Ein Buch aus dem wunderbaren edition.fünf-Verlag, den ich allein für seine Buchgestaltung einfach gernhabe. Und diese Geschichte einer Auswanderung, eines Neubeginns – aber auch einer inneren Zerissenheit zwischen China und Australien – das liest sich packend, aufwühlend und intensiv. Eine Familie, die versucht Fuß zu fassen, die einen verhaftet in die alten Traditionen, die ihnen scheinbare Stabilität versprechen, die anderen auf dem Weg zu neuen Ufern, zutiefst verunsichert, ob sie wirklich fähig dazu sind. Ein faszinierender Roman!
Schlagwort: Roman
Eine Liebe über das Meer – Jessica Brockmole
Was für ein schönes Buch, romantisch und traurig zugleich, ein Briefroman der berührt.
Sommer in Maine – J. Courtney Sullivan
Eine richtig packend geschriebene Familiengeschichte, da steckt alles drin: Drama, Eifersucht, Liebe, Vegangenheitsbewältigung, das Zusammenkommen und das Entfernen voneinander, die Familie mit scharfem Blick seziert. Der Urlaubsschmöker mit Potential!
Solange Du bei uns bist – Jodi Picoult
Wölfe sind, muss ich zugeben, nicht mein größtes Interesse. Umso besser, dass mir Jodi Picoult diese Tiere näher bringt und es wieder schafft, dass ich mich voll und ganz auf ein bisher fremdes Thema einlasse. Gewohnt unterhaltsam geschrieben, mit dem Quentchen Dramatik, das der typische Picoult-Roman braucht.
Lazyboy – Michael Weins
Als der Indiebookday um die Ecke kam, galt es, ein Buch zu finden, mit dem ich diesen Tag feiern konnte. Die Wahl fiel auf Lazyboy, unter anderem auch deswegen, weil er Fans von Haruki Murakami ans Herz gelegt wurde. Und damit lagen die Empfehlungsstimmen garnicht falsch. Weins Welten haben Anklänge an den großen japanischen Autor. Und doch ist ihm etwas ganz eigenes gelungen, eine Welt, in der man sich verliert, in der es aber auch irgendwann kaum noch von Belang ist, was Wirklichkeit und Traum ist. Ein unbekannter Pfad, welchem ich gerne gefolgt bin.
Die Wunderübung – Daniel Glattauer
Ich habe sehr, sehr gelacht. Dieses Buch möchte ich gerne einmal auf der Bühne sehen, ich glaube, ich läge unter dem Tisch. Pointiert, giftig, witzig, in der Form eines Theaterstücks gehalten, die Wirren der Liebe, die Anstrengungen der Ehe und ein Therapeut, der zu verzweifelten Mitteln greift. Großes Kino!
Geschichte für einen Augenblick – Ruth Ozeki
Für mich eines der packendsten Bücher im Frühjahr – hier stimmte einfach alles. Ein wenig meiner Begeisterung ist meiner Japanvorliebe geschuldet, aber ich glaube, auch andere Leser werden ihre helle Freude an dieser ausgefallenen Geschichte eines japanischen Teenangers und einer Schriftstellerin, getrennt durch ein großes Meer, haben. Eine richtige Entdeckung für mich, ein Buch, welches ich gerne im Regal stehen sehe, weil es mich an glückliche Lesestunden erinnert.
28 Tage – David Safier
Safier stellt in seinem Roman, in dem er gewohnte Wege verlässt, eine Frage in den Vordergrund: Was für ein Mensch will ich sein? Es ist ihm anzurechnen, dass er aus persönlichen Gründen über eines der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte erzählen will. Ich kann mir vorstellen, dass er mit seinem Stil und seiner Perspektive vorallem Jugendliche ansprechen wird, denn eine gewisse Spannung und vorallem die Entscheidungen seiner jungen Protagonisten stehen im Vordergrund. Für mich ist aber genau da auch der Haken – ich find es schwierig, über eine wirklich grausame, menschenverachtende Zeit zu lesen und gleichzeitig das Gefühl zu haben, dass der Leser möglichst durch die erzeugte Spannung am Ball bleiben soll.
Verdacht ist ein unheimlicher Nachbar – Louise Welsh
Was haben wir hier – einen Krimi, einen Roman? Endgültig kann ich das Buch nicht einordnen, wohl aber meinen Eindruck. Es geht unter die Haut, schraubt die Spannung geradezu aufreizend langsam hoch, während man selbst schon nicht mehr weiss – ist es Einbildung oder spüren wir auch wie uns die Bedrohung beim Lesen langsam Gänsehaut verursacht? Stark!
Alles, was ich bin – Anna Funder
Ich versuche, meine Worte mit Bedacht zu wählen. Denn ich habe hier beileibe kein Buch vor mir liegen, welches mich nicht interessiert hätte. Und doch tat ich mich schwer. Was sicherlich nicht am Schicksal der Figuren lag: jeder einzelne Mensch, der soviel erleiden und durchstehen musste, hat verdient, dass seine Geschichte erzählt wird, seine Stimme gehört wird. Vielleicht hätte mich der Text als Sachbuch mehr angesprochen (die Autorin hatte mit „Stasiland“ bisher ja auch als Sachbuchautorin Erfolg), als Roman empfand ich ihn teilweise etwas sperrig, er lief nicht rund. Möglicherweise lag hier die Schwierigkeit, denn sie arbeitete sowohl mit der wahren Begebenheit und Quellen, als auch mit Fiktion um die Lücken zu füllen.