Mitch Albom wird vom Rabbi seiner Heimatstadt um einen ungewöhnlichen Gefallen gebeten: er soll auf dessen Beerdigung die Trauerrede halten. Und obwohl Albom das ganze eigentlich für keine gute Idee hält, fängt er an, sich regelmässig über 8 Jahre mit dem Rabbi zu treffen um Material für diese Rede zu sammeln. Wer jetzt an eine Neuauflage von Dienstags bei Morrie denkt, hat weit gefehlt. Albom verknüpft die Geschichte des Rabbis, seine interessanten Ansichten, Erlebnisse und Lebenserfahrungen mit denen eines weiteren Mannes, einem freien Prediger, der bevor er zum Glauben kam wirklich ganz unten war – Drogen und eine kriminelle Vergangenheit. Und obwohl man denkt, diese beiden Religionen und Männer gehen nicht zusammen – so zeigt sich doch immer wieder, das beide sich darin ähneln, das sie ihren Glauben mit voller Kraft leben. Ein Buch aus dem man sehr viel ziehen kann, ein Buch bei dem man anfängt, sich mit den eigenen Überzeugungen auseinanderzusetzen – ein Plädoyer für Toleranz, Liebe und das Teilen von Geschichten und Erfahrungen. Mich hat dieses Buch einfach berührt und ich wünsche mir, das Mitch Albom noch oft über solch inspirierende Persönlichkeiten schreibt!
Autor: Sarah
Am Meer ist es wärmer – Hiromi Kawakami
Das Buch ist ohne Frage wieder wunderschön geschrieben. Kawakami macht nirgendwo zuviele Worte – muss sie auch nicht, sie hat die Gabe Alltagsdinge so treffend zu beschreiben, das zwischen den wenigen Worten genug Platz bleibt für eigene Bilder. Die Geschichte bleibt allerdings schemenhaft und verschwommen…was dem Buch ein wenig den Glanz nimmt.
Schlafräuber & Wonneproppen – Gary Chapman
Ein Ableger vom Autor der „5 Sprachen der Liebe“ – es ist nur ein sehr schmales Bändchen und im Nachhinein muss ich sagen, es ist auch nicht so toll. Ein nettes kleines Mitbringsel für frische Eltern, ich empfinde aber die „Grundwerke“ von Chapman als deutlich reichhaltiger und richtungsweisender. Hier sind nur einige kleine Dinge versammelt die sich leider nicht so richtig im Kopf festsetzen. Schade irgendwie!
Wofür stehst Du? – Axel Hacke/Giovanni di Lorenzo
http://www.youtube.com/watch?v=sem9RIrYQDQ
Und auch hier habe ich wieder live über dieses Buch erzählt – ich fand es richtig toll!
Tirza – Arnon Grünberg
Ich gebe ehrlich zu das ich mich hier zum Teil ein wenig durchgebissen habe. Trotzdem wollte ich es fertiglesen und ebenso übte es eine gewisse Faszination auf mich aus. Die Geschichte eines besessenen Vaters der seine Tochter nicht loslassen kann und will ist auf jeden Fall lesenswert, aber nicht unbedingt leichte Kost – zu intensiv beschrieben sind die Abgründe aller Beteiligten, zu schonungslos die Erzählweise. Aber wer sich darauf einlässt, erlebt einen Sog, dem man sich bis zum bitteren Ende nicht entziehen kann. Ein Buch für das man sich Zeit nehmen muss, die ist aber gut investiert!
Harry Potter 1-7 – Joanne K. Rowling
Eines der Dinge, die ich unbedingt in 2010 schaffen wollte, war Harry Potter nochmal von vorne zu lesen, alle 7 Bände am Stück. Da ich in der ersten Zeit mit Baby auch nicht wirklich zum Lesen kam bzw. nicht soviel Lust dazu hatte aber trotzdem immer beim nächtlichen Stillen und abends einige Seiten lesen wollte, bot sich an, etwas zu lesen was ich bereits kannte. Und auch wenn ich einige Bände nun locker zum zehnten Mal gelesen habe – mir bleibt in meinem Leseeindruck nur zu sagen: was hat Rowling da nur für ein Meisterwerk geschaffen? Soviele wunderbare Ideen, Figuren, diese ganze magische Welt – und wie habe ich wieder über die herrlichsten Lieblingsstellen gelacht, auch durchaus mal Tränen weggewischt und mich wieder ganz in diese Welt begeben. Wenn man alle Bände am Stück liest wird einem auch nochmal sehr bewusst, wie genial durchkomponiert diese ganze Reihe ist. Es bleibt einfach eine der besten Serien für lange, lange Zeit die man wirklich mehrfach und immer wieder lesen kann und sollte – es bleibt immer noch etwas zu entdecken!
Die Hebammensprechstunde – Ingeborg Stadelmann
Dieses Buch zählt ja zu DEN Standard-Werken wenn man schwanger ist und sich auch von Hebammen betreuen lässt, ein wenig offen ist für alternative/naturheilkundliche Methoden und generell Interesse hat, was im Körper abläuft. Logisch das ich es mir besorgt hatte. Nach der Lektüre war ich etwas zwiegespalten: die vielen Beispiele haben mir gut gefallen, auch konnte ich während der Schwangerschaft immer mal den einen oder anderen Tipp aus diesem Buch nutzen. Es legt aber auch einen Fokus auf bestimmte Aspekte der Schwangerschaft und Geburt, die für meinen Geschmack sehr einseitig sind – und zudem nichtmal unbedingt bewiesen. Ein Buch das Frauen ein schlechtes Gewissen macht, weil sie manche Dinge anders handhaben (und oftmals das garnichtmal in der Hand haben!) finde ich nicht sehr förderlich – ich habe mich jedenfalls beim Lesen einige Male wirklich geärgert. Natürlich berichtet Stadelmann aus jahrelanger Erfahrung, andererseits gibt es auch unter Hebammen äußerst unterschiedliche Herangehensweisen – ich habe Ärzte und Hebammen im Krankenhaus eindeutig als gemeinschaftlich arbeitend empfunden, was laut Stadelmann ein Ding der Unmöglichkeit ist…. Ich hätte mir etwas mehr Toleranz gewünscht. Trotzdem würde ich das Buch jeder Schwangeren empfehlen, weil der Nutzen doch überwiegt. Man kann sich ja noch eine zusätzliche Lektüre, die genau die eigene Einstellung trifft suchen und es als nützliche Ergänzung sehen.
Das Flüstern der Schatten – Jan-Philipp Sendker
Sendker hat eine schöne, bildhafte Art zu schreiben, trotzdem hat es mich bei diesem Roman nicht so gepackt, wie beim Herzenhören. Hier stehen einfach andere Aspekte der Beziehungen zwischen Menschen im Vordergrund: Vertrauen, Verrat, Freundschaft und eine leichte Krimi-Handlung – manchmal war es mir ein bisschen zu „voll“. Ich hab es ganz gerne gelesen, muss aber den Nachfolger nicht unbedingt lesen.
Die Unperfekten – Tom Rachman
Hier spreche ich ausnahmsweise statt zu schreiben über ein Buch das mich begeistert hat – viel Spaß beim Ansehen!
Ruf mich bei deinem Namen – André Aciman
Dieses Buch passt pefekt in den heissen Sommer und zunächst habe ich es einfach blind gekauft aufgrund des Titels und des sehr schönen Covers. Eine erste Liebesgeschichte in Italien zwischen einem jungen Mann und seinem großen Vorbild, einem angehenden Schriftsteller. Eine wunderschöne, zärtliche Sprache, so intensiv das es manchmal fast schmerzt. Es ist etwas besonderes diesen beiden jungen Menschen bei ihren Versuchen zuzusehen, zwischen heftigem Verlangen, Liebe und Heimlichkeiten zu tanzen…