Ungeschliffener Diamant – Alice Pung

Ein Buch aus dem wunderbaren edition.fünf-Verlag, den ich allein für seine Buchgestaltung einfach gernhabe. Und diese Geschichte einer Auswanderung, eines Neubeginns – aber auch einer inneren Zerissenheit zwischen China und Australien – das liest sich packend, aufwühlend und intensiv. Eine Familie, die versucht Fuß zu fassen, die einen verhaftet in die alten Traditionen, die ihnen scheinbare Stabilität versprechen, die anderen auf dem Weg zu neuen Ufern, zutiefst verunsichert, ob sie wirklich fähig dazu sind. Ein faszinierender Roman!

Geschichte für einen Augenblick – Ruth Ozeki

Für mich eines der packendsten Bücher im Frühjahr – hier stimmte einfach alles. Ein wenig meiner Begeisterung ist meiner Japanvorliebe geschuldet, aber ich glaube, auch andere Leser werden ihre helle Freude an dieser ausgefallenen Geschichte eines japanischen Teenangers und einer Schriftstellerin, getrennt durch ein großes Meer, haben. Eine richtige Entdeckung für mich, ein Buch, welches ich gerne im Regal stehen sehe, weil es mich an glückliche Lesestunden erinnert.

Flut und Boden – Per Leo

Eine Familiengeschichte der ungewöhnlichen Art: zwei Brüder, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Einer, der Großvater des Autors war Abteilungsleiter im Rasse- und Siedlungshauptamt der SS. In dem Versuch, die Vergangenheit seiner Familie zu verstehen, breitet der Autor eine Geschichte vor uns aus, die sich in Wellen vorwärtsschlängelt – ein ganzer Familienkosmos, der von starken Sätzen und Atmosphäre lebt. Nicht umsonst war diese Neuerscheinung bereits für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

Ganze Tage im Café – Sólveig Jónsdóttir

Manchmal brauche ich einen Schmöker. Nicht zu seicht, aber auch nicht zu schwer, mit Figuren die mich ansprechen, einer Umgebung, die ich so vielleicht noch nicht kannte. Volltreffer! Tatort: Island. Täter und Opfer: Vier junge Frauen. Was passiert? Das Leben – in jeglichen Facetten, in all seinen Höhen und Tiefen.

Das Geständnis – John Grisham

So langsam lese ich auch ein paar Grishams aus meinem Regal, die ich bisher noch nicht kannte, denn bei seinen Romanen muss für mich immer eine gewisse Pause dazwischen liegen. Und auch wenn man ihm vorwerfen könnte, sich immer doch recht ähnlicher Strickmuster zu bedienen – ich finde ihn jedesmal wieder spannend und rechne es ihm in diesem Roman hoch an, dass er eine ungewöhnliche Entscheidung trifft, die so nicht jeder Autor hätte schreiben können.