Das Glücksbüro – Andreas Izquierdo

Ich habe eine große Schwäche für verschrobene und schrullige Charaktere. Und Albert, der im Amt für Verwaltungsangelegenheiten seit vielen Jahren Dienst tut (pflichtschuldigst!) und von allen unbemerkt, auch im Amt lebt, hat mein Herz im Sturm erobert! Dieses Buch strotzt vor herrlichen Einfällen, man grinst viel beim Lesen, ein echtes Wohlfühlbuch mit einigen kleinen magischen Einsprengseln und nicht zuletzt einer Liebesgeschichte…!

Du hast es in der Hand – Werner Tiki Küstenmacher

Auf bewährte Art und Weise stellt Küstenmacher in diesem Buch Lebensbewältigungstipps zusammen. Wer seine Bücher kennt, dem wird das ein oder andere sicherlich bekannt vorkommen, für Neulinge ist die Idee des „Hand-Systems“ eine nette, leicht in den Alltag zu integrierende. Hatte für mich weniger Mehrwert als das klassische Simplify, aber das mag auch daran liegen, dass es eher ein Einstieg ist, weniger konzentriert als sein Standardwerk.

Tiere essen – Jonathan Safran Foer

Es ist schwierig, über ein Sachbuch zu schreiben, was die eigene Wahrnehmung so sehr verändert hat. Für mich bleibt nach diesem Buch, dass ich erstmal einige Tage lang nichts anderes lesen konnte (Seltenheit!) weil es mich so sehr beschäftigt hat. Foer schwingt weder eine moralische Keule, noch drückt er auf die Tränendrüse, er präsentiert schlicht Fakten, man merkt dem Buch die intensive Recherchearbeit an. Und aus diesem Grund hat es mich so beeindruckt, denn der Grat, auf dem er wandelt ist verdammt schmal. Bevor ich dieses Buch las, konnte ich mir wirklich nicht vorstellen, etwas in meinem Leben zu verändern, meine Ernährung betreffend. Und doch – nach den letzten Seiten habe ich genau das getan.

Madame Hemingway – Paula McLain

Ein fein gezeichneter Schmöker über die sogenannte „Paris Wife“ – Hadley Hemingway, die erste Ehefrau des Schriftstellers. Man taucht ganz ein in die „roaring twenties“ in Paris und begegnet auf den Seiten der ein oder anderen schillernden Persönlichkeit dieser Zeit. Der (wenn auch zum großen Teil fiktive) Einblick in diese ungewöhnliche Ehe ist unterhaltsam zu lesen und ja – genauso so könnte es gewesen sein…

Pixels Ahnen – Beryl Fletcher

Wenn man mich spontan fragen würde, ob ich Familiengeschichten mag, würde ich erstmal nachdenken müssen. Und dann sagen: Ja – wenn die Familie gehörig ungewöhnlich ist. Zum Glück ist das bei Pixels Ahnen der Fall – eine wirklich etwas verrückte Familiengeschichte, angesiedelt in Neuseeland. Die Autorin spannt einen weiten Bogen über Generationen hinweg, wirft Fragen nach der Herkunft auf, nach Familie, nach den eigenen Wurzeln. Das liest sich spannend und mitreissend und zum Ende hin entwickelt sich soviel mehr aus den unschuldigen ersten Zeilen, als man sich anfangs vorstellen konnte. Das Buch ist bei edition fünf erschienen, einem feinen, kleinen Buchverlag, mit Blick für das Besondere und Augenmerk für edle Ausstattung – das haben sie mit diesem Buch eindrucksvoll bewiesen!

Finn remixed – Oliver Uschmann

Endlich wieder Finn! Diese Reihe für Jungs ab 12 ist einfach ein Geschenk für jugendliche Leser – witzig und mit einer gehörigen Portion Coolness. Auch der dritte Band um Finn, Lukas und Flo ist wieder gelungen, auch wenn ich ein paar klitzekleine Abstriche machen möchte – die ein oder andere Idee hätte ruhig mehr ausgeführt werden können, so wirkte es hier und da ein wenig gehetzt bzw. wurde nicht alles schlüssig geklärt. Einige Seiten mehr hätten mir gut gefallen. Trotzdem: Lesefutter und bei uns eine der beliebtesten Reihen.

Eine exklusive Liebe – Johanna Adorján

Dieses Buch ist geradezu explosiv. Ganz unscheinbar kommt es daher, sehr zurückhaltend, fast schon nüchtern, trotz der Liebe im Titel. Und doch macht gerade diese Unaufgeregheit den Glanz des Buches aus. Die Geschichte einer wirklich aussergewöhnlichen Liebe, die so stark ist, dass sie zum gemeinsamen Selbstmord führt – das geht unter die Haut, die Beschreibungen lassen einen lange nicht los. Lesenswert!