Der Liebhaber meines Mannes – Bethan Roberts

 

Ich kannte bereits ein anderes Buch von ihr, was mir soweit ganz gut gefiel. Bei diesem Roman gab es auch eine Gemeinsamkeit: die Autorin hat die Gabe, eine bestimmte Zeitspanne, die Stimmung einer Epoche sehr plastisch und authentisch rüberzubringen. Trotzdem wirkt ihr Schreiben und ihre Figuren manchmal sperrig, obwohl die Geschichten gut durchdacht sind und sich auch entfalten, bleibt so ein bisschen das Gefühl, hier und da ein wenig ins Straucheln zu geraten. Trotzdem, allein für das Aufgreifen eines Tabu-Themas habe ich das Lesen dieses Romanes nicht bereut.

Logbuch eines unbarmherzigen Jahres – Connie Palmen

Ganz schön harter Tobak, für mein erstes Connie Palmen Buch. Ich wusste ehrlich gestanden nicht viel über sie, mein Verlagsvertreter legte mir aber dieses Buch ans Herz. Ganz klar ist: ich muss unbedingt noch I.M. lesen. Zudem glaube ich, wenn man andere Werke und ihre Geschichte kennt, kann man dieses Buch noch mehr schätzen. Es ist manchmal wie ein Dolchstoß in Herz, die Trauer, die Wut, die Regungslosigkeit. Ein Logbuch sehr dunkler Gefühle und doch immer wieder eine so ausdrucksstarke Liebeserklärung. Nicht leicht zu lesen und doch lohnt sich jede Seite.

Das Glücksbüro – Andreas Izquierdo

Ich habe eine große Schwäche für verschrobene und schrullige Charaktere. Und Albert, der im Amt für Verwaltungsangelegenheiten seit vielen Jahren Dienst tut (pflichtschuldigst!) und von allen unbemerkt, auch im Amt lebt, hat mein Herz im Sturm erobert! Dieses Buch strotzt vor herrlichen Einfällen, man grinst viel beim Lesen, ein echtes Wohlfühlbuch mit einigen kleinen magischen Einsprengseln und nicht zuletzt einer Liebesgeschichte…!

Eine exklusive Liebe – Johanna Adorján

Dieses Buch ist geradezu explosiv. Ganz unscheinbar kommt es daher, sehr zurückhaltend, fast schon nüchtern, trotz der Liebe im Titel. Und doch macht gerade diese Unaufgeregheit den Glanz des Buches aus. Die Geschichte einer wirklich aussergewöhnlichen Liebe, die so stark ist, dass sie zum gemeinsamen Selbstmord führt – das geht unter die Haut, die Beschreibungen lassen einen lange nicht los. Lesenswert!

Knapp am Herz vorbei – J.R. Moehringer

Eigentlich kann ich mich hier kurzfassen: dieses Buch hat alles, was ein gutes Buch braucht. Es hat Witz, Charme, eine Liebesgeschichte, Spannung, tollen Stil und eine grandiose Geschichte, die einen von der ersten Seite an begeistert. Wer Willy Sutton, den berühmten Bankräuber noch nicht kannte, wird ihn in diesem Buch kennenlernen, auf einer wilden Reise durch seine Vergangenheit. Beeindruckende Persönlichkeit, außerordentliches Buch. Vertraut mir!

Gold – Chris Cleave

Ein Sport-Krimi. Gibt es das Genre bisher? Falls nicht, hat Cleave einen guten Einsteiger dafür geschrieben, denn dieses Buch hat so schnelle, atemlose sportliche Szenerien, dass es gut mit einem Krimi mithalten kann. Perfekt eingebettet in eine Geschichte rund um Konkurrenz, Freundschaft, Leidenschaft, Lebensentscheidungen und immer mit einer gewissen Dramatik geschildert, für mich ein rundes Leseerlebnis zum Mitfiebern bis zum Schluss.

Nilowsky – Torsten Schulz

 

Dieses Buch hatte in der Verlagsvorschau dermaßen viele Vorschusslorbeeren, von renommierten Buchhändlern, davon einige, deren literarische Meinung ich sehr schätze. Also, obwohl mich spontan die Geschichte nicht sonderlich ansprach, zugegriffen. Zu Anfangs war ich noch optimistisch, dass sich meine Vorbehalte in Luft auflösen würden, je weiter ich kam, desto mehr verstärkten sie sich allerdings. Ich fand nicht den roten Faden, konnte nach kurzer Zeit die Protagonisten nicht mehr „fassen“ und fiel geradezu aus der Geschichte, die so vor sich hinplätscherte. Schade…das Wort „eigenwillig„, was ich desöfteren positiv in anderen Rezensionen las, passt für mich auch – nur das ich damit nicht warm wurde.

Ich gegen Osbourne – Joey Goebel

Ich verehre Joey Goebel. Ich habe alle seine Bücher gelesen und extrem hohe Erwartungen an dieses Buch. Klang auch wirklich gut in der Kurzbeschreibung. Und was war – ich habe mich durch so einige Längen wirklich durchgequält. Das mir das, mit einem Autor den ich so schätze, passiert, ist schon ein Trauerspiel. Dabei kann er durchaus einen langen Wälzer füllen, man denke nur an Heartland – grandios! Aber hier hat er sich auf den Mikrokosmos eines einzigen Tages geworfen und das war einfach zuviel für mich: zu detailreich, zu wenig Inhalt. Trotzdem muss ich zu seiner Ehrenrettung anführen, dass ich seine geschaffene Figur durchaus glaubhaft finde, einige Szenen in der gewohnten Manier brillieren (Stichwort: Literaturkurs). Wäre das Buch auf mehr als einen Tag verteilt gewesen, hätte es bei mir wohl mehr Begeiszterung entfacht. Auch im Nachgang, ich habe das Buch ein Weile wirken lassen … mir ist der Gedanke, den Alltag einer Highschool und ihrer Schüler spitzzüngig zu portraitieren, schon bewusst geworden. Aber die Umsetzung scheiterte leider für mich.