Knapp am Herz vorbei – J.R. Moehringer

Eigentlich kann ich mich hier kurzfassen: dieses Buch hat alles, was ein gutes Buch braucht. Es hat Witz, Charme, eine Liebesgeschichte, Spannung, tollen Stil und eine grandiose Geschichte, die einen von der ersten Seite an begeistert. Wer Willy Sutton, den berühmten Bankräuber noch nicht kannte, wird ihn in diesem Buch kennenlernen, auf einer wilden Reise durch seine Vergangenheit. Beeindruckende Persönlichkeit, außerordentliches Buch. Vertraut mir!

Mein Sommer nebenan – Huntley Fitzpatrick

Im Vordergrund steht die Familie Garrett, mit ihren 8 Kindern sind sie für das Nachbarsmädchen Samantha Attraktion und Abschreckung zugleich. Doch wie sich zeigt, trifft so manches Vorurteil der Stadtbewohner doch viel mehr auf die Verurteilenden selbst zu. Und Samantha muss sich entscheiden, ob Freundschaft und Nachbarschaft genausoviel bedeuten wie Familie. Ein Jugendbuch für den Sommer, mit dem ein oder anderen ernsteren Unterton, schön schmökerig.

Hier könnte ich zur Welt kommen – Marjorie Celona

Oftmals ist es ja so, dass einem ein Cover ins Auge springt und man hängenbleibt. So ging es mir mit diesem Buch und dass der Titel mir auch gleich gefiel, führte dazu, dass ich es unbedingt lesen wollte. In Kanada nimmt diese Familiengeschichte ihren Lauf – allein um der eindrucksvollen Beschreibungen der Gegend ist dieses Buch schon besonders, aber auch die Geschehnisse haben es in sich: das kleine Mädchen, das von seiner Mutter ausgesetzt wurde und in ihren ersten Lebensjahren soviel mehr kämpfen muss, als sie je dachte, das von Familie zu Familie gereicht wird und nie wirklich zur Ruhe kommt. Das Buch ging mir sehr nahe, die Frage nach Familie, Geborgenheit, eigener Identität und auch nach den Beweggründen der jungen Mutter zereissen einem manchmal schlicht das Herz. Und es gab in diesem Buch so einiges, worüber ich gerne zusammen mit dem Mädchen geweint hätte. Stellenweise heftig, aber vorallem ein großartiges Buch!

Unbekannt verzogen – Tom Winter

Fällt in die Kategorie: gemütliches Buch fürs Sofa, zum ein bisschen Seufzen und sich noch tiefer eingekuscheln, eine Sich-Wohlfühlen-Geschichte über zwei, die sich nicht kennen und doch näher kommen, als sie je geglaubt hätten. Das Buch, was man jemandem mitbringt, dem es nicht gutgeht, um ihm ein wenig Mut zu machen, ein bisschen zum Lachen zu bringen.

Atme nicht – Jennifer R. Hubbard

Was ich schon einige Male gelesen hatte, waren Bücher über den Selbstmord von Jugendlichen, aus der Sicht der Zurückgebliebenen. Die Idee dieses Jugendbuches, einen Jungen, der seinen Selbstmordversuch überlebt, zu beschreiben, war mir ganz neu. Sehr behutsam schreibt die Autorin über einen holprigen, schwierigen Weg zurück ins Leben, unter den Augen der überbesorgten Eltern, begleitet von unerwarteten Freunden … und immer wieder spürt man das Prasseln des Wasserfalls, unter den Ryan sich stellt, um sich am Leben zu fühlen, auf den eigenen Schultern…

Gold – Chris Cleave

Ein Sport-Krimi. Gibt es das Genre bisher? Falls nicht, hat Cleave einen guten Einsteiger dafür geschrieben, denn dieses Buch hat so schnelle, atemlose sportliche Szenerien, dass es gut mit einem Krimi mithalten kann. Perfekt eingebettet in eine Geschichte rund um Konkurrenz, Freundschaft, Leidenschaft, Lebensentscheidungen und immer mit einer gewissen Dramatik geschildert, für mich ein rundes Leseerlebnis zum Mitfiebern bis zum Schluss.

Die Glücksbäckerei: Das magische Rezeptbuch – Kathryn Littlewood

Ein zauberhaftes Kinderbuch mit gelingsicheren Zutaten: einer leicht chaotisch-sympathischen Familie, einer Bäckerei, der magische Kräfte zugeschrieben werden und einer ungewohnten Situation, die mit viel Kreativität gemeistert wird und aus der alle Familienmitglieder ein klein wenig anders hervorgehen. Schön geschrieben, ein wirklich liebenswürdiges Cover, was die jungen Leser bei uns im Laden immer geradezu „magisch“ anzieht – feines Buch!

Besser – Doris Knecht

Ein scharf gezeichnetes Portrait einer Frau, die das  eigentlich „perfekte“ Leben lebt – und ständig Angst hat, es könnte  jemand in ihr Innerstes sehen und die Fassade würde bröckeln und ihre Vergangenheit käme zum Vorschein. Bitter, aber nicht verbittert, von herrlicher Ironie und Sprachwitz durchdrungen, angenehm böse und mit starken Sätzen – eine mutige Geschichte, ein kraftvoller Roman.

Nilowsky – Torsten Schulz

 

Dieses Buch hatte in der Verlagsvorschau dermaßen viele Vorschusslorbeeren, von renommierten Buchhändlern, davon einige, deren literarische Meinung ich sehr schätze. Also, obwohl mich spontan die Geschichte nicht sonderlich ansprach, zugegriffen. Zu Anfangs war ich noch optimistisch, dass sich meine Vorbehalte in Luft auflösen würden, je weiter ich kam, desto mehr verstärkten sie sich allerdings. Ich fand nicht den roten Faden, konnte nach kurzer Zeit die Protagonisten nicht mehr „fassen“ und fiel geradezu aus der Geschichte, die so vor sich hinplätscherte. Schade…das Wort „eigenwillig„, was ich desöfteren positiv in anderen Rezensionen las, passt für mich auch – nur das ich damit nicht warm wurde.