Hoffnung: Eine Tragödie – Shalom Auslander

Bitterböse, rabenschwarz, ich bin fast aus dem Bett gefallen vor Lachen und habe quasi die Hälfte des Buches meinem Mann vorgelesen, weil ich das einfach teilen musste. Intelligent und wirklich tragigkomisch, teilweise völlig ins Absurde abgleitend – grandios! Mehr darf man eigentlich garnicht verraten, um nichts vorwegzunehmen, aber eines kann ich sagen: der Humor den der Autor hier an den Tag legt, wird er sich hoffentlich sein Leben lang bewahren. Denn auch wenn einem so manches hart an der Grenze vorkommen wird und einem manchmal fast das Lachen im Halse steckenbleiben will, so ist es doch genau diese Eigenschaft, die vieles im Leben von Auslanders Protagonisten zusammenhält.

Mini-Shopaholic – Sophie Kinsella

Ich muss gestehen, ein bisschen sentimental wurde ich jetzt doch, so mit dem letzten Band der Reihe. Dafür hat Kinsella aber auch ein schönes Feuerwerk abgebrannt, alle liebgewonnenen Figuren auftreten lassen und einen schönen Abschluss gefunden. Ich weiss nicht, wieviel ich noch von Kinsella lesen werde, aber Becky B. ist eine Persönlichkeit, die man so leicht nicht vergisst und durch die ich endlich wieder motiviert war, mehr im Original zu lesen.

Herr Klee und Herr Feld – Michel Bergmann

Ich liebe die Teilacher! Und diesen dritten Teil…Hach, was für ein Roman! Ich habe zu Anfang soviel gelacht, über die beiden ungleichen Brüder, die sich im Alter eigentlich nur noch mehr in ihren eigenen Sturheiten, Ritualen und Leben festgefahren haben. Das führt zu so einigen fast auswegslosen Situationen, nicht zu vergessen die neue Angestellte im jüdischen Haushalt, die junge Palästinenserin Zamira – Bergman hat hier ein paar unvergessliche Dialoge und Gedanken niedergeschrieben. Und zum Ende hin hat mich das Buch weinen lassen, weil ich das Gefühl hatte, hier gute Freunde zu verlieren. Ganz große Empfehlung, am besten gleich alle drei Bände kaufen!

Das Glücksbüro – Andreas Izquierdo

Ich habe eine große Schwäche für verschrobene und schrullige Charaktere. Und Albert, der im Amt für Verwaltungsangelegenheiten seit vielen Jahren Dienst tut (pflichtschuldigst!) und von allen unbemerkt, auch im Amt lebt, hat mein Herz im Sturm erobert! Dieses Buch strotzt vor herrlichen Einfällen, man grinst viel beim Lesen, ein echtes Wohlfühlbuch mit einigen kleinen magischen Einsprengseln und nicht zuletzt einer Liebesgeschichte…!

Finn remixed – Oliver Uschmann

Endlich wieder Finn! Diese Reihe für Jungs ab 12 ist einfach ein Geschenk für jugendliche Leser – witzig und mit einer gehörigen Portion Coolness. Auch der dritte Band um Finn, Lukas und Flo ist wieder gelungen, auch wenn ich ein paar klitzekleine Abstriche machen möchte – die ein oder andere Idee hätte ruhig mehr ausgeführt werden können, so wirkte es hier und da ein wenig gehetzt bzw. wurde nicht alles schlüssig geklärt. Einige Seiten mehr hätten mir gut gefallen. Trotzdem: Lesefutter und bei uns eine der beliebtesten Reihen.

Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters – Tilman Rammstedt

Wenn ich einen jungen, deutschen Autoren nennen müsste, der es schafft, witzig zu schreiben, ohne dabei platt zu wirken, der intelligent schreibt und mit einer wunderbaren Komik und dabei stets sein Niveau hält – Tilman Rammstedt! Wiedermal fühlte ich mich herrlich unterhalten, eine absurde Geschichte die mich begeistert hat: wer hätte nicht gerne einen solchen Bankberater? Ich kann nur sagen: bitte, bitte bleiben Sie dem Schreiben gewogen, lieber Herr Rammstedt – mein Bücherregal braucht Sie!

Blasmusikpop – Vea Kaiser

Ich hatte das Buch bei den Leseexemplaren gesehen. Den Titel fand ich gewöhnungsbedürftig, das Cover ziemlich schlimm und ich dachte: „Naja, nimmste es mal mit, liest 30 Seiten und dann weisst Du auch, dass es nichts für Dich ist“ … tja, Pustekuchen! Ich habe es ganz gelesen, sehr schnell und mit wachsender Begeisterung – würde John Irving Heimatromane schreiben, er klänge ein wenig wie Vea Kaiser (die auch allen Ernstes zwei Jahre jünger ist als ich und schon so einen Wahnsinnsroman vorlegen kann, das deprimiert mich ein wenig…also, ich sollte mich mal ranhalten!). Was für ein herrlicher, herzerfrischender Roman, schräg aber mit viel Liebe zum Detail und den Menschen des kleinen Bergdörfchens St. Peter am Anger. Mir bleibt nur zu sagen: Dieses Buch ist so gut, wie die Alpen hoch sind, jawohl!

Log out! – Oliver Uschmann/Sylvia Witt

Hier haben die beiden Autoren wieder ein Jugendbuch nach meinem Geschmack geschrieben: interessanter Plot, die Verbindung von moderner Technik mit dem gleichzeitigen Wunsch, etwas eigenes, anderes zu tun und auszubrechen. 100 Tage „Log out“ – ohne Geld, ohne Arbeit, ohne Wohnung aber mit einem Blog, der über die Geschehnisse berichtet. Mir gefällt es, wie die beiden die aktuelle Nachrichtenkultur und Trends ein wenig demontieren, mit leiser oder auch mal lauterer Kritik, aber stets mit viel Witz und unerwarteten Wendungen. Wieder ein schöner Schmöker, meiner Meinung nach auch für Jugendliche, die sonst eher weniger zum Buch greifen – hier bekommen sie intelligente Unterhaltung ohne moralischen Zeigefinger, dafür mit viel Identifikationspotential.

Mörderische Bilderrätsel – Grunewald/Kögel

Für mich der beste der bisher drei Lokalkrimis aus der Feder des Autorenduos. Spannender Fall, Hanauer Geschichte die man so vielleicht noch nicht kannte, der Umbau wird amüsant und mit einer großen Prise Wahrheit aufs Korn genommen. Der etwas derbe Witz rund um die Liebschaften des jungen Kommissars war mir manchmal etwas zu dick aufgetragen, aber nu. Trotzdem, für lokal ansässige Leser, sehr vergnüglich und unterhaltsam zu lesen!