Schwimmen mit den Elefanten – Yoko Ogawa

Und wieder muss ich sie einfach nur loben und schwärmen – was für eine Autorin! Erneut schafft sie es, mich so schnell in ihren Bann zu ziehen, mit fliegenden Fingern blättere ich die Seiten um. Sie weiss, welche Schubladen sie aufziehen muss, damit ich in einem Buch versinke: Figuren die wie ausgesetzt wirken in unserer Welt, das Königsspiel Schach, eine Freundschaft, die niemand vorausahnen konnte. Und diese leise Atmosphäre, die all ihren Romanen und Kurzgeschichten zugrunde liegt.

Zeit der Krabben – Hanna Jansen

Ein eher leises, ruhiges Jugendbuch, die Geschichte einer jungen Frau, die auf einer Insel aufwächst und die mit gänzlich anderen Herausforderungen zu kämpfen hat, als ihre Altersgenossen in einer Großstadt. Und doch – manches bleibt sich gleich, ob Stadt, Land oder Insel. Einfühlsam geschildert, mit einem Blick auf die eher dunklen Punkte, die in einer kleinen Gesellschaft Schwierigkeiten erzeugen können, auf Nöte, Süchte, Wünsche.

Die inneren Werte von Tanjas BH – Alex Haas

Unter dem Pseudonym “Alex Haas” verbirgt sich die bekannte Hanauer Kinder- und Jugendbuchautorin Jutta Wilke. Sie hat den perfekten Schmöker für alle Jungs zwischen Stimmbruch und Oberstufe geschrieben: Es geht um Ben, der hauptsächlich an seine Flamme Tanja denkt – denn mal ehrlich, in einem bestimmten Alter dreht sich nun mal alles um die Mädchen… Und obwohl der angekündigte Dänemarkurlaub (Oh Schreck – weit weg von Tanja und kein W-LAN im Ferienhaus!) Langeweile pur verspricht, kommt doch alles ganz anders! Ein witzig-rasanter Lesespaß,  denn unser Held Ben tritt, auf der Suche nach der Liebe, in so manches Fettnäpfchen . . .

Die drei Leben der Tomomi Ishikawa – Benjamin Constable

Ein irrwitziges Spiel aus Schein und Sein. Drei Städte, drei Leben, viele Fragen mit Antworten, die nicht dazu zu passen scheinen. Manchmal ein wenig zuviel des Guten und dennoch will man das Rätsel um Tomomi lösen, was sie Benjamin Constable hinterlassen hat. Man muss das Schräge, Unangepasste mögen, dann wird man mit einem ausgefallenem Jugendbuch belohnt.

no place, no home – Morton Rhue

Hat mir wieder richtig gut gefallen. Eine Auseinandersetzung zum Thema Obdachlosigkeit, einer Art Zeltstadt, die Auswirkungen von Mieterhöhungen, Arbeitslosigkeit und Wohnraumknappheit. Ich glaube, dass Rhue hier ein heisses Eisen anfasst, was bisher noch nur als Spitze eines Eisbergs zu sehen ist. Toll zum Jugendbuch aufgearbeitet, aufwühlend und nachdenklich machend.

Kleine Schritte – Louis Sachar

Eine Fortsetzung und zwar von „Löcher“, einem wunderbaren Klassiker der Jugendliteratur. Ehrlicherweise habe ich hier sehr wenig erwartet, denn ich konnte mir nicht recht vorstellen, wie der Bogen zur Vorgeschichte geschlagen werden sollte. Umso schöner, überrascht zu werden: ein unterhaltsamer Jugendroman, der sich mit der Frage auseinandersetzt: was passiert eigentlich nach dem Vorhang, dem Happy-End, wie geht es weiter? Noch dazu besetzt mit ungewöhnlichen Figuren und Ereignissen, richtig schön zu lesen.

Ein ganzes, halbes Jahr – Jojo Moyes

Ein schwieriges Thema, leichtfüßig erzählt und mit einer symphatischen Hauptfigur besetzt: das liest sich gut und schnell, auch die eine oder andere rührende Stelle war für mich dabei. Das Buch hat mir gefallen, seinen vielen, vielen Vorschusslorbeeren (ein Buch hat es damit ja immer schwer…) wurde es (für mich) aber nicht gerecht, dafür gab es dann doch zuviele Kleinigkeiten, die mich nicht so sehr ansprachen.

Vergiss den Sommer nicht – Morgan Matson

Bitte, tut euren Teenie-Mädchen einen Gefallen. Besorgt dieses Buch für euren Sommerurlaub. Und gebt den Mädels gleich noch eine Packung Taschentücher mit und wenn ihr das Buch abends aus der Strandtasche fischt, um selbst mal reinzulesen, wundert euch nicht, wenn ihr gegen 4 Uhr morgens mit den Tränen kämpfend, immer noch lesend auf dem Sofa eures Ferienhauses sitzt. Aber es wäre zuwenig gesagt, wenn man das Buch nur auf seine traurigen Ereignisse reduziert. Es ist eine besondere Familiengeschichte, in der lange nicht alles ausgesprochen wird, in der schlimmes passieren muss, bevor sich etwas verändert. In der es um Schuld, um Trauer, um Treue und Beständigkeit geht, um Freundschaften und Annäherung innerhalb einer fremd gewordenen Familie. Und doch ist es von zarter Schönheit, ohne dass Zuckerguss über die Ereignisse gegossen wird. Ach, ich wünsche diesem Jugendbuch soviele Leser!