Schlechter Sex – Mia Ming

33 Frauen berichten über ihre Erlebnisse mit Sex – die eher unangenehmen. Ich fands unterhaltsam, lustig und finde es ne amüsante Lektüre, wo vielleicht wirklich der eine oder andere noch was lernen kann – ich glaube so ziemlich jeder kann sich im einen oder anderen wiederfinden. Im Gegensatz zu einigem sonst so „tabubrüchlichen“ was momentan so gehypt wird  (Ich sage nur Feuchtgebiete..) – das hier war wenigstens auf dem Boden, ehrlich und graderaus. Danke!

Der Zementgarten – Ian McEwan

Toller Stil, es liest sich einfach total gut. Von der Geschichte her – ziemlich abgedreht, niemand ist wirklich böse aber niemand ist auch wirklich gut. Die 4 Kinder um die es sich dreht wirken teilweise unter Schock, aber auch schon ihrer „Zeit voraus“. McEwan kann einfach völlig seltsame Situationen so beschreiben, als würden sie jeden Tag, in deiner Nachbarschaft passieren können. Und das ist für mich die ganz große Erzählkunst.

Ein todsicherer Job – Christopher Moore

Gut! Gut! Gut! Da waren die Vorschusslorbeeren nicht zuviel: hier hab ich richtig viel gelacht und meinem Freund draus vorgelesen: soviele schöne, skurril-lustige Ideen und Figuren. Charlie steht nach dem Tod seiner Frau nicht nur mit seiner neugeborenen Tochter Sophie alleine da. Nein, er hat auch noch einen neuen Job: Seelen sammeln. Nur ist das nicht ganz so einfach – und so richtig Lust hat er auf den Job auch nicht…egal, er wird mitgerissen und gerät in einen Strudel voller schräger Gestalten, sterbenden Haustieren, Höllenhunden, seltsamen Wesen aus der Kanalisation und, und, und. Vorallem die liebevoll ausstaffierten Nebenfiguren (Lily, seine Gothic-Ladenaushilfe und seine lesbische Schwester die ständig seine Anzüge klaut) fand ich echt klasse.

Mehr, Moore, MEHR!

Perlmanns Schweigen – Pascal Mercier

Puh, „Perlmanns Schweigen“  ist mit 637 Seiten nicht grade kurz geraten. Und es ist auch kein Buch das ich jederzeit zur Hand nehmen kann. Es ist von allem ein bisschen: Selbstfindungsroman, Krimi, philosophisch-sprachwissenschaftlich … grade das hat es mir manchmal etwas schwer gemacht, ich denke ich habe nicht alles immer verstanden, was dort behandelt wurde.
Perlmann ist Sprachwissenschaftler, allerdings schon länger nicht mehr innerlich „voll bei der Sache“. Bei einem Kongress den er an sich leitet, entgleitet ihm die Situation nach und nach und bringt ihn an moralische und physische Grenzen…
Spannend ist es trotz sehr großer „Langsamkeit“ auf jedenfall, auch wenn die anderen Charaktere sich innerhalb der Zeit kaum entwickeln, hat man die Szenerie und die einzelnen anderen Teilnehmer dieses „Kongresses“ direkt vor Augen. Man braucht ein bisschen Geduld, aber die hat sich für mich trotzdem gelohnt.

Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede – Haruki Murakami

Tja. Vom Stil her meiner Meinung nach ganz anders, es ist ja auch klar kein Roman. Er beschreibt das zwischendurch ganz gut: „Memoiren“ will er nicht schreiben, nicht so ein großes Aufheben um seine Person. Aber das Laufen, das gehört einfach seit vielen Jahren zu ihm und wenn er von sich erzählt, kann er das gar nicht weglassen. Also hat er das Laufen zum Aufhänger gemacht.
Ich wollte mir die Hälfte der Zeit immer Sätze anstreichen, weil mich viele seiner Gedanken angesprochen haben. Man kann es nicht wirklich „runterlesen“, es ist nicht rund, aber deshalb gefällt es mir auch so gut. Ich hatte an einigen Stellen das Gefühl, obwohl er über Laufen & Schreiben schreibt, gibt es auch in diesen Bereichen Dinge die er nicht erklären kann. Dinge die er hinnimmt, obwohl er nicht weiß warum sie passieren. (Eine Thematik die ich, wenn ich drüber nachdenke, in seinen Romanen auch wiederfinde..) Das hat mich auf gewisse Weise beeindruckt, das es eben das vollkommene Wissen über etwas nie gibt und das er das offen zugibt, statt so zu tun als wäre das was er lebt, der heilige Gral.
Insgesamt – sehr persönlich, richtig gut und eben – Murakami!

Abbitte – Ian McEwan

Gefällt mir bisher ausnehmend gut, ein toller Schmöker, hat ja doch über 500 Seiten. Bin nun S. 150 und sehr gespannt, welche Bögen und Kreise die Figuren noch schlagen werden, McEwan traue ich da einiges zu. Sehr gefällt mir bisher die Schilderungen die sich wiederholen, aus unterschiedlichen Perspektiven, das charakterisiert so „nebenher“ sehr spannend! Ich glaube das wird ein Lieblingsbuch…[…]

Mein 2ter McEwan, ich war irgendwie erstaunt das es doch rund 530 Seiten sind, so dick sah das Buch garnicht aus ;)
Ich fand den groß. Wie virtuos McEwan hier mit den Charakteren spielt, dieselben Ereignisse aus verschiedenen Blickwinkeln erleben lässt und wie durch eine Lüge, einen Irrtum , drei Leben völlig verändert werden und das über lange Zeit mitverfolgt wird – das ist wirklich ganz großes Kino. Am besten hat mir aber der erste Teil gefallen (es teilt sich in insgesamt 3), dort wurde soviel Spannung aufgebaut, soviele kleine unterschwellige Fährten, das hat mich sehr beeindruckt. Wirklich, sehr, sehr lesenswert!

Am Strand – Ian McEwan

In einer „kleinen“ Sache aufs „große Drama“ das mehr ist als nur … ich weiss nicht wie ich dieses Buch beschreiben soll. Ziemlich genial trifft es ganz gut. Aber auch verstörend, gut beobachtet, ungewöhnlich, und psychologisch ganz perfide berichtet es von einer verpatzen Hochzeitsnacht und ihren weitreichenden Folgen…wirklich ein ziemlich gutes Buch. Aber sauschwer zu beschreiben ;-) Hab heute meiner Kollegin die es auch sehr mochte versucht zu erklären wie es mir beim Lesen ging – es folgte eine 10minütige Erklärung meinerseits…

Hard-Boiled Wonderland und das Ende der Welt – Haruki Murakami

Bin sehr gespannt, hab ja verdammt hohe Ansprüche, so als Murakami-Fan. Es gab Bücher von ihm die mich sofort in ihren Bann gezogen haben – hier ging es mir bisher nicht so. Trotzdem hat es was. Einige Feinheiten erkennt man sofort wieder, Motive die sich in späteren Büchern wiederholen. Mhmm. Ich bin wirklich SEHR gespannt wie es weitergeht. […]

Heute morgen, noch beim Haareföhnen die letzten 10 Seiten fertiggelesen – sonst hätte ich nicht zur Arbeit fahren können . Tja, schwierig. Einerseits – grandios komponiert, wie sich die 2 Welten am Ende „mischen“, das ist wirklich super gut gemacht. Ich war jedenfalls bis zum Ende gespannt, gebe aber auch zu das ich, wenn ich in einer Geschichte drinstecke, selten herumgrüble wie es ausgeht, ich will es ja garnicht vorher wissen . Murakami ist wirklich schwierig, für jeden Menschen würde ich jeweils einen anderen empfehlen, es kommt ganz darauf an, was man erwartet. Dieser hier zählt nun nicht zu meinen Lieblingen, weil ich mich sehr wenig selbst damit identifizieren kann. Andererseits hat er so schräge Einfälle, so schöne Szenen und eine bildhafte Sprache, das ich das Buch auch nicht wirklich „nicht gut“ finden kann. Bizarr ^^