Ich hatte den Blog zu ihrer Reise gelesen und war unsicher – wollte ich das alles nochmal lesen? Nachdem ich aber allenthalben Lob las, dachte ich: warum nicht. Und ja: auch wenn man den Blog kennt, lohnt sich die Lektüre. Die Aufteilung in Briefe an Freunde hat dem Ganzen einen persönlicheren Anstrich gegeben, angenehm auch, dass es kein feststehendes Schema gab und durchaus Unterschiede in ihrer Berichterstattung. Hier und da hätte ich mir ein in die Tiefe gehen gewünscht, andererseits ist es auch verständlich, wenn es innerhalb dieses Buches nicht stattfindet, das würde doch den Rahmen sprengen – im Endeffekt lässt das auch angenehm viel Platz für eigene Gedanken, Sehnsüchte und ein bisschen Fernweh.
Autor: Sarah
The Silver Star – Jeannette Walls
Ich werde dieses Buch mit einem meiner Lieblingsbücher vergleichen und mir ist klar, dass ich damit einen hohen Standard setze. Als ich begann zu lesen, fühlte ich mich sofort an „Wer die Nachtigall stört“ erinnert. Walls kann wunderbar erzählen und erstaunlicherweise schafft sie es, den einzigartigen Ton in ihren Bücher zu behalten und trotzdem eine ganz eigene Erzählung zu schaffen, die sich nicht mit vorherigen Werken vergleichen lässt. Ein ganz großer Roman, eine Geschwistergeschichte, eine Geschichte über die Liebe, das Loslassen, die eigenen Wurzeln und verdammt viel Mut. Große, große Leseempfehlung!
Eine Tochter in Berlin – Otto de Kat
Obwohl dieses schmale Büchlein zu einer recht gefährlichen Zeit spielt und ein explosives Geheimnis enthält, hat es mich doch nicht recht fesseln können. Während des Lesens fand ich so einige bemerkenswerte Sätze und Gefallen am Buch, aber nach der Lektüre war dieses Buch doch recht schnell wieder weiter weggerückt. Tut mir irgendwie ein bisschen leid darum, weil ich nichts wirklich kritisieren kann oder möchte – manchmal passen Buch und Mensch eben einfach nicht zusammen.
Silber – Kerstin Gier
Endlich wieder Neues im Jugendbuch von Kerstin Gier! Was ich an dieser Autorin schätze? Ihren Humor, der so ganz auf meiner Wellenlänge liegt. Und auch davon findet sich in „Silber“ eine ganze Menge. Spannender Plot, Figuren mit denen man gerne mal ein Eis essen gehen würde, eine Prise Grusel und Geheimnis – die bewährte Gier-Mischung funktioniert wieder. Und ich freue mich über tollen Schmökerstoff für meine jugendlichen Leserinnen.
Zu Gast als Buchhändlerin bei „We read Indie“
Sarah ist nicht nur Betreiberin des Literaturblogs Pinkfisch, wo sie kurze und knackige Notizen zu den von ihr gelesenen Büchern (und das sind nicht wenige!) veröffentlicht. Sie ist außerdem leidenschaftliche Buchhändlerin und sorgt in dem kleinen, inhabergeführten Buchladen am Freiheitsplatz in Hanau für das Wohl ihrer Kunden. In einem Gespräch mit uns verrät sie, warum es sich lohnt, einmal bei ihr und ihren Kollegen vorbeizuschauen.
Mutter des Monats – Gill Hornby
Der Wahnsinn des Mutter-Daseins – schön bissig, böse und mit scharfer Feder skizziert. Das Höher, Schneller, Weiter, die Abgründe von Engagement und Cliquenwirtschaft. Unterhaltsam, mit dem ein oder anderen Körnchen Wahrheit, die perfekte Strandlektüre, während die Brut sich im Wasser tummelt und anderen Leuten Sandeimer aufs Handtuch kippt…
Die Toten, die niemand vermisst – Hjorth/Rosenfeld
Auch der dritte Band hat mich wieder bestens unterhalten: das Ermittlerteam knüpft neue Bande, entwickelt sich weiter. Veränderungen stehen ins Haus, der neue Fall zerrt an den Nerven, die Perspektivwechsel ergeben erst nach und nach ein Bild… Wieder innerhalb kürzester Zeit verschlungen, mit einem fiesen Cliffhanger zurückgelassen: für mich eine Krimi-Reihe, die Lieblings-Potential hat!
Ein ganzes, halbes Jahr – Jojo Moyes
Ein schwieriges Thema, leichtfüßig erzählt und mit einer symphatischen Hauptfigur besetzt: das liest sich gut und schnell, auch die eine oder andere rührende Stelle war für mich dabei. Das Buch hat mir gefallen, seinen vielen, vielen Vorschusslorbeeren (ein Buch hat es damit ja immer schwer…) wurde es (für mich) aber nicht gerecht, dafür gab es dann doch zuviele Kleinigkeiten, die mich nicht so sehr ansprachen.
Der Stundenzähler – Mitch Albom
Leider ist Albom eher Reporter, als Schrifsteller. Ich merke das wirklich deutlich: bei seinen beiden Büchern, bei denen er sich einer wahren Begebenheit annähert, mit lebenden Personen in Kontakt kommt und Recherche betreibt, bin ich begeistert. Versucht er, eine erfundene Geschichte zu schreiben, liest sich das für mich eher anstrengend. Obwohl die Ideen dahinter immer ganz schön sind, kann er es für mich nicht so transpotieren, wie er es in den beiden oben genannnten Büchern tat. Es bleibt an der Oberfläche. Schade!
Die Liebe und ihr Henker – Irvin D. Yalom
Fallbeispiele aus der Praxis, in gewohnter Manier beschreibt Yalom zehn ungewöhnliche Fälle. Ein Buch, was man gut Stück für Stück lesen kann, weil es einen nachdenklich macht. Man kann es lesen, man kann es analysieren, man kann vielleicht etwas für sich daraus mitnehmen. Und man kann sich freuen: dass es solch fähige Therapeuten gibt, die die seltene Gabe haben, fachlich und schriftstellerisch auf gleicher Ebene zu sein und uns so daran teilhaben zu lassen.