Confessions of a shopaholic – Sophie Kinsella

Da mein Englisch ja doch immer mal wieder trainiert werden möchte, griff ich zu diesem Buch: nicht zu kompliziert, komisch und nicht zu schwer zu lesen. Hat alles gut gepasst, ich hatte kaum Verständnisprobleme und habe auch einige Male geschmunzelt. Rebecca Bloomwood, die Heldin dieser Reihe ist einfach so herrlich gezeichnet, das man großen Spaß beim Lesen hat…wenngleich man zwischendrin doch immer rufen möchte „Nein, lass die VISA Karte stecken!“ Aber wer hat sich nicht schon mal gerne erhaben gefühlt, gegenüber einer Buchfigur? Die absurdesten Hirngespinste und Kaufarien und vorallem – ihre erfolglosen Versuche, von „Cut Back“ oder als das nicht fruchtet „Making more Money“ sind einfach klasse.

Leichte, lockere Unterhaltung mit Witz. Ein kleines bisschen Rebecca steckt wohl in jedem von uns…

Die Macht des Zweifels – Jodi Picoult

Es war ein Doppelband und der Einfachheit halber, habe ich beide Bücher am Stück gelesen. Diesmal lautet das vorherrschende Thema Kindesmißbrauch. Die Staatsanwältin Nina Frost hat selbst schon viele Fälle von Kindesmißbrauch verhandelt. Als ihr eigener 5jähriger Sohn jedoch vergewaltigt wird, vertraut sie den Gesetzen alleine nicht mehr…Diese Picoult war etwas anders vom Aufbau her – weniger detailreich, die Figuren wurden mehr angerissen – im Mittelpunkt stand mehr die Frage nach Moral, nach Gesetz, nach Selbstjustiz – was ist richtig, wie darf man handeln? Wie gut schützt das Rechtssystem die Kinder? Die Figuren blieben für mich eher farblos, die Protagonistin erschien mir, trotz beschriebener Gefühle zu kalt, zu berechnend.  Trotzdem, das Buch las sich schnell und spannend und ist für Picoult-Fans auf jeden Fall wieder etwas!

Auf den zweiten Blick – Jodi Picoult

Als Cassie Barrett ihr Gedächtnis verliert und orientierungslos und verletzt auf einem Friedhof umherirrt, wird sie von Will, einem Polizisten aufgelesen. Ihr Mann, der berühmte Filmstar Alex Rivers identifiziert sie als seine Ehefrau…Cassie könnte glücklich sein, aber Alex kann seine Wut und Aggression nicht unterdrücken und läßt sie an ihr aus…Cassie muss sich entscheiden, was sie will und was sie verzeihen kann. Wieder eine gute Picoult, nicht so herausragend wie andere von ihr, aber ich würde wieder eine gute Note für packende Geschichte,  Perspektivwechsel und heißes Thema vergeben – wieder mal Lesefutter mit interessanten Figuren.

Also lieb ich ihn – Curtis Sittenfeld

„Eine Klasse für sich“ gefiel mir ja ausnehmend gut – locker zu lesen, schöne Intrigen und der Blick hinter die Kulissen. Also erwartete ich hier auch ähnliches – las aber einen zwar ganz netten, aber doch irgendwie sehr belanglosen Roman. Die Protagonistin hat keinen Respekt für sich selbst, keine Träume, Ziele, Erwartungen, nur dieses vage „Ich will einen Mann, geliebt werden“. Sie reflektiert zwar sehr viel, aber wirkliche Ergebnisse kommen dabei kaum heraus, zumindest empfinde ich nur am Ende eine gewisse Erkenntnis und Entwicklung. Mag sein, das es manchen so geht, das Menschen sich wirklich so entwickeln, ich jedenfalls hatte das Bedürfnis diesem Mädchen zwischendrin mal zu sagen, „Wach auf! Mach was draus, sitz hier nicht rum und verfall in eine Traumwelt!“ Insgesamt für mich nett, aber keine Empfehlung.

Afterdark – Haruki Murakami

Ich bin ja bekanntermaßen ein sehr großer Murakami Fan. Ich lese seine Bücher nur im Urlaub, mit ausreichend Zeit und Muße. Afterdark ist ja eines der dünnsten Bücher dieses Autors. Vielleicht liegt es daran – ich liebe seine so detailreichen, ausschweifenden Beschreibungen so sehr. Ich empfand keine besondere Bindung zu den handelnden Personen. Wer andere Werke von Murakami gelesen hat, dem wird Afterdark dennoch gefallen, weil er wieder einige typische Thematiken aufgreift, lose Enden zulässt und Fragen stellt, für die er so bekannt ist. Trotzdem für mich nicht der beste Murakami und als Einstieg nicht so geeignet. Ich dachte beim Lesen, es müsste ein früheres Werk sein, es ordnet sich aber eher in der Mitte ein. Vielleicht ein Experiment…;-) Weil es Murakami ist, lasse ich es ihm mal durchgehen…

Requiem für einen Henker – Jaques Berndorf

Meine liebe Kollegin A. hatte mir bei einem Besuch bei ihr letztens folgenden Anfang vorgelesen:

Leonhard Cohen sang drohend „First we take Manhattan“, die Katze Krümel raste in einem Anfall von Schwangerschaftsfieber über den Küchentisch und warf den Honigtopf um, das Telefon schrillte, die Türglocke läutete, und ein Mann brüllte: Briketts!“

Gradezu begeistert musste ich also diesen Herrn Berndorf mal lesen. Der Band ist „Siggi Baumeister auf Abwegen, die Erste“ also ein guter Einstieg, wenn man die Eifel-Krimis auch noch nicht kennt. Habe mir nach dem Genuss erstmal die anderen „Auf Abwegen“ und den ersten Eifel-Krimi (Eifel-Blues) bestellt…

Ich bin und war begeistert. Baumeister ist eine herrliche Figur, sehr in sich ruhend, aber lässt nicht locker. Ausserdem mit trockenem Humor und Liebe zu seiner Katze Krümel (was ich besonders gut finde, hat mein Kater doch den gleichen Namen!) ausgestattet – herrlich. Der Fall gefiel mir auch sehr gut, spannend und packend und kommt ohne großes „Trara“ aus. Tolle Schreibe, toller Fall, genialer Humor. Ich werde da definitiv noch mehr lesen…

Zum Abschluss noch ein Zitat…

„Also machte ich mich gemächlich auf, um zu sehen, was denn da Furchtbares geschehen war. Vermutlich hatten sie eine alte Keksdose gefunden und wussten nicht ob es eine Bombe war, oder eine Keksdose.“

Zwei Frauen – Diana Beate Hellmann

Dieses Buch ist ja schon ein wenig älter, die Thematik – die Auseinandersetzung mit Krebs, Tod, Lebenswillen allerdings immer aktuell. Auch wenn einige medizinische Details sich sicherlich heutzutage gewandelt haben, tut das der Intensivität dieses Buches keinen Abbruch. Als die junge Tänzerin Eva Martin die Diagnose Krebs bekommt, bricht eine Welt zusammen. Als sie im Krankenhaus mit Claudia Jakoby in ein Zimmer gelegt wird, kann sie mit dieser Person, die schimpft und zetert, sich über alles lustig macht und fluchend ereifert erstmal wenig anfangen. Doch gemeinsam geraten die beiden in einen Prozeß der klarmacht – so unterschiedlich sind beide nicht.

Das Buch hat mich zunächst mit seinem starken Schreibstil fasziniert. Später empfand ich ihn etwas weniger stark, was vielleicht aber auch an den Geschehnissen liegen mag. Das Buch ist teilweise ganz schön heftig, ich würde es sicherlich nicht jedem in jeder Lebensphase empfehlen. Man will es mal in die Ecke werfen, mal heult man und man ist mal voll Bewunderung für Claudia, mal ist man entnervt von Evas Höhenflügen und doch – hier kämpfen zwei Frauen und sie kämpfen um so viel.Hier geht es um Leben, Tod, um den Willen zu leben, um Schmerzen und um die Frage, was man eigentlich will.

Eine Empfehlung mit Vorwarnung, aber definitiv eine Empfehlung!

Zwei alte Frauen – Velma Wallis

Wieder ein Buch, das ich zusammen mit dem BriCom-Lesekreis gelesen habe. Mit einem Klick auf den Link könnt ihr die ganze Diskussion verfolgen.

Mir hat das Buch auch sehr gefallen. Mein Chef hatte mir das zu Anfangszeiten meiner Buchhändlerlehre ans Herz gelegt und meinte, das wäre wirklich eine Art „Klassiker„. Und wo er recht hat..;-)

Ich hatte es an einem Abend/Nacht durch. Das Buch ist so angenehm geschrieben, das man sich nicht langweilt, das man in der Geschichte steckt. Obwohl nicht viele Worte um die Gefühle gemacht werden (also schon beschrieben, aber sehr klar und ohne Ausschweifungen) finde ich das man sich sehr klar reinfühlen kann, weil auch Raum bleibt, für die eigene Fantasie. Ich fühlte mich teilweise so, als würde ich danebensitzen.

Enorm stark fand ich, das die beiden Frauen auch wahrnehmen, das ihre Haltung zu der Zeit als sie zurückgelassen wurden, falsch war. Grade in etwas höherem Alter erfordert es Mut und Kraft, soetwas zuzugeben und auch wirklich etwas zu ändern. Aber das tun die beiden – fand ich klasse!

Was ich deshalb auch aus diesem Buch mitnehme ist: Bevor ich mich ergebe und vielleicht einer Meinung von anderen über mich ergebe, will ich eben doch „handelnd sterben„. Das hat sich tief eingeprägt.

Eine der Teilnehmerinnen unseres Lesekreises schrieb, das sie dieses Buch noch oft verschenken würde. Ich kann mich nur anschliessen – ein wunderbares, kleines Geschenkbuch. Die schöne Hardcoverausgabe von Piper sieht auch toll aus!

Sunwise Turn: Zwei Buchhändlerinnen in New York – Magde Jenison

Dazu kann man nur sagen: Ein Buch das von der Liebe zu Büchern, Literatur und Kunst lebt. Erstaunlich wie wenig sich teilweise etwas geändert hat im Buchhandel, bedenkt man, das dieses Buch aus den 20er Jahren stammt. Einfach eine Hommage an Bücher und das Verkaufen derselben. Klug und klar geschrieben, sicherlich auch ein bisschen missionarisch – aber wer findet es nicht charmant, wenn man über Bücher ins Schwärmen gerät?

Mein liebster Satz: „In einer Buchhandlung kann alles mögliche passieren“

Ein kleines, besonderes Buch das ich sehr gerne ans Herz lege!

Jetzt ist Heute – Kora Decker

Kora Decker beschreibt, wie sich ihr Leben verändert, nachdem sie an Brustkrebs erkrankt ist. Solche Bücher empfinde ich als schwer zu rezensieren – sind die meisten doch keine Schriftsteller, deren Stil man vielleicht kritisieren würde – es geht viel mehr um Inhalte. Ich würde sagen: viel Einblick für Menschen, deren Freunde oder Verwandte auch an Krebs erkrankt sind. Eine ganz eigene Art von Auseinandersetzung mit der Krankheit – es gibt für jeden nur eine Art und die muss jeder für sich selbst finden. Frau Decker hat mit Humor und mit sehr viel Willen um das Leben gekämpft. Das hat mir imponiert. Ich wünsche ihr von Herzen das alles gut bleibt.