Aus den Fugen – Alain Claude Sulzer

Ein gefeierter Pianist beendet völlig unvermittelt sein eigenes Konzert – er kippt seinen Stuhl um und verlässt, ohne sich umzudrehen die Bühne. Mit dieser schönen Szenerie beginnt das Buch. Um den Pianisten und diesen ungewöhnlichen Konzertabend ranken sich so einige Schicksale. Leider können diese nicht alle ganz mit dem starken Anfangsmotiv mithalten – es bleibt unterhaltsam, erreicht aber nicht die Intensivität, die es hätte haben können. Ein kleines bisschen schade, trotzdem gerne gelesen.

Onkel Toms Hütte – Harriet Beecher Stowe

Hier bleibt nicht viel zu sagen – ein Klassiker, den ich schon sehr viel früher hätte lesen wollen und sollen, wird doch sehr häufig auf dieses Buch Bezug genommen in der Literatur. Nun hatte ich Wartezeit zu überbrücken, das Buch stand dort im Regal und ich habe es endlich gelesen und bin froh darum – kann also nur empfehlen, falls noch nicht bekannt, dieses Buch zu lesen ;-)  .

Zwitschernde Fische – Andreas Séché

Eine schwärmerische, fast verschwenderisch ausgeschmückte Geschichte über Bücher, Literatur und das Lesen. Was mich zu Anfang bezaubert hat wurde mir zum Schluss hin ein klein wenig zuviel des Guten – aber das Buch entführt einen für eine Weile in ganz andere Gefilde, lässt einen träumen und schwelgen – ein schönes Buch für den Urlaub, wenn der Alltag mal ganz weit weg rücken soll. Für Wortverliebte und Buchliebhaber sowieso.

Die statistische Wahrscheinlichkeit von Liebe auf den ersten Blick – Jennifer Smith

Von der Gestaltung und dem Titel her erwartete ich eine romantische Liebesgeschichte, wohl nah am Kitsch, eben was fürs Herz . Ich bekam stattdessen eine sensibel erzählte Geschichte über den Umgang mit der  Trennung der Eltern  UND eine Liebesgeschichte, eine wirklich toll erzählte noch dazu, in der es auch nicht an Humor mangelt. Das war wirklich eine schöne Entdeckung im Jugendbuch!

Mamas Vermächtnis – Herrad Schenk

Ein Mutter-Tochter-Verhältnis aus der ganz anderen Warte. Als ihre Mutter stirbt ist Thea selbst schon fast siebzig – und sieht sich plötzlich einem ganz neuen Leben gegenüber, so ganz ohne „Mamachen“. Herrad Schenk mag ich seit „In der Badewanne“ sehr gern, denn sie hat das Talent, in einen humorvollen Roman noch so einige Zwischenböden an Tiefe und auch Satire einzuziehen – und das ganze noch mit  sehr klugen Gedanken zu garnieren. Auch hier nimmt sie den Befreiungsschlag der Tochter zum Anlass, ein ganzes Leben zu beleuchten und vorallem die Frage – was ist Thea denn noch – außer Tochter? Und nicht zuletzt – wer war eigentlich Mamachen?  Hat mir wieder richtig gut gefallen!

Man sagt sich mehr als einmal Lebewohl – David Servan-Schreiber

Manche Bücher rühren einen aufgrund der eigenen Biographie mehr an, als andere. Hier kann ich nur für mich, völlig subjektiv und persönlich sagen, es hat mich sehr berührt und demütig werden lassen und beim Lesen habe ich wirklich Taschentücher gebraucht. Es ist ein kleines, schmales Bändchen das Servan-Schreiber kurz vor seinem Tod noch vollendet hat. Indem er über das Sterben schreibt, so schreibt er auch gleichzeitig über das Leben und bei sovielen Gedanken habe ich mich angesprochen gefühlt. Ich empfand es als sehr mutig, dieses Buch zu schreiben, denn der Autor war selbst Arzt und hatte mit seinem „Antikrebs-Buch“ für viel Aufsehen gesorgt. Für mich sehr eindringlich setzt er sich auch mit seiner Umwelt auseinander, die ihm auf unterschiedlichste Art und Weise zusetzt – warum seine eigenen Tipps bei ihm versagen zum Beispiel. Er ist gradlinig und ehrlich, was mir sehr  imponiert hat. Er versucht nicht, DEN Weg aufzuzeigen. Er erzählt seine Geschichte. Ich wünsche diesem Buch viele, viele Leser, ob selbst betroffen, Angehörige, Freunde oder Menschen die offen sind für Gedanken, die man sich im alltäglichen Leben so nicht macht.

Beim Lesen dachte ich an eine ganz spezielle Frau, der ich diesen Leseeindruck widme.  Und ich bin sicher, wären sie und der Autor zusammen ein Bier trinken gegangen, ihre Ansichten wären die gleichen gewesen. U – Du fehlst immer!

Der Passfälscher – Cioma Schönhaus

Dr Untertitel lautet: Die unglaubliche Geschichte eines jungen Grafikers, der im Untergrund gegen die Nazis kämpfte. Viel passender kann man es kaum beschreiben. Denn die Geschichte ist wirklich unglaublich, die Situation mehr als einmal brenzlig, und lange nicht alle Menschen um den jüdischen Grafiker herum schaffen es wie er, unerkannt zu bleiben. Cioma Schönhaus hatte Schneid (und manchmal ein Gottvertrauen, welches fast schon Leichtsinn grenzte) und hat vielen Menschen durch sein Passfälschen das Leben gerettet. Das Buch lebt durch seine Geschichte, es ist sprachlich und erzähltechnisch nicht wahnsinnig ausgefeilt – allerdings gibt es Themen, bei denen so etwas in den Hintergrund tritt – und auch treten darf. Hier zählt die Stimme eines Überlebenden mehr.

Für den Rest des Lebens – Zeruya Shalev

Voller Wucht und Eindringlichkeit schildert Zeruya Shalev die Facetten einer Familie über 3 Generationen – in einer bildhaften, wundervollen Sprache die einen berührt zurücklasst…Meine erste Shalev und ganz sicher nicht meine letzte! Ja, man braucht einige Tage (und Ruhe!) für das Buch, weil es wirken muss – die Sätze sind lang, manches Mal fast ohne Anfang und Ende, aber genau das ist es was für mich den Reiz des Romans ausmacht.

Unbedingt erwähnen muss man die Tiefe, in die Shalev uns mitnimmt, intensiv spürt man den so oft schmerzhaften Gefühlen der Protagonisten nach. Eine Betrachtung der Familie,  3 eigenwillige Figuren und auch wenn viel Schweres den Roman bewohnt, so finden sich hier und dort doch kleine, wunderschöne Betrachtungen und Wörter und bilden so gemeinsam ein großes, sehr rundes Werk. Ein ganz wichtiger Lesetipp!

Die wundersame Reise des kleinen Kröterichs – Yaakov Shabtai

Ein Kinderbuch das ich allein wegen des Anfangs kaufen musste – ein Buch indem die Hauptfigur ein kleiner Kröterich, genannt Klein-K. ist, kann doch nur wunderbar werden. Diese Geschichte, die ein wenig wie eine Fabel anmutet ist die Geschichte einer Reise, vom Erwachsen-werden, von falschen Freunden, bunten Erlebnissen, anstrengenden Tagen und der Suche nach sich selbst und dem schönsten Ort der Welt. Fast nebenbei fliessen so manche Lebensweisheiten ein und man kann diese Geschichte sicherlich mehrmals lesen und jedesmal wieder eine neue Facette entdecken. Definitiv nicht nur für Kinder sondern auch eine große Empfehlung für Erwachsene – eine besondere Perle im Kinderbuch, unangepasst, anders und erkenntnisreich.