Generation Doof – Anne Weiss und Stefan Bonner

Es ist ein wenig schwierig. Das ganze Buch ist recht „unterhaltsam“ geschrieben, damit man es nicht vor lauter „Fachjargon“ in die Ecke schmeisst. Ein klares populärwissenschaftliches Buch. Okay, das kann man ihm ankreiden. Aber in den Grundzügen und auch in sehr, sehr vielen Ausführungen der Autoren kann ich nur nicken und sagen: „Ja, so ist es“. So erlebe ich das tagtäglich auch, und ich sehe ähnliche Schwierigkeiten dieser unentschlossenen Generation, die nicht erwachsen werden will und keine Verantwortung tragen möchte und die es eindeutig gibt. Ob dieses Buch aufrüttelt, weiss ich nicht, an sich würde es schon reichen, wenn jeder viell. 10% der gemachten Vorschläge mal beherzigen würde. Aber dafür müsste man das Buch ja lesen. Und die Generation Doof versumpft ja vorm Fernseher…tja..

Unterhaltsam ist es, ein großer Wahrheitsgehalt drin und manchmal möchte man den Kopf schütteln und hoffen, das man nicht auch dazugehört…An sich erzählen die beiden da nichts neues, aber anscheinend ist das nötig, denn sonst gäbe es diese Generation nicht „so“. Was mich ein wenig ärgert – die beiden kreiden „Nachrichtenhäppchen“ und auf „einfach getrimmte“ Sendeformate an – ihr Buch strotzt aber auch vor Witzchen, kurzen Anrissen ohne ein Thema wirklich zu packen. Das liest sich zwar leichter, aber ob sie damit wirklich etwas erreichen – fraglich…

Der Venuspakt – Jeanine Krock

Wenn man Vampirromane mag, ist man mit diesem hier sicherlich nicht schlecht bedient ;-) Einige schöne Nebenfiguren und Verflechtungen, teilweise aber auch so angelegt, das man merkt „Es wird nicht alles aufgelöst“, vieles wird nur gestreift. Die Liebesgeschichte kommt auch nicht zu kurz. Ich fühlte mich ganz gut unterhalten, allerdings kippte die Stimmung des Buches für mich nach einer gewissen Zeit etwas .. es wurde hektischer, das fand ich etwas schade. Aber trotzdem: hat Spaß gemacht.

Vincet – Joey Goebel

Das ist vielleicht ein heftiges Buch. Vincent ist ein kleiner, talentierter Junge, der von einer Academy aufgenommen wird. Ziel der  Ausbildung an dieser Academy ist es, ihn (und viele andere) zu einem Künstler zu machen, damit Film/Fernsehen/Musik endlich wieder Werte und Substanz bekommen. Aber wann kann ein Künstler sein größtes Werk schaffen? Wenn er leidet – und genau dafür ist sein Manager Harlan zuständig…Bitterböse, ironisch, schnell und heftig – man steckt mittendrin in dieser Glitzerwelt und dem wirklich abartigen Experiment, das vor sich geht. Kann man schwer aus der Hand legen …

Die seltsamen Methoden des Dr. Irabu – Hideo Okuda

Das Buch war echt ne kleine Entdeckung! Dr. Irabu ist Psychater – aber seine Methoden sind alles andere als normal. In diesem schmalen Bändchen gibt es 5 Kurzgeschichten rund um den Arzt und seine Patienten und ich war immer neugierig, was dem Mann noch so alles völlig seltsames einfällt. Ich fands herrlich :) Dr. Irabu ist sowas von daneben, das er schon wieder kultig ist!

Der Zementgarten – Ian McEwan

Toller Stil, es liest sich einfach total gut. Von der Geschichte her – ziemlich abgedreht, niemand ist wirklich böse aber niemand ist auch wirklich gut. Die 4 Kinder um die es sich dreht wirken teilweise unter Schock, aber auch schon ihrer „Zeit voraus“. McEwan kann einfach völlig seltsame Situationen so beschreiben, als würden sie jeden Tag, in deiner Nachbarschaft passieren können. Und das ist für mich die ganz große Erzählkunst.

Von der Schönheit – Zadie Smith

Puh, schwierig. Einerseits hat mich das ganze Buch sehr angesprochen. Es waren einige tolle Dialoge drin, eine gut gestrickte Familiengeschichte (bzw. die Geschichte zweier rivalisierender Familien..), wo jeder mal „zu Wort“ kam, mit Witz, Biss und schönster Ironie. Und doch fand ich den Stil nicht unanstrengend, hab ein bisschen damit gekämpft. Trotzdem alles drin, was man so „braucht“ Liebe, Intrige, Identitätsfindung, Spannung, Geheimnis … mhm. Keine totale Empfehlung von mir, aber ich habs auch nicht ungern gelesen ;-) Gibt so Bücher ^^

Ein todsicherer Job – Christopher Moore

Gut! Gut! Gut! Da waren die Vorschusslorbeeren nicht zuviel: hier hab ich richtig viel gelacht und meinem Freund draus vorgelesen: soviele schöne, skurril-lustige Ideen und Figuren. Charlie steht nach dem Tod seiner Frau nicht nur mit seiner neugeborenen Tochter Sophie alleine da. Nein, er hat auch noch einen neuen Job: Seelen sammeln. Nur ist das nicht ganz so einfach – und so richtig Lust hat er auf den Job auch nicht…egal, er wird mitgerissen und gerät in einen Strudel voller schräger Gestalten, sterbenden Haustieren, Höllenhunden, seltsamen Wesen aus der Kanalisation und, und, und. Vorallem die liebevoll ausstaffierten Nebenfiguren (Lily, seine Gothic-Ladenaushilfe und seine lesbische Schwester die ständig seine Anzüge klaut) fand ich echt klasse.

Mehr, Moore, MEHR!

Wer anders liebt – Karin Fossum

Der neue Krimi von Frau Fossum. Was ich an ihr mag ist das sie sehr „klare“ Bilder schafft, ihre Charaktere habe ich gleich zu Anfang immer sehr genau im Kopf. Ist viell. nichts für Leute die „mitermitteln“ wollen – Fossum macht wenig Geheimnis und setzt ihre Stärken darin ein, zu ermitteln WIE und WARUM es passiert. Mich hat das Buch sehr angesprochen, es behandelt einen sehr sensiblen Zweig in Sachen Kindesmißhandlung, der auch von den Ermittlern durchaus kontrovers diskutiert wird. Da kann man auch nach dem Krimi nochmal drüber nachdenken….

Schmettering und Taucherglocke – Jean-Dominique Bauby

Wurde 2008 verfilmt, das Buch gibt es ja schon seit rund 10 Jahren. Die Besonderheit besteht darin, das es vom Autor mit einem speziellen Alphabet diktiert wurde – mit der Wimper. Der Autor leidet an dem Locked-In-Syndrom und kann nur durch diese Bewegung mit der Aussenwelt kommunizieren. Es gab einige schöne Stellen, abgesehen davon das ich einen Mordsrespekt vor dieser Leistung habe, insgesamt hat mich das Buch aber vom Inhalt her nicht sehr angesprochen – leider.

Eine Klasse für sich – Curtis Sittenfeld

Liest sich super „runter“, hatte ich in kürzester Zeit durch, obwohl es nicht ganz dünn ist. Erzählt den Alltag an einer Elite-Highschool in Boston, erzählt von einer Aussenseiterin, die vielleicht nicht mal ganz unschuldig daran ist, das sie dazu wird. Die ganze Atmosphäre dieser Schule (über Geld wird nicht gesprochen, aber man kann es überall sehen…etc.) und auch die Handlungsweise des Mädchens kommen gut rüber, eine Geschichte in der man sich fest liest.