Deine Juliet – Mary Ann Shaffer

Was für ein wunderbares Buch! Ein Briefroman der mich total begeistert hat und somit zu einem der schönsten Sommerbücher 2010 für mich wurde. Der Briefwechsel zwischen einer Schriftstellerin und einer ganzen Insel in den späten 40ger Jahren bezaubert durch seinen Charme, die herrlichen Eigenheiten der Hauptpersonen und viel Gefühl ohne dabei zu kitschig zu werden. Ein Buch das man seiner besten Freundin schenken möchte, ein Buch das man im Regal stehen sieht und anfängt zu lächeln. Wenn Sie es noch nicht kennen – bitte lesen Sie es!

Die Radleys – Matt Haig

Mal ein etwas anderer Vampirroman, abseits von Biss und eher in der Romanecke als bei Fantasy und Jugendbuch zu finden. Eine ganze Vampirfamilie die gerne abstinent leben wollen, das war mal etwas neues – und entfaltet eine gewisse Komik durch das Schweigen der Eltern, die ihren Kindern nicht gesagt haben, das sie eigentlich Geschöpfe der Nacht sind… Das Buch liest sich schnell, witzig und man entdeckt trotz der vampirischen Abstammung auch in dieser ungewöhnlichen Familie die gleichen Abgründe wie überall. Was den Roman auszeichnet ist, das auch absolute Nicht-Vampir-Fans ihre Freude daran haben werden!

Der lächelnde Odd und die Reise nach Asgard – Neil Gaiman

Neil Gaiman hat ein untrügliches Gespür dafür, wie man eine Geschichte erzählen kann – er schreibt nicht nur, er malt diese Szenarien, die weitab vom Kinderzimmer passieren. Obwohl dieses kleinen Buch für Kinder nicht viele Seiten füllt, es eigentlich mehr eine kleine Fabel ist, so taucht man doch hinein und erfreut sich an diesem schnörkelosen Abenteuer. Und ja, man ist danach auch einfach nur – glücklich. Egal ob man 11 oder 24 ist…;-)

Überall ist Lönneberga – Christoph Borchelt

Ein Deutscher unter Schweden, so heisst es im Untertitel. Borchelt wohnt abwechselnd in Berlin und auf der schwedischen Insel Öland und beschreibt in diesem Buch seine Erfahrungen mit diesem schönen Land. Es war nett, las sich schnell und ein paar kleine Anekdoten kannte ich auch als Schwedenfan noch nicht. Insgesamt blieb aber nicht soviel hängen, so das ich das Buch zwar ganz okay fand, für Schwedeninteressierte aber trotzdem anderes empfehlen würde.

Die Insel unter dem Meer – Isabel Allende

Dieser Roman hat mich nicht ganz so begeistert wie andere Werke von Allende. Es fehlte ihm das opulente und überbordende Fabulieren von  „Das Geisterhaus„, der Charme von „Das Siegel der Tage“. Wie gehabt geht es hier wieder um eine starke Frauenfigur die sich im Haithi des 18 Jahrhunderts behaupten muss, entgegen Slaverei und Mißhandlungen. Es las sich für mich einfach zäh und die Geschichte kam nicht so richtig in Fluß. Am Schluss war ich zwar versöhnt, im Großen und Ganzen war es solide erzählt, aber es bleibt doch der etwas getrübte Eindruck.

Der Feind im Schatten – Henning Mankell

Für alle Wallander-Fans war es die Nachricht: noch ein letzter Fall für den eigenbrötlerischen Kurt Wallander. Auch wenn ich seine Krimis noch nicht so lange kenne, habe ich sie mit großer Begeisterung vor 2 Jahren alle auf einen Rutsch gelesen. Und jetzt, der finale, letzte Fall. Ich kann nur sagen: ich war sofort wieder dort, in Schweden an Wallanders Seite. Der Fall an sich, geschenkt, er spielt auch eher eine untergeordnete Rolle. Aber es ist ein Abschied, einer der diesem eigenwilligen Ermittler gerecht wird. Das Buch ist durchaus düster, eben von Melancholie und Rückblicken begleitet. Und trotzdem: Mir gefällt dieser Abschluss einer großen Krimi-Reihe wirklich gut!

Fillory: Die Zauberer – Lev Grossman

Das Buch sah toll aus, der Klappentext versprach einiges, der Titel auch. Und dann bin ich damit so reingefallen. War der Anfang noch vielversprechend, je weiter ich kam desto zäher wurde es. Zuviele Verschwurbelungen, viel, viel Füllsel-Material und ich habe immer nur noch weiter gelesen, weil ich hoffte der Autor bekommt die Kurve, war die Grundidee an sich ja eigentlich gut. Leider bekam er sie nicht. Insgesamt hat mich das Buch enttäuscht, ein dicker Schinken und nicht viel dahinter.

Die fünf Sprachen der Liebe – Gary Chapman

Ratgeber sind ja immer so eine Sache für sich und definitiv Typsache. Dieses Buch hat bei mir aber einen Volltreffer gelandet und sogar meinen Mann konnte ich mit einigen Dingen daraus dafür begeistern und das will was heissen. Wie der Titel schon ahnen lässt, schreibt Chapman über die 5 verschiedenen Sprachen der Liebe und welche Schwierigkeiten daraus erwachsen, wenn nicht beide die gleiche Sprache sprechen. Auch erklärt er anhand von vielen Beispielen, wie man versuchen kann, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen und die Sprache des anderen lesen zu lernen. Für mich hat dieses Buch einige sehr wichtige Gedanken aufgeworfen, mich inspiriert und verstehen lassen. Aufgabe perfekt erfüllt!

Ich schreib Dir morgen wieder – Cecilia Ahern

Hier kann ich mich kurzfassen: das Strickmuster von Cecilia Ahern ist durchaus bekannt. Und haben mich ihre ersten beiden Bücher noch begeistert, so kann ich hier eigentlich nur noch sagen, das ich das Buch aus Gewohnheit gelesen habe. Die Hauptpersonen bekommen nicht richtig Kontur und sind nicht unbedingt Sympathieträger, die Geschichte schleppt sich so dahin und irgendwie…es war einfach nicht mehr meines und ich konnte dem Buch nicht mehr viel abgewinnen. Die fantastischen Elemente die in ihren letzten Büchern immer wieder auftauchen sind für mich nicht sehr ansprechend.

Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche – Alina Bronsky

Bronsky hat mit Scherbenpark bewiesen, das sie schnell, heftig und gut schreiben kann. In ihrem neuen Roman geht sie noch eine Spur weiter und schreibt eine Geschichte, die so durchaus passieren könnte – wo man aber zwischendurch zwischen Entsetzen und Lachen schwankt, ob der Schnelligkeit und bizarren Ereignisse. Eine Großmutter die sich in das Leben ihrer Tochter und vorallem ihrer unverhofften Enkelin einmischt und das auf so kompromisslose Weise das man sich nicht entscheiden kann, ob man sie ob ihrer Unverforenheit bewundern soll oder sich an den Kopf greifen, warum niemand aufbegehrt. Die 3 Frauen können nicht ohne einander aber auch nicht miteinander, sind durch ihre Familienbande gebunden. Bronsky hat einen Roman geschrieben, der sich nicht in eine Schublade packen lässt: auf der einen Seite fast unfreiwillig komisch und doch tragisch aber auf jedenfall: verdammt gut geschrieben!