Eine zarte Liebesgeschichte zweier junger Frauen, beide auf der Schwelle zu einem ganz eigenen Leben. Die sich begegnen, sich öffnen und doch immer wieder voneinander wegdriften. Leise Melancholie zieht sich durch das Buch, Gitarrenklänge und Stapel voller Bücher, eine Teekanne mit Namen und die Erkenntnis, dass man wieder aufstehen muss, auch wenn man tief fällt.
Schlagwort: Freundschaft
Bist Du noch wach? – Elisabeth Rank
Nach ihrem Erstling habe ich ihrem neuen Roman entgegengefiebert und meine Erwartungen wurden mehr als nur erfüllt. Ich liebe den fast atemlosen Stil von Rank, ihre Wortverliebtheit, ihr Spiel mit Sprache und Gefühl. Und besonders, weil sie eine, mir ganz fremde Welt beschreibt, bin ich ihr umso dankbarer, mit wieviel Farbe und wieviel Formen sie das tut – ich tauche ein und bin ganz im Geschehen. Was ich noch wirklich bewundere, ist die Ehrlichkeit, mit der ihre Hauptfigur scheitert. Der Satz mag seltsam anmuten, aber von den vielen Selbstfindungs-Bier-im-Club-trinken-spielen-alle-in-Berlin-und-Drogen-kommen-vor-Romanen, hebt sie sich ab. Weil sie durchaus erkennt, wo die selbsterrichteten Mauern stehen, gegen die sie rennt und sich mehr als einmal den Kopf einschlägt. Weil sie auf die harte Tour lernt. Weil niemand kommt und sie auf einem weissen Pferd rettet. Allein dafür möchte ich ihr einen Mut-Orden verleihen und ihr einen Tee kochen und sagen: alles wird gut. Auch diese Zeit wird für etwas gut sein.
Die Kunst des Feldspiels – Chad Harbach
Ein oft bemühter Ausdruck ist ja „der große, amerikanische Roman“. Aber hier passt er einfach so unheimlich gut. Es ist erstaunlich, wie Harbach rund um den Sport Baseball eine ganz eigene Welt aufgebaut hat, in der die Figuren zwischen Macht, Erfolg, Versagensängsten,persönlichen Krisen und der Liebe hin und hergeworfen werden. Teilweise waren die Spiele so anschaulich beschrieben, dass ich das Buch, ohne besonders bewandert in der Sportart zu sein, kaum weglegen konnte, so spannend war es. Ein sauberer Querschnitt durch eine ganz eigene Welt, die mich völlig absorbierte und ja – es ist wirklich der nächste, große, amerikanische Roman!
Die Eulersche Formel – Yoko Ogawa
Was haben japanische Autoren an sich, was mich so glücklich macht? Ich bin total froh darüber, diese Autorin entdeckt zu haben und werde noch mehr von ihr lesen! Mit ganz feiner Tinte zeichnet sie das Portrait eines aussergewöhnlichen Mathematikprofessors und seiner neuen Haushälterin. Eine ungewöhnliche Freundschaft nimmt ihren Lauf – alle 80 Minuten neu. Ein Kleinod und wahrlich ein Buch, was man auch nochmal aus dem Regal ziehen wird.
Finn remixed – Oliver Uschmann
Endlich wieder Finn! Diese Reihe für Jungs ab 12 ist einfach ein Geschenk für jugendliche Leser – witzig und mit einer gehörigen Portion Coolness. Auch der dritte Band um Finn, Lukas und Flo ist wieder gelungen, auch wenn ich ein paar klitzekleine Abstriche machen möchte – die ein oder andere Idee hätte ruhig mehr ausgeführt werden können, so wirkte es hier und da ein wenig gehetzt bzw. wurde nicht alles schlüssig geklärt. Einige Seiten mehr hätten mir gut gefallen. Trotzdem: Lesefutter und bei uns eine der beliebtesten Reihen.
Mein Sommer nebenan – Huntley Fitzpatrick
Im Vordergrund steht die Familie Garrett, mit ihren 8 Kindern sind sie für das Nachbarsmädchen Samantha Attraktion und Abschreckung zugleich. Doch wie sich zeigt, trifft so manches Vorurteil der Stadtbewohner doch viel mehr auf die Verurteilenden selbst zu. Und Samantha muss sich entscheiden, ob Freundschaft und Nachbarschaft genausoviel bedeuten wie Familie. Ein Jugendbuch für den Sommer, mit dem ein oder anderen ernsteren Unterton, schön schmökerig.
Unbekannt verzogen – Tom Winter
Fällt in die Kategorie: gemütliches Buch fürs Sofa, zum ein bisschen Seufzen und sich noch tiefer eingekuscheln, eine Sich-Wohlfühlen-Geschichte über zwei, die sich nicht kennen und doch näher kommen, als sie je geglaubt hätten. Das Buch, was man jemandem mitbringt, dem es nicht gutgeht, um ihm ein wenig Mut zu machen, ein bisschen zum Lachen zu bringen.
Atme nicht – Jennifer R. Hubbard
Was ich schon einige Male gelesen hatte, waren Bücher über den Selbstmord von Jugendlichen, aus der Sicht der Zurückgebliebenen. Die Idee dieses Jugendbuches, einen Jungen, der seinen Selbstmordversuch überlebt, zu beschreiben, war mir ganz neu. Sehr behutsam schreibt die Autorin über einen holprigen, schwierigen Weg zurück ins Leben, unter den Augen der überbesorgten Eltern, begleitet von unerwarteten Freunden … und immer wieder spürt man das Prasseln des Wasserfalls, unter den Ryan sich stellt, um sich am Leben zu fühlen, auf den eigenen Schultern…
Gold – Chris Cleave
Ein Sport-Krimi. Gibt es das Genre bisher? Falls nicht, hat Cleave einen guten Einsteiger dafür geschrieben, denn dieses Buch hat so schnelle, atemlose sportliche Szenerien, dass es gut mit einem Krimi mithalten kann. Perfekt eingebettet in eine Geschichte rund um Konkurrenz, Freundschaft, Leidenschaft, Lebensentscheidungen und immer mit einer gewissen Dramatik geschildert, für mich ein rundes Leseerlebnis zum Mitfiebern bis zum Schluss.
Nilowsky – Torsten Schulz
Dieses Buch hatte in der Verlagsvorschau dermaßen viele Vorschusslorbeeren, von renommierten Buchhändlern, davon einige, deren literarische Meinung ich sehr schätze. Also, obwohl mich spontan die Geschichte nicht sonderlich ansprach, zugegriffen. Zu Anfangs war ich noch optimistisch, dass sich meine Vorbehalte in Luft auflösen würden, je weiter ich kam, desto mehr verstärkten sie sich allerdings. Ich fand nicht den roten Faden, konnte nach kurzer Zeit die Protagonisten nicht mehr „fassen“ und fiel geradezu aus der Geschichte, die so vor sich hinplätscherte. Schade…das Wort „eigenwillig„, was ich desöfteren positiv in anderen Rezensionen las, passt für mich auch – nur das ich damit nicht warm wurde.