Tarmac: Apokalypse für Anfänger – Nicolas Dickner

Eines von den Büchern, die einem vielleicht durchrutschen – der Autor in Deutschland nicht allzubekannt, der Titel etwas seltsam. Das ich es lesen konnte liegt an einer netten eMail der Kollegen von der Frankfurter Verlagsanstalt in der sie dieses Buch so witzig und treffend beschrieben, das ich es sofort lesen wollte. Thanx for that! Wie man sich nach der Einleitung denken kann, bin ich sehr angetan. Ein atmosphärisch so dichtes Buch mit verrückten Einfällen, zwei Helden die man sofort liebgewinnt und nicht zuletzt ein schräges Roadmovie. Wenn man dann noch auf skurrile Ereignisse, ein bisschen nerdige Naturwissenschaft und Weltuntergangsszenarieren steht – Treffer! Dieses Buch hat soviel, was ihm einen Platz im Regal der Bücher sichert, die man gerne als Geheimtipp weiterempfiehlt.

Die Ameisenkolonie – Jenny Valentine

Wieder hat Jenny Valentine es geschafft: sie hat ein Händchen für Figuren die einem nahegehen, die einem noch lange nach dem Buch im Gedächtnis bleiben. Diese Autorin ist fürs Jugendbuch eine große Bereicherung, sie erzählt Geschichten mit Seele die man einfach lieben muss. Man hat das Gefühl, das sie den 17jährigen Sam und die 10jährige Bohemia, die in diesem Buch unter widrigen Umständen aufeinandertreffen einfach nur begleitet – auf ihrem Weg, ihr Leben zu meistern. Da sind keine moralischen Vorhaltungen, da entsteht kein Vorstadtidyll – bei Jenny Valentine wird einfach gelebt – in jeglichen Facetten!

Die Einsamkeit der Primzahlen – Paolo Giordano

Wie oft liest man einen Roman, der einen zusammenzucken lässt, der einen mitleiden lässt – obwohl man die Protagonisten nichtmal unbedingt mag? Noch dazu im Kontrast zur recht düsteren Handlung in einer klaren Sprache und einem guten Stil. Das Buch ist keine leicht-lockere Urlaubslektüre. Und sicherlich auch nicht in jeder Lebenssituation passend, kein Buch das man als Geschenk mit ins Krankenhaus bringen würde. Ein schwieriges, ein kantiges und anstrengendes Buch. Aber gerade deshalb wirklich lesenswert!

The Carrie Diaries – Candace Bushnell

Jeder SATC-Fan braucht dieses Buch! Finde ich. Ich liebe die Serie sehr und somit war dieses Buch sofort mein. Wir erfahren alles über Carrie Bradshaw, bevor sie nach New York kommt – ihre Highschool Jahre. Und das ist so sehr Carrie das man es einfach nur lieben muss. Es ist eindeutig ein Jugendbuch, lässt sich schnell lesen, das passt aber auch einfach zur vorherrschenden Stimmung. Carrie als Teenie die schon damals ihren Traum von New York und dem Schreiben träumt, das ist einfach klasse! Auch wenn einiges im Buch nicht mit Erwähnungen in der Serie übereinstimmt, tut das diesem Buch keinen Abbruch – für mich gewährt es einen tieferen Einblick in Carries Seelenleben, warum sie wird wie sie uns später in der Serie erscheint und was ihre Überzeugungen prägte. Also – High Heels an und die Carrie Diaries kaufen…;-)

Die Dienstagsfrauen – Monica Peetz

Ich hatte hier ein bisschen mehr erwartet – weniger Klischee, mehr Frauenfreundschaft, ein schönes Buch mit Witz und Spannung. Ja, es war nett und ganz okay, bediente aber soviele Stereotypen und hatte wenige glanzvolle Momente das ich mich etwas geärgert habe. Zunächst brach ich es sogar ab, las es dann im Zuge des Lesekreises aber doch noch zu Ende. Fürs Sofa und die Badewanne mag es durchgehen aber auch da habe ich schon schönere Schmöker gelesen.

Accabadora – Michela Murgia

Dieser Roman hat mich begeistert – eine klare Sprache, wunderbar erzählt.Ich weiss auch nicht was es ist, aber dieser Roman hatte mich total in seinen Bann gezogen, das Thema war mir völlig unbekannt und hat mich fasziniert. Unaufgeregt und mit dem Blick für das Besondere schildert Murgia das Aufwachsen von Maria, die als „filius de anima“ von Bonaria Urrai großgezogen wird, einer alleinstehenden Frau der eigene Kinder verwehrt blieben. Die beiden entwickeln eine spezielle Beziehung – die an der nächtlichen Tätigkeit der Schneiderin als Accabadora fast zerbricht…

tschick – Wolfgang Herrndorf

Der Titel war seltsam, das Cover sagte mir nicht wirklich zu…zunächst ging tschick an mir vorüber. Dann tauchten nach und nach immer mehr Besprechungen auf, das Buch wurde als Geheimtip gehandelt. Also nahm ich es mal mit und dachte, okay, liest mal rein. Und ich wurde so belohnt! tschick ist ein Roadmovie erster Klasse, eine rasante Geschichte mit Wucht, sovielen herrlichen Szenen und immer wieder Sätzen, die dich grinsen lassen – ja, genauso fühlt sich das wohl an, erwachsen zu werden. Unsere beiden Helden machen diesen heissen Sommer zu etwas unvergesslichem und lassen den Leser daran teilhaben. Herrndorf hat hier etwas geniales abgeliefert! Kaufen. Bitte!

No & Ich – Delphine de Vigan

Was für ein außergewöhnliches Buch. Sprache: toll! Handlung: toll! Gedanken darin: toll! Eine Lektüre die einen nachdenklich stimmt, bewegt und ergreift. Die ungewöhnliche Freundschaft zwischen No, einer obdachlosen jungen Frau und Lou, einer hochbegabten Jugendlichen auf der Suche nach sich selbst  ist mir ein Lieblingsbuch geworden. Vorallem weil dieses Buch kein Märchen erzählt, sondern einfach das Leben wie es manchmal so spielt beschreibt. In allen Facetten, lebenshungrig, traurig und mit einem Silberschweif am Horizont. Unbedingt lesenswert!