Überlebensgroß – Mark Watson

Das Buch konnte mich von vorne bis hinten nicht überzeugen – was schade ist. Obwohl große Namen es auf der Rückseite lobten, so kam es bei mir doch zu gewollt, zu angestrengt herüber. Es ist wenigen gegeben, die Dramen des Lebens mit einer gewissen Leichtfüßigkeit beschreiben zu können – und wenn man es nicht kann, endet es eher in Tragikkomik… denn manches kann man nicht locker-leicht beschreiben, ohne dass man das Gefühl bekommt, der Autor nehme seine Figuren nicht ernst. Hier erschienen mir die Probleme zu hausgemacht, ich konnte mich mit niemandem richtig anfreunden und auch wenn ein paar Dinge es immer so rausrissen, dass ich es zuende gelesen habe – so richtig Freude hatte ich nicht daran. Und obwohl ich oftmals mit Christine Westermann übereinstimme – diesmal leider nicht.

Mathilde und der Duft der Bücher – Anne Delaflotte

Ich habe so einen kleinen Sensor im Kopf, der beim Blättern in Vorschauen automatisch „Kaufen!“ brüllt, sobald ein Buch mit Buchhändlern, Antiquaren, Buchherstellung und ähnlichem zu tun hat. So also auch hier. Leider war das Innenleben nicht so schön wie das Äussere. Die Handlung plätscherte so vor sich hin, das Dörfchen war zwar nett aber doch recht vorhersehbar gestaltet und so richtig Stimmung kam nicht auf. Einzig die Buchbinderszenen fand ich sehr anschaulich zu lesen.  Es war okay, aber eigentlich habe ich selbst von so einer leichten Sommerlektüre mehr erwartet.

 

Muminvaters wildbewegte Jugend – Tove Jansson

Als Kind habe ich öfter von den Mumins gehört, allerdings hatte ich die Bücher wohl immer nur bei Freunden ausgeliehen, so dass ich mich erst jetzt durch die eigenen Ausgaben pflügen kann und meine nur sehr vagen Erinnerungen auffrischen. Dafür taugte dieser Band sehr – denn er erklärt vieles, auf das in späteren Bänden Bezug genommen wird. Die Mumins kann man einfach nur ins Herz schliessen und ich freue mich, wenn mein Sohn bald mit mir ihre Welt erkunden wird.

 

Germán Kratochwil – Scherbengericht

Dieses Buch stand auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2012. Titel und Cover machten mich neugierig, also kam es in meine Auswahl der Bücher, die ich von der Longlist lesen würde. Im Gedächtnis blieb mir: eine gut erzählte, solide Familiengeschichte, in der jeder für sich alleine kämpft. Einige Episoden gefielen mir sehr, durch einige musste ich mich ein wenig durchbeissen, auch weil die handelnde Person mir nicht immer sympathisch war. Wenn ich ein Wort für das Buch finden müsste, wäre es wohl „grundsolide“ – das Fundament war da, die Bauträger an der richtigen Stelle, Fenster und Türen – und doch hatte mir zum Schluss ein wenig das Leben im „Haus“ gefehlt.

Kerzenschein und Weihnachtszauber – Hrsg. Esslinger Verlag

Eine recht schöne Sammlung an Weihnachtsgeschichten – hat mich nicht ganz so sehr überzeugt, wie die Adventskalenderbücher der vorigen Jahre, die Geschichten waren doch sehr unterschiedlich, manches sehr lang (zu lang zum Vorlesen) und dann wieder sehr kurze Geschichten. Trotzdem, insgesamt schön gemacht, sicher kein Fehlkauf, nur eben auch kein Volltreffer.

Manchmal geschieht ein Wunder – Christine Weiner

In Halbleinen gebunden und sehr romantisch illustriert, ist dieses kleine Büchlein, welches zur Weihnachtszeit in einem Heidelberger Buchladen spielt, mehr ein Geschenkbuch als ein Roman. Und doch: als Weihnachtsbuch, wo es ja gerne mal ein wenig mehr Kitsch sein darf als sonst im Jahr, für Menschen mit großem Herzen, die an Wunder und an die Liebe glauben und sich im Sessel einkuscheln wollen, mit Plätzchen und Tee, eine Schwäche haben für verspielte Illustration – das perfekte Geschenk!

Ganz normale Helden – Anthony McCarten

Seit einigen Jahren gehört McCarten zu den Autoren, deren Bücher ich (auch wenn sie durchaus schwankend sind) mit Spannung erwarte. Unvergessen bleibt für mich „Englischer Harem“, für viele andere wird es „Superhero“ gewesen sein. Mit diesem Roman knüpft McCarten an die Geschichte nach Superhero an. Allein schon dafür gebührt ihm Respekt, denn Fortsetzungen im Generellen sind schon eine schwierige Geschichte, noch schwieriger wird es allerdings, wenn im vorigen Roman die eigentliche Hauptfigur verstirbt. Und doch: er hat es geschafft, das Buch kann sowohl als eigenständiges Werk stehen, aber auch als (sehr gute) Fortsetzung verstanden werden. Und er hat getan, was so mancher vergisst: was passiert nach dem „Ende“? Und wo stehen die Figuren, die vielleicht vorher an den Rand gedrängt wurden, aufgrund der erdrückenden Ereignisse. Für mich hat auch der Teil, der den neuen Medien, virtuellen Welten gewidmet ist, ganz großen Reiz, sind mir doch virtuelle Kontakte nicht fremd und auch die Spielwelten durch meinen Mann sehr vertraut. Ich könnte mir vorstellen, dass es ein Manko ist für jemanden, der sich nicht groß für die Materie interessiert, deshalb ist es auch etwas speziell, dieses Buch zu empfehlen. Und doch: ich empfehle es mit Freuden!

Hab ich selbst gemacht: 365 Tag, 2 Hände, 66 Projekte – Susanne Klingner

Dieses Buch hat eines geschafft: man bekommt sofort Lust darauf, selbst tätig zu werden, etwas herzustellen, zu bearbeiten, etwas neues zu lernen, beim Wachsen zuzusehen. Und in gewisser Weise auch selbst zu wachsen – an Herausforderungen und an der Lust, sich einfach zu trauen, sich etwas zu-zutrauen. Noch dazu schreibt Susanne Klingner sehr sympathisch, auch wenn einige ihrer Projekte auch mal schiefliefen, das machte es für mich nur noch angenehmer zu lesen, so manche Gärtnersorge von ihr habe ich auch schon erlebt oder in Begeisterung und Naivität mal einen Arbeitsschritt übersprungen…*hüstel* Einiges was sie probierte, habe ich mittlerweile auch probiert, vieles interessiert mich noch. Ein tolles Buch zur Inspiration und zumindest beim Lesen macht man es sich auf dem Sofa gemütlich – danach nicht mehr ;-)

Zimtsternschnuppen – Anthologie S.Fischer

Das kleine Bändchen im lila Einband schaute mich schon einige Weihnachten lang an, 2012 habe ich dann eine reduzierte Ausgabe mitgenommen. Im Nachhinein muss ich sagen, fand ich den Kauf eher entbehrlich. Ich erwartete Geschichten von Autoren die ich mag, oftmals waren die Geschichten aber den bereit erschienen Büchern entliehen – d.h. etwa 50% der Buches waren mir bereits bekannt, was zwar ganz „nett“ war, mehr aber auch nicht. Wie es dann so oft ist, bei einer Anthologie gefällt einem nicht alles. So kamen hier gleich mehrere Faktoren zusammen, die das Leseerlebnis schmälerten. Ein paar nette Feiertagsgeschichten gab es, aber so richtig glücklich wurden wir nicht miteinander.