Ein kleines, tolles, rotes Buch, kann mich da nur allen Lobeshymnen anschliessen. Hab mich wirklich sehr amüsiert und fands einfach nur klasse…;-) Wenn die Queen anfängt zu lesen, verändert das nicht nur sie selbst…
Schlagwort: Roman
Kleine Vogelkunde Ostafrikas – Nicholas Drayson
Mal etwas ganz anderes. Sehr charmant erzählte Geschichte von Mr. Malik, der seit Jahren die Vogelführerin Rose, die wie er selbst verwitwet ist, verehrt. Heimlich allerdings. Als der angeberische Harry Khan, ein ehemaliger Schulkamerad (der ihm so gar nicht in guter Erinnerung geblieben ist) allerdings auch ein Auge auf Rose wirft, soll eine Wette das Problem gentlemanlike lösen…während Khan alle Regeln umgeht und scheinbar damit durchkommt, geht bei Malik schief, was nur schiefgehen kann – ob er sich davon entmutigen lässt? Wer gewinnt am Ende das Herz von Rose?
Dieser kurze Roman ist äußerst amüsant, sehr gut beobachtet und einfach toll erzählt. Fand ich klasse!
Murp! – Oliver Uschmann
Dieses Buch aus der Hartmut & Ich Reihe hat wieder mehr von den tollen, abgedrehten Hartmut Ideen als der Vorgänger Wandelgermanen. Einige Stellen sind einfach nur zum totlachen…es empfiehlt sich aber, zumindestens „Voll beschäftigt“ vorher gelesen zu haben, um Hartmut so richtig zu verstehen. Aber auch so: es gibt wieder absolut herrliche Szenarios, Hartmut-Aktionen und auch die Playstation und Baumärkte kommen nicht zu kurz! Und ach ja – MURP!!!
Die Zeit der Schmetterlinge – Julia Alvarez
Beruht auf einer wahren Geschichte, denn es gab die 4 Mirabal-Schwestern wirklich.Die 4 Schwestern Patria, Maria Theresa, Dedé und Minerva wachsen unter dem Trujillo-Regime in der Dom.Republik auf. Nur Dedé überlebt, die anderen 3 Schwestern werden bei einem Anschlag getötet. Dieses Buch beschreibt, indem es jede Schwester einen Teil der Geschichte erzählen lässt, das Leben der Schwestern, die sich in einer Untergrundorganisation gegen das Regime auflehnten…liest sich äusserst packend, wirklich interessant und einfach verdammt gut geschrieben. Ich habe jedenfalls bis zum Schluss mitgefiebert, obwohl man das Ende von Anfang an kennt.
Das Spiel des Engels – Carlos Ruiz Zafón
Der perfekte Winter-Schmöker – düster, dramatisch und spannend bis zum Schluss!
Wie schon sein Vorgänger, „Der Schatten des Windes“ spielt auch dieser Roman von Carlos Ruiz Zafón in Barcelona, im Jahre 1917 um genau zu sein. Ruiz Zafón entführt ins in ein Barcelona das nicht nur bunt und wild ist, sondern auch geheimnisvoll, tückisch, düster und dramatisch. Der junge David Martin fristet sein Leben als Schriftsteller unter falschem Namen, der recht erfolgreich eine mittelmässige Krimireihe schreibt. Zunächst nicht besonders aufregend – wäre da nicht das geheimnisvolle Angebot von einem französischen Verleger, für eine große Summe Geld ein ganz spezielles Buch zu schreiben…
Viel mehr will ich gar nicht verraten, möchte ich doch nicht die Spannung nehmen. Hier ist alles drin: Drama, Liebe, Spannung bis zur letzten Seite, Tragödie, Krimi, Tod und Leben…es klingt vielleicht abgedroschen, aber das hier ist ein 1a Schmöker für diesen grauen Winter. Was zunächst so harmlos anfängt entwickelt so einen Sog das man wirklich nicht aufhören möchte. Ab und an blitzen wunderbare Sätze auf in diesem Lesefutter, woran man sich erfreut und durch die Beschreibungen fühlt man sich wirklich fast wie in Barcelona.
Ab nach unten! – Ray French
Was macht man, wenn die Fabrik in der Mann arbeitet geschlossen werden soll? Protestieren…streiken. Doch bringt es etwas? Aidan Walsh greift zu einem drastischeren Mittel – er begräbt sich selbst in seinem Vorgarten und will erst wieder rauskommen, wenn die Arbeitsplätze erhalten werden. Was zunächst als skurriles Experiment anmutet, ist viel mehr als das. Eine Geschichte um eine kleine Stadt, um Männerfreundschaften, um Familie. Aidan ist viel mehr als „der Typ im Sarg“, wird zum Medienobjekt, zum Star, zum Kummerkasten…herrlicher Humor, facettenreich geschildert und einfach bis zum Schluss richtig guter Lesestoff!
Alles Glück kommt nie – Anna Gavalda
Ich gebe zu, ich hab mir von diesem Buch sehr viel erwartet. Ich mag Gavalda sehr, lustigerweise auch grade die Kurzgeschichten und dies hier ist ja ein ausgewachsener 600-Seiten Schinken. Vorneweg: Gavalda spielt mit Sprache, ist überwogend, bildreich, vollgepackt mit Leben. Die ersten etwa 100 Seiten allerdings spielt sie mit sehr unterschiedlichen Stilrichtungen, was es etwas schwer macht der sehr sprunghaften Handlung zu folgen. Aber trotzdem weiss man schon „da kommt noch einiges“ und bleibt dran – und wird belohnt. Im weiteren Verlauf des Buches erwartet uns ein Feuerwerk an Ideen, an Kuriositäten und an wunderbaren, wunderschönen Szenen, mit Witz und Lebenslust und Trauer und Verzweiflung. Alles drin. Alles in allem ist die Geschichte um den Architekten Charles Balanda der in seiner Vergangenheit Lösungen für sein aktuelles Leben zu finden versucht, auf jeden Fall zu empfehlen!
Alle sterben, auch die Löffelstöre – Katrin Aehnlich
Mann, was ein trauriges und dabei doch so schönes Buch. Allein der Titel hatte mich total angesprochen. Und das Innenleben – man schwankt zwischen Lachen, Weinen, erinnert sich selbst an seine Kindheit zurück, an Freundschaften…und ich für meinen Teil war wirklich sehr berührt. Ein tolles, unkitschiges, ehrliches Buch!
Das letzte Buch – Zoran Zivikovic
Ein Toter in der Buchhandlung. Zunächst geht man von einem Herzinfarkt aus, kurz darauf stellt sich aber heraus – der Tod hatte keine natürlichen Ursachen…Die Buchhändlerin verliebt sich kurzerhand in den ermittelnden, literaturstudierten Kriminalkommissar und gemeinsam fangen die beiden an, zu ermitteln – und auf was sie dabei stoßen ist witzig, skurril und manchmal äusserst abgefahren.
Liebevoll wird hier mit Literatur und Büchern, mit Macken und Schrullen gespielt. Auch wenn das Buch teilweise etwas schräg, manchmal auch fast banal herüberkommt – es hat was! Für Bücherliebhaber und Freunde schräg-komischer Literatur!
Emily sein oder nicht sein – Anne Donovan
Irgendwie hatte ich was ganz anderes erwartet, weniger Drama, mehr Jugendroman. Ich kann das Buch ganz schwer fassen – ich hab es gerne gelesen, fand die Story an sich gut, aber manchmal dachte ich auch nur noch – wo führt das nochmal hin? Ein bisschen ist sicher der etwas anderslautende Klappentext schuld…Fazit: Ich fands gut, find es aber schwer zu empfehlen…