Die Pilgerjahre des farblosen Herr Tazaki – Haruki Murakami

Haruki Murakami ist ein besonderer Autor. Seit zehn Jahren ist er die Antwort auf die Frage nach meinem Lieblingsautor – diesen Sonderstatus wird er wohl immer haben. Gerade ist sein neuer Roman erschienen. Im Versuch, dieses wirklich wundervolle Buch beschreiben zu wollen, fehlen mir fast die Worte – aber nur fast. Ein dichtes, atmosphärisches Buch, welches mir mit eindrucksvollen Figuren und Gefühlen ein ganz außergewöhnliches Leseerlebnis bereitet hat. In seiner feinen und unnachahmlichen Art erzählt uns Murakami eine Geschichte von Freundschaft, Verletzungen und Schatten der Vergangenheit. Wer Haruki Murakami bisher noch nicht kannte, sollte sich auf diese Reise machen um einen der größten Autoren unserer Zeit kennenzulernen.

Zwei Zebras in New York – Marc Michel-Amadry

Wie aus einem kleinen Zeitungsartikel eine französisch-charmante Geschichte über das Glück, die Liebe und Menschlichkeit werden kann – dieser Roman zeigt es uns. Das Geschenk für die beste Freundin, für Gerneleser, für Abtaucher und Menschen die gerne „mal etwas fürs Herz“ lesen. Darf man zu einem Buch entzückend sagen? Zu diesem schon!

Vom Wesen der Dinge und der Liebe – Elizabeth Gilbert

Ein feiner Schmöker für Fans von geschichtlich-wissenschaftlichen Belangen, Freunden der Naturwissenschaften und vorallem der Botanik. Dicht und atmosphärisch, mit einer weiblichen Heldin ausgestattet und den damaligen Hindernissen für Frauen in der Wissenschaft gespickt, kurz: etwas für lange Leseabende.

Der Tanz der seligen Geister – Alice Munro

Ganz schwierig. Als Munro dieses Jahr den Literaturnobelpreis bekam, habe ich mich gefreut, sind meine Kolleginnen doch seit langem große Fans. Ich erinnerte mich, ich habe vor sechs oder sieben Jahren mal mehrere Geschichten gelesen und kam nicht recht rein. Nun wollte/sollte sie aber eine zweite Chance bekommen, gerade bei Büchern ist es ja auch oft eine Frage des richtigen Augenblickes. Aber – auch in diesem Lebensabschnitt werden Frau Munro und ich keine richtigen Freunde. Ich kann ihr Schreibhandwerk anerkennen, einige wunderbare Sätze und eine sehr bildhafte, genau beobachtende Sprache sind ihr eigen. Aber ihre Geschichten berühren mich kaum, ich kann sie nicht recht greifen, manchmal auch nicht verstehen, so abrupt werde ich stehengelassen. Hier greift für mich definitiv die Geschmacksfrage – zu mir dringt sie, trotz gelungenem Handwerk, einfach nicht durch.

Magical Mystery – Sven Regener

Ein Roman über eine Figur aus den Herr Lehmann Büchern. Mhm. Über Techno. Doppel-Hm. Interessiert mich das? Will ich das? Und wie! Ich war begeistert, wie Regener meine zwei Fragezeichen mit einem Rutsch weggewischt hat – ich habe gelacht und wissend genickt, das Buch in kürzester Zeit ausgelesen und gedacht: wahrscheinlich könnte er auch über Hühnerhaltung schreiben – ich würde es auch mit Begeisterung lesen!

Das wahre Leben von Milena Moser

Mein erstes Buch von Milena Moser und definitiv nicht mein letztes – ich bin sehr positiv überrascht worden. Sie schreibt so offen und ehrlich, dass es mich sofort für sie einnahm, noch dazu über zwei Frauen, deren Leben ganz und garnicht so verläuft, wie sie es erwartet haben. Beide wählen unterschiedliche Wege für ihr Weiterkommen, beide sind spannende, kantige Figuren, die mir beim Lesen unter die Haut gingen. Hat mich sehr beeindruckt, fand ich richtig klasse!

Honig – Ian McEwan

Ein Agententhriller zählt eigentlich nicht zu meinem Leser-Beuteschema. Aber hier zählten gleich zwei Dinge – zum einen ist es ein McEwan, zum anderen dreht sich dieser Roman um Agenten im Dienste der Literatur. Hier und da hält sich das Buch leider zu sehr an den Titel – ein bisschen zähflüssig… ;-) Und doch ist die Operation Honig schmökerig gut zu lesen, die Idee ist konsequent durchdacht und für ein Ende, was mich vom Sofa aufspringen lässt, verzeihe ich ein paar kleinere Längen dann doch gern.