Rico, Oscar und der Diebstahlstein – Andreas Steinhöfel

So manchen Autor mag man einfach so sehr, das man richtiggehend leidet, wenn ein neues Buch auf sich warten lässt. Auf Andreas Steinhöfel und seine zwei Helden Rico und Oscar allerdings würde ich auch 10 Jahre warten, wenn er denn nur weiterschreibt. Diese zwei – hochbegabt und tieferbegabt – sind einfach absolut herrlich und ich versteige mich mal zu der Behauptung das die Reihe um diese beiden definitiv Klassiker-Status im Kinder und Jugendbuch erreichen wird. Wiedermal hat mich Steinhöfel begeistert, bezaubert, nachdenklich gemacht und das Buch wurde danach zärtlich zu seinen beiden Vorgängern in meine Steinhöfel-Ecke gestellt. Aus tiefstem Herzen – Danke und schreiben Sie weiter!

(Und ja, ich bin ganz knapp davor mein Autogramm von der Messe einzurahmen…)

Hasenleben – Jens Steiner

Im Zuge eines Lesekreises der Longlist des DPB, hier mein Diskussionsbeitrag: Also, Hasenleben. Ich war zunächst sehr angetan – eine tolle Sprache, sehr lebendige Sprachbilder vor meinem Auge – die Geschichte fand ich zu Anfangs auch spannend. Das ging so über weite Strecken und man wusste nicht so genau wohin der Autor steuerte. Dann gab es (auch erzählbedingt) einen Bruch im Buch der mich überhaupt nicht ansprach. Im Nachhinein wars verständlicher, ich hab mich aber einige Seiten lang gequält. Danach wars aber wieder okay. Insgesamt also immer noch eine gute Note, wäre da der Bruch nicht gewesen…irgendwie schad.

Der Hals der Giraffe – Judith Schalansky

Im Zuge eines Lesekreises der Longlist des DPB, hier mein Diskussionsbeitrag: Das passte für mich, jetzt mal rein von der literarischen Komponente prima auf die Longlist – vielleicht sogar die Shortlist. Ein sehr klarer, prägnanter Stil, fast schon ein wenig wütend, manchmal sehr stakkato. Von der Geschichte her (es sind 3 Tage im Leben einer Biologielehrerin) hat es mich so mittelmässig angesprochen – ein paar Dinge fand ich sehr vorhersehbar, einiges wiederholte sich ein wenig. Was aber wirklich genial gemacht ist, die Ausstattung (wunderschön, bei Suhrkamp) grafisch sehr ansprechend – auch innerhalb des Buches viele Illustrationen. Und da bekommt die Geschichte dann auch wieder einen Stern mehr von mir – die Übertragung von Biolgie und den „Arten“ auf eine Schulklasse, die Verknüpfung dieser beiden „Aufzuchtbecken“ sozusagen, das ist schon sehr gekonnt (vorallem wenn ich das Alter der Schriftstellerin bedenke). Doch, hat sich gelohnt.

König, Dame, Joker – Louis Sachar

Spätestens seit Löcher bin ich ein riesengroßer Fan dieses Autors. Seine originellen Ideen faszinieren mich – und so liest man hier zunächst die Einleitung, in der Sachar ganz herrlich versucht zu erklären, warum er denn nun gerade ein Jugendbuch schreiben wollte, das sich zum großen Teil mit Bridge befasst – nicht gerade ein Sport der dafür berühmt ist, hip bei Jugendlichen zu sein. Und noch dazu soll der siebzehnjährige Alton seinem blinden Onkel Lester (steinreich aber verbittert) beim Bridge-Spiel nur assistieren …

Nachdem ich das Buch nichtsdestotrotz verschlungen habe, kann ich nur sagen: Bitte schreiben Sie noch mehr! Bridge ist manchmal so spannend, dass ich mich dabei erwischt habe, mit den Füßen zu kippeln und die Luft anzuhalten, weil ichs kaum ausgehalten habe. Noch dazu ist die Geschichte so liebevoll geschrieben und weist an einigen Stellen ganz herrliche Selbstironie auf. Außerdem positiv zu bemerken: wenn man die Bridge-Beschreibungen nicht so sehr mag, kann man diese Teile überspringen und bekommt den Inhalt sehr kurz zusammengefasst – und trotzdem bleibt es immernoch ein ausgesucht gutes Jugendbuch!

Die Manana-Kompetenz – Jung/Storck

Für mich funktioniert die Manana-Methode gut – der Ratgeber ist klar gegliedert, liest sich schnell und hat die wissenschaftlichen Aspekte ansprechend verpackt. Habe nach dem Lesen einige Methoden in den letzten Wochen praktiziert und empfinde sie als griffig und gut einsetzbar im Alltag. Kurzgefasst geht es bei Manana um Entspannungsmomente trotz oder gerade wegen Stress – den ja so ziemlich jeder kennt und hat.

Allmen und der rosa Diamant – Martin Suter

Fortsetzungen sind ja immer so eine Sache. Bei diesem Werk habe ich öfter gelesen, es wäre längst nicht so gut wie der erste Teil. Ich empfand das aber garnicht so – dieser Teil ist ruhiger, die Krimi-Handlung viel gemächlicher. Aber gerade deshalb weil Suter eben probiert und sich einfach auf seine Figuren einläßt, hat mir dieser zweite Teil wieder genausogut gefallen. Ich für meinen Teil werde die nächsten Bände auch sicherlich kaufen!

Freak City – Kathrin Schrocke

Wieder ein Buch auf das ich durch die Nominierung für den deutschen Jugendliteraturpreis aufmerksam geworden bin. Eine Liebesgeschichte für Jugendliche mit einem ungewöhnlichen Thema. Denn Lea, die Mika kurz nach der Trennung von seiner Freundin Sandra kennenlernt ist gehörlos….Was Schrocke hier schafft ist eine Gratwanderung der besonderen Art. Sie erzählt eine Liebesgeschichte wie sie wohl fast jedem Jugendlichen mal widerfährt – von der ersten großen Liebe, die auseinandergeht, von neuen Anfängen und Eifersucht, vom Wieder-wollen und Sich-entscheiden müssen. Was dieses Buch aber zu einem echten Juwel macht, ist die Auseinandersetzung Mikas mit der Gehörlosigkeit von Lea – eine neue Welt die er entdecken muss (und mit ihm der Leser) – und in der es ihm durchaus nicht leicht gemacht wird. Das Buch vereint einige „goldene Szenen“ die einem im Gedächtnis bleiben, einiges an Gedankenanstößen und letztendlich – es ist verdammt gut erzählt! Ganz große Empfehlung!

Emerald: Die Chroniken von Anbeginn – John Stephens

Hier finden wir einen Auftakt zu einer neuen Fantasy-Trilogie. Insgesamt macht der Band schon Lust auf mehr, wartet mit fantasievollen Ideen und sympathischen Charakteren auf. Allerdings ist er auch sehr vollgepackt – ich frage mich, was in den nächsten Bänden noch alles kommen soll, passiert doch hier schon extrem viel. Trotzdem: spannend, süffig geschrieben – für Fantasy-Fans einen Blick wert!

Süß wie Schattenmorellen – Claudia Schreiber

Ein Gefühl für schräge, herrlich skurrile Gegebenheiten hat Claudia Schreiber, das muss man ihr lassen. Ganz in Tradition von „Emmas Glück“ hat dieser Roman wieder sehr eigenwillige Hauptpersonen die, es scheint in einer völlig anderen Welt leben – und doch ist es nur Nordhessen. Einige Dorfbewohner dieses Landstriches sind so lebendig gezeichnet das man sich fragt, wo genau dieses Dorf liegt – denn das muss es wirklich geben. Der Roman zündet, für mich vorwiegend auf den ersten 150 Seiten, total. Leider – und das tut mir richtiggehend weh, weil ich diese Autorin nach einigen Lesungen bei uns wirklich sehr mag – fällt die Geschichte für mich dann kontinuierlich ab. Vielleicht ist das gewollt, es soll nicht gefallen, es soll anecken und polarisieren – ich war aber irgendwie frustriert ob der Ereignisse, konnte mich nicht mehr einfühlen. In seiner Gesamtheit ist das Buch trotzdem lesenswert! Und der Schluss gibt ja auch einiges her – an Diskussionsstoff!

Gute Geister – Kathryn Stockett

Als ich anfing, fand ich das Buch nett. Nach 100 Seiten war mir klar das dieses Buch etwas Großes werden würde. Am Ende saß ich gebannt da, mitten in der Nacht, konnte nicht aufhören und musste nach dem Ende gerade nochmal die ersten Seiten von vorn lesen. Ich wollte das dieses Buch nicht endet! Ich war dort. Ich saß bei Aibileen am Küchentisch, ich tippte mit Miss Skeeter auf der Schreibmaschine, ich geriet mit Minny in Rage. Ein großartiger, begeisternder Roman voller Mut und Kraft!