach nur schön und leicht zu lesen, mit einigen ganz tollen Sätzen und Gedanken. Ein echtes Glücklich-Mach-Sommer-Buch!
Metaphysik der Röhren von Amélie Nothomb
Zuerst fand ich es äusserst seltsam, dann etwas besser, dann richtig schön abgedreht und zuletzt ziemlich genial. Ich weiss auch nicht. Ein schräges Buch und man darf am Anfang nicht aufgeben. Aber trotzdem fand ich es lesenswert.
Die Entdeckung des Hugo Cabret – Brian Selznick
Wahnsinn! So ein irres Buch habt ihr noch nie gesehen. Am besten geht ihr in den nächsten Buchladen, zum Kinderbuch und fangt an es aufzublättern. Die Geschichte fängt nämlich nur mit Bildern an, ein bisschen wie Kino. Dazwischen dann Text und wieder Bilder. Sehr ungewöhnlich aber superfesselnd. Die Geschichte dazwischen ist spannend und man weiss garnicht was man als erstes wiederhaben möchte: Text oder Bilder. Eine Geschichte um Hugo, der in den Schächten des Bahnhofs lebt und die Uhren wartet, damit niemand merkt das sein Onkel der Uhrenwärter verschollen ist…und die eines kleinen Mädchens und seinem Adoptivvater die am Bahnhof einen altmodischen SPielzeugstand betreiben. Und alle haben sie ein Geheimnis…. Wirklich ganz, ganz spitze! Vom Alter her würde ich so ab 11, 12 gehen, aber auch als Erwachsener fand ich das Buch richtig, richtig gut!
Fee, Schwestern bleiben wir immer – Monika Feth
Ein ganz schönes, schmales Jugendbuch. Eine Schwester bleibt zurück, während die andere mit 19 an einer Krankheit stirbt. Mit ihrem Freund fährt sie nach Schottland um Abstand zu gewinnen: im Gepäck Erinnerungen und die Tagebücher ihrer Mutter. Ein ganz schönes Buch. Traurig aber voller JA zum Leben, sensibel erzählt. Hat mir sehr gefallen.
Business Class – Martin Suter
Der Mann hat es auch in Kurzgeschichten echt drauf. Sehr, sehr lustig, bitterböse und für jemand wie mich der einen Vater im Management sitzen hat, nochmal ein besonderes Schmankerl! Klasse!