Hier kommt ein Buch über das ich schwärmen werde! Ein toller, verschlungener Roman, der mystisch und opulent anfängt und zum Ende hin immer spannender wird. Über 3 Generationen hinweg werden 3 Frauen und ihre (Familien)-Geschichte beschrieben und das sehr mitreißend und packend. Lässt sich super lesen, macht immer Lust auf mehr und hat den Vergleich mit Allende absolut verdient! Auch das der Roman in Uruguay spielt und verschiedenste Kulturen sich im Laufe des Buches dazumischen macht das ganze einfach noch „runder“. Für mich eines der Highlights für diesen Sommer als Lektüre!
Autor: Sarah
Ich hatte sie alle – Katinka Buddenkotte
Nettes kleines Buch mit Kurzgeschichten über alles mögliche – schlimme Jobs, Männer, Krankheiten…. Die eine oder andere (Vorstellungsgespräch bei BMG) fand ich zum Schiessen, andere hingegen eher nur „nett“. Wie das bei Kurzgeschichten eben oft so ist. Als Taschenbuch und Strandlektüre völlig okay und kurzweilig. Und wie gesagt – ab und an blitzt sehr angenehm Ironie durch.
Eismond – Jan Costin Wagner
Kann ein Deutscher wirklich gut einen Krimi schreiben, der in Finnland spielt? Ja, er kann! Eine sehr zurückhaltende, ruhige Sprache, dazu eine gewisse Grundtraurigkeit und interessante Charaktere rund um den Ermittler Kimmo Joentaa. Hat mir gut gefallen, erinnert ein wenig an Karin Fossum, deren schwedische Krimis ich auch sehr schätze. Ist ja der erste Krimi mit Kimmo, ich denke das dort der Grundstein gelegt wird, für weitere Entwicklungen. Gut gelungenes Debüt! Für alle Krimi Leser, die leise Zwischentöne schätzen und die Schönheit Finnlands.
Die Straße – Cormac McCarty
Ein Weltuntergangsszenario – obwohl die Geschehnisse im Dunkeln bleiben. Ein Vater und sein Sohn wandern, nur mit dem allernötigsten, durch ein zerstörtes Amerika, der Tod ist allgegenwärtig. Das Buch ist düster, auch durchaus bedrückend. Ich kann nur meine Stimmung beschreiben – mich hat es nicht so sehr berührt, weil Vater und Sohn so anonym bleiben und für mich auch ihre Beweggründe für die Flucht an die Küste. Vom Stil her einige wirklich gute Szenen aber es hat mich wirklich nicht grade mitgerissen – mir fehlte das persönliche und auch ein wenig Handlung.
Die große Welt – Colum McCann
*erscheint im September 2009*
Mit der Geschichte des Seiltänzers, der in den 70gern zwischen den zwei Türmen des World Trade Centers sein Seil spannte, verknüpft McCann ein großes New York Epos. Das Problem was ich eigentlich fast immer mit Geschichten habe, die aus 5 oder mehr Blickwinkeln erzählt werden – einige gefallen mir super, andere ziehen sich ein bisschen. So auch hier – ich habe das Buch gerne und auch recht schnell gelesen, werde es auch durchaus empfehlen. Trotzdem hat es einige Längen. Am Ende ist man dennoch erstaunt, wie toll der Erzählstrang durch alle Blickwinkel geht und wo sich die Protagonisten treffen und verknüpfen – das ist schon ein toller Erzähler, der McCann…
Spinner – Benedict Wells
Dieses Buch ist wie ein Film in den man zufällig reinzappt, ihn für interessant empfindet und dann hängenbleibt. Ich habe das Sofa nicht verlassen, war in Berlin, erlebte den Fall und die Ziellosigkeit des Protagonisten, der seinem großen Ziel, der Vollendung seines Epos eher davonrennt, als ihm näher zu kommen. Mit viel Tempo erzählt, mit Witz und Gespür für schöne, einfallsreiche Szenen. Kein Buch das einen tief in der Seele rührt, aber verdammt unterhaltsam und an einigen Stellen erkennt man sich selbst ja doch wieder ;-)
Liebesgedichte – Mascha Kaléko
Ich muss zu dieser Frau eigentlich nichts sagen, außer das sie eine meiner liebsten Lyrikerinnen überhaupt ist. Sie ist absolut wunderbar, traurig, melanchonisch, trotzig, herzlich, realistisch, verträumt und so tief. Dieser wundervolle Gedichtband lohnt sich jede Seite! Ich zitiere hier einfach mal eines meiner liebsten Gedichte von ihr…
Für Einen
Die Andern sind das weite Meer.
Du aber bist der Hafen.
So glaube mir: Kannst ruhig schlafen,
Ich steure immer wieder her.
Denn all die Stürme, die mich trafen,
Sie ließen meine Segel leer.
Die Andern sind das bunte Meer,
Du aber bist der Hafen.
Du bist der Leuchtturm. Letztes Ziel.
Kannst Liebster, ruhig schlafen.
Die Andern…das ist Wellenspiel.
Du aber bist der Hafen.
(Mascha Kaléko, 1912-1975)
Ich, Adrian Mayfield – Floortje Zwigtmann
Ein historischer Jugendroman der im Dunstkreis von Oscar Wilde spielt? Schönes Cover und aus dem Hause Gerstenberg – das Buch war gekauft! Mir hat das Buch gut gefallen, es ist aber einer der Spezialfälle, die ich nicht jedem in die Hand drücken würde. Dafür das es ein Jugendbuch ist, geht es ordentlich zur Sache, das mag nicht jedermanns Geschmack sein – aber die Szenerie wirkt nie übertrieben oder voyoristisch. Adrian Mayfield ist eine interessante Figur, die historische Umgebung von London und die Beschreibungen der Gruppierung um Oscar Wilde, Künstler, Journalisten, Maler, Schriftsteller sehr bunt und „nah“ dargestellt. Ein ganz anderer Coming-Out Roman, der so endet, das ich mir die Fortsetzung definitiv zulegen werde. Ein paar kleine Längen hat das Buch, die verzeihe ich ihm aber gerne.
Schimmer – Ingrid Law
Dieses Buch hat mich wirklich begeistert! Ich habe es mir vordergründig deshalb gekauft, weil ich es vorgelesen bekam:Â im Rahmen des Finales vom Vorlesewettbewerb, der in Berlin stattfand. Diese Veranstaltung dürfte ich aufgrund eines gewonnenen Schaufensterwettbewerbes besuchen – es war absolut genial. Aber zurück zum Buch: Das Mädchen das aus diesem Buch vorlas, hat mir eine Gänsehaut verpasst und ich wollte das Buch danach unbedingt lesen. Kompliment an Dich!
Mit 13 bekommen die Mitglieder der Familie Beaumont ihren „Schimmer“. Ihr Bruder Fish kann Stürme herbeirufen, Rocket verursacht Stromausfälle. Ihre Mutter ist vollkommen in dem was sie tut. Mibs kann es kaum erwarten, selbst 13 zu werden und ihren „Schimmer“ zu bekommen – das kann so gut wie alles sein. Als kurz vor ihrem Geburtstag ihr Vater, genannt Poppa einen schweren Unfall hat, braucht Mibs allerdings mehr als ihren Schimmer, um zu ihrem Poppa zu kommen.Eine abenteuerliche Reise beginnt.
Was zunächst anmutet wie Fantasy, ist sehr bodenständig. Eine Reise die alle Mitglieder der Familie Beaumont und ihre Freunde verändert, die sich dem Thema Älter werden, Verantwortung und sich selbst erkennen auf eine ganz andere Weise nähert. Die Figuren haben mir alle sehr gut gefallen und ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Tolles Jugendbuch das Spaß macht, eine tolle Grundidee hat und sich sehr angenehm von vielen anderen Neuerscheinungen abhebt!
Die Chirurgin – Tess Gerritsen
Ab und an lese ich dann ja mittlerweile doch mal Krimis. Und zum Antesten der Reihe um Jane Rizzoli habe ich mal dieses Werk von Gerritsen gelesen.Ein sehr detailreicher Krimi, mir teilweise eindeutig zuviel und zu plastisch beschrieben – es grummelte doch schon im Magen. Insgesamt mag ich es ein bisschen weniger blutig und weniger gewalttätig. Trotzdem ließ der Krimi sich gut lesen, war schnell durch und der Fall blieb auch recht spannend. Ich würde noch mal etwas von der Autorin lesen, es eilt aber nicht.