Der Fall Jane Eyre – Jasper Fforde

Ich verstehe, warum Fforde viele Fans hat – die literarischen Anspielungen sind wirklich toll gelegt, die Namensgebungen, Gegebenheiten etc. Ein bisschen anstrengend fand ich die zig Bezeichnungen der Agenten, klar, das macht auch den Charme des Buches aus, das keiner so recht weiss, welche Hand was tut, ich fands aber etwas anstrengend, grade zu Anfang ist es sehr „geballt“. Das gibt sich aber dann bald, es bleibt ein spannender, verrückter Fall für alle die Bücher & vor allem Jane Eyre lieben. Doch, abgesehen von diesem kleinen Manko: Daumen hoch!

Das Mädchen das sterben sollte – Glynn Maxwell

Ein sehr ungewöhnliches Buch, fast nur in Dialogen verfasst (Telefongespräche, Gespräche, Interviews, Anrufbeantworter etc.). Macht es einerseits sehr mitreissend zu lesen, ist aber auch nicht unanstrengend. Susan Mantle gerät durch die Vorhersage einer Wahrsagerin in Panik – und löst durch einen, unter Tränen gesprochenen Satz (leider in eine Fernsehkamera) einen nationalen Hype aus. Sie will allerdings überhaupt nicht berühmt werden…und wird es deswegen grade erst recht. Es ist schon brilliant vorgeführt, wie verquer und heftig diese Medienwelt reagiert, ihren Freundeskreis durchwirbelt…trotzdem keine Top-Empfehlung, dafür ist es an einigen Stellen doch etwas zu langatmig…

Stiller – Max Frisch

Die Idee des Buches ist nicht schlecht, aber es zerfasert, lest sich mühelos zur Seite legen, fesselt nur selten, zumindest mich. Trotzdem teilweise einfach gut geschrieben…es lässt mich trotzdem unbefriedigt zurück – ich kann keinen richtigen Sinn finden und es hat mich auch nicht berührt – wenn ein Buch diese beiden Dinge nicht hat, finde ich es immer extrem schwierig… […]

Ich lese ja nun wirklich viel, aber hier hab ich mich echt ziemlich gequält. Das Buch hinterlässt bei mir größtenteils Freude darüber, das ich es durchhabe :-D. Auch wenn es einige ganz tolle Stellen hat, da sei im zweiten Teil diese Höhlenforschung genannt – eine irre Situationsschilderung – da war ich dann wieder sehr gefesselt..

Die Geliebte des Gelatiere – Daniel Zahno

Hier muss man definitiv auf die tolle Gestaltung aufmerksam machen (weissbooks – tolle Idee!). Noch dazu ist das Buch einfach richtig toll – es hat das geschafft, wovon viele grade träumen – im kalten Januar hatte ich Eisgeschmack auf der Zunge, ein Lächeln im Gesicht und spürte die Sonne Venedigs auf meiner Haut.
Eine tolle Liebesgeschichte, nicht nur zum Gelato, ganz wunderbar erzählt.

Das Zimmer – Helen Garner

Als ihre krebskranke Freundin Nicola für eine 3wöchige (obskure) Therapie zu ihr zieht, ahnt Helen nicht, das sie Nicola abgesehen von ihrer Hilfe vielleicht auch beibringen muss, das sie wirklich sterben wird…und das die Therapi, an die ihre Freundin sich klammert, vielleicht nur Geldmacherei ist. Garner beschreibt in diesem kleinen Buch sehr emotional und direkt, welche heftige Situation die beiden langjährigen Freundinnen erwartet, die Ohnmacht und auch die Auseinandersetzung mit dem Leben und dem Tod. Sehr authentisch und ehrlich, nach dem Ende, sinnt man noch eine ganze Weile lang nach…

Empörung – Philip Roth

Wow! Mein erster Philip Roth und ich verstehe, warum der Mann so oft gelobt wird. Er hat einen sehr klaren Ausdruck, sehr einfach aber nicht ohne Anspruch. Erzählt wird in diesem kurzen Roman die Geschichte eines Metzgersohnes der im Jahre 1951, während des Koreakrieges, um der elterlichen Sorge zu entgehen, an ein weit entferntes College flieht. Klingt langweilig? Ist es aber nicht! Die verdrehten Moralvorstellungen, die eigentlich so „einfache Welt“ verdeckt das im Getriebe ganz gehörig Sand steckt. Toller Stil, regt zum Nachdenken an und vielen Fragen. Richtig gut!

Unser allerbestes Jahr – David Gilmour

Eine ungwöhnliche Geschichte, die, wie ich am Ende feststellte auf realen Erlebnissen beruht. Jesse möchte am liebsten die Schule hinschmeissen, hasst diesen Ort. Sein Vater erlaubt es ihm – er kann die Schule beenden, keine Miete zahlen, keinen Job annehmen nur eines – 3 Filme pro Woche mit ihm schauen. So entsteht eine sehr besondere, keineswegs geschönte Vater-Sohn Beziehung. Für Filmfans auf jeden Fall aber auch so kommt man auf seine Kosten. Ein ungewöhnliches Buch das ohne große Ereignisse daherkommt. Mal eine andere Art von Selbstfindung und sehr ehrlich.