Familie einmal anders – als ihr Mann stirbt, steht Ella mit den beiden kleinen Kindern alleine da. Nur – sie ist nicht die Mutter. Diese hatte sich vor einigen Jahren, obwohl die Kinder noch sehr klein waren, von der Familie getrennt und Ella nahm ihren Platz ein. Nun beginnt eine ganze Stadt zu überlegen: wen brauchen die Kinder? Die Frau, die sie großgezogen hat? Oder doch die Mutter, die plötzlich wieder auftaucht… Eine einfühlsame Geschichte darüber, dass es soviel mehr gibt als nur Schwarz oder Weiss. Dass Verletzungen und Liebe gleichzeitig existieren können. Und darüber, dass man einen anderen Menschen manchmal doch nicht so gut kannte, wie man dachte. Hat mir gut gefallen, weil das Stiefmutter-Thema mal ganz anders aufgezogen wurde und viele Facetten aufgezeigt wurden.
Schlagwort: Liebe
Ein Lied für meine Tochter – Jodi Picoult
Es geht hier wieder mehr in Richtung ihrer ersten Romane, schnell durchgeschmökert, aber auch hier: ein oder zwei heisse Eisen weniger hätten es auch getan, aber nu…unterhaltsam ist und bleibt sie.
Blumenberg – Sibylle Lewitscharoff
Ich verbeuge mich vor dieser Autorin: Dieser Roman ist nichts zum mal eben weglesen (das wäre auch Verschwendung!). Wohl aber etwas, um Sprache, Wortwitz und spielerischen Umgang mit Literatur zu genießen. Noch dazu fand ich die Geschichte einfach richtig gelungen, absolut rund! Hach…?
Kleine Schritte – Louis Sachar
Eine Fortsetzung und zwar von „Löcher“, einem wunderbaren Klassiker der Jugendliteratur. Ehrlicherweise habe ich hier sehr wenig erwartet, denn ich konnte mir nicht recht vorstellen, wie der Bogen zur Vorgeschichte geschlagen werden sollte. Umso schöner, überrascht zu werden: ein unterhaltsamer Jugendroman, der sich mit der Frage auseinandersetzt: was passiert eigentlich nach dem Vorhang, dem Happy-End, wie geht es weiter? Noch dazu besetzt mit ungewöhnlichen Figuren und Ereignissen, richtig schön zu lesen.
Ein ganzes, halbes Jahr – Jojo Moyes
Ein schwieriges Thema, leichtfüßig erzählt und mit einer symphatischen Hauptfigur besetzt: das liest sich gut und schnell, auch die eine oder andere rührende Stelle war für mich dabei. Das Buch hat mir gefallen, seinen vielen, vielen Vorschusslorbeeren (ein Buch hat es damit ja immer schwer…) wurde es (für mich) aber nicht gerecht, dafür gab es dann doch zuviele Kleinigkeiten, die mich nicht so sehr ansprachen.
And the mountains echoed – Khaled Hosseini
Wenn jemand den Titel „Geschichtenerzähler“ verdient, so ist es eindeutig Khaled Hosseini. Auch in seinem dritten Buch schafft er es wieder, ein ganzes Kaleidoskop an Geschichten, Schicksalen, Menschen, Gefühlen zu offenbaren. Anders als in vorherigen Büchern spielt dieser Roman an mehr Orten, umfasst eine größere Zeitspanne. Das tut dem Lesegenuß aber keinerlei Abbruch. Wieder ein sehr gelungener Roman!
Hard-Boiled, Hard Luck – Banana Yoshimoto
Wann immer ich nach japanischer Literatur suche, stosse ich auf diesen Namen. Erstaunlich eigentlich, dass ich noch nie etwas von ihr las, aber unsere Wege hatten sich einfach noch nicht gekreuzt. Nun konnte ich mit diesem Band, der zwei Erzählungen von ihr vereint, einen ersten Eindruck gewinnen und dieser hat mich bestärkt: es wird ganz sicher nicht mein letztes Buch dieser Autorin gewesen sein. Ich freue mich auf mehr!
Bist Du noch wach? – Elisabeth Rank
Nach ihrem Erstling habe ich ihrem neuen Roman entgegengefiebert und meine Erwartungen wurden mehr als nur erfüllt. Ich liebe den fast atemlosen Stil von Rank, ihre Wortverliebtheit, ihr Spiel mit Sprache und Gefühl. Und besonders, weil sie eine, mir ganz fremde Welt beschreibt, bin ich ihr umso dankbarer, mit wieviel Farbe und wieviel Formen sie das tut – ich tauche ein und bin ganz im Geschehen. Was ich noch wirklich bewundere, ist die Ehrlichkeit, mit der ihre Hauptfigur scheitert. Der Satz mag seltsam anmuten, aber von den vielen Selbstfindungs-Bier-im-Club-trinken-spielen-alle-in-Berlin-und-Drogen-kommen-vor-Romanen, hebt sie sich ab. Weil sie durchaus erkennt, wo die selbsterrichteten Mauern stehen, gegen die sie rennt und sich mehr als einmal den Kopf einschlägt. Weil sie auf die harte Tour lernt. Weil niemand kommt und sie auf einem weissen Pferd rettet. Allein dafür möchte ich ihr einen Mut-Orden verleihen und ihr einen Tee kochen und sagen: alles wird gut. Auch diese Zeit wird für etwas gut sein.
Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil – Juli Rautenberg
Ich habe schon länger immer mal wieder nach einem gemütlichen Beziehungsroman gesucht, etwas fürs Sofa, den Urlaub, mit einem gewissen Witz, ohne dabei platt zu sein, wie das ja leider oft passiert. Bei Juli Rautenberg wurde ich fündig: eine frische Schreibe mit Wortwitz, sympathische Protagonisten und der ganz normale (schonungslos ehrlich betrachtete) Beziehungswahnsinn. Hat mir Spaß gemacht!
Die Kunst des Feldspiels – Chad Harbach
Ein oft bemühter Ausdruck ist ja „der große, amerikanische Roman“. Aber hier passt er einfach so unheimlich gut. Es ist erstaunlich, wie Harbach rund um den Sport Baseball eine ganz eigene Welt aufgebaut hat, in der die Figuren zwischen Macht, Erfolg, Versagensängsten,persönlichen Krisen und der Liebe hin und hergeworfen werden. Teilweise waren die Spiele so anschaulich beschrieben, dass ich das Buch, ohne besonders bewandert in der Sportart zu sein, kaum weglegen konnte, so spannend war es. Ein sauberer Querschnitt durch eine ganz eigene Welt, die mich völlig absorbierte und ja – es ist wirklich der nächste, große, amerikanische Roman!