Und Nietzsche weinte – Irvin D. Yalom

Mittlerweile würde ich mich als durchaus Yalom-Fan bezeichnen, umso härter traf es mich, dass ich mit diesem, einem seiner meistverkauftesten Bücher, wirklich kaum etwas anfangen konnte. Sperrig, schwer zu lesen und man bekam keinen rechten Bezug zu den Figuren, ich habe mich wirklich ein wenig durch das Buch gequält und wären nicht einige psychologische Gedanken erzählenswert gewesen und zum Nachdenken angeregt, hätte ich vielleicht doch aufgegeben…Schade, Schade, Schade..!

Die andere Seite des Glücks – Seré Prince Halverson

Familie einmal anders – als ihr Mann stirbt, steht Ella mit den beiden kleinen Kindern alleine da. Nur – sie ist nicht die Mutter. Diese hatte sich vor einigen Jahren, obwohl die Kinder noch sehr klein waren, von der Familie getrennt und Ella nahm ihren Platz ein. Nun beginnt eine ganze Stadt zu überlegen: wen brauchen die Kinder? Die Frau, die sie großgezogen hat? Oder doch die Mutter, die plötzlich wieder auftaucht… Eine einfühlsame Geschichte darüber, dass es soviel mehr gibt als nur Schwarz oder Weiss. Dass Verletzungen und Liebe gleichzeitig existieren können. Und darüber, dass man einen anderen Menschen manchmal doch nicht so gut kannte, wie man dachte. Hat mir gut gefallen, weil das Stiefmutter-Thema mal ganz anders aufgezogen wurde und viele Facetten aufgezeigt wurden.

Das Ende des Bengalischen Tigers – Yoko Ogawa

Da ist es wieder – Kurzgeschichten! Noch dazu sind sie nur lose miteinander verwoben, was meiner Meinung nach sehr verwirrend und fürchterlich enden kann. Aber – wir sind ja hier bei Yoko Ogawa zu Gast. Und bei ihr – ist es schlicht wundervoll. Was mich diese Geschichten angerührt haben, so einige Bilder haben sich fest bei mir eingebrannt, wie sie mit leisem Pinselstrich die Menschen zeichnet… und sie dort wieder auftauchen, wo man sie nicht erwartet, Dinge geschehen, die man nicht erklären kann – definitiv ist diese Autorin eine, die man gelesen haben sollte! Ich schreibe es nochmal: Wundervoll!

Der Duft des Regens – Francis Greenslade

Vielleicht tue ich dem Buch ein wenig unrecht, aber es konnte mich nicht ganz so sehr beeindrucken, wie andere Geschichten mit ähnlicher Thematik (von denen ich einige kurz zuvor las). Es mag also dem direkten Vergleich mit „The Silver Star“ geschuldet sein…Wunderschön allerdings: die Beschreibungen der kanadischen Landschaft und die Atmosphäre einer Traurigkeit…

no place, no home – Morton Rhue

Hat mir wieder richtig gut gefallen. Eine Auseinandersetzung zum Thema Obdachlosigkeit, einer Art Zeltstadt, die Auswirkungen von Mieterhöhungen, Arbeitslosigkeit und Wohnraumknappheit. Ich glaube, dass Rhue hier ein heisses Eisen anfasst, was bisher noch nur als Spitze eines Eisbergs zu sehen ist. Toll zum Jugendbuch aufgearbeitet, aufwühlend und nachdenklich machend.

Kleine Schritte – Louis Sachar

Eine Fortsetzung und zwar von „Löcher“, einem wunderbaren Klassiker der Jugendliteratur. Ehrlicherweise habe ich hier sehr wenig erwartet, denn ich konnte mir nicht recht vorstellen, wie der Bogen zur Vorgeschichte geschlagen werden sollte. Umso schöner, überrascht zu werden: ein unterhaltsamer Jugendroman, der sich mit der Frage auseinandersetzt: was passiert eigentlich nach dem Vorhang, dem Happy-End, wie geht es weiter? Noch dazu besetzt mit ungewöhnlichen Figuren und Ereignissen, richtig schön zu lesen.

Die Flüsse von London – Ben Aaronovitch

Schwierig. Am Anfang habe ich mich noch gekugelt, herrlicher Stil, britischer Witz und genau das richtige, für eine Wenig-Krimileserin, ein Krimi verpackt in schräges Geschehen und Übersinnliches. Leider wurde mir genau das dann irgendwann zuviel, zu überzeichnet, auch die Geschichte stagnierte und ich erwischte mich dabei, dass ich das Buch eher widerwillig zur Hand nahm. Ich glaube, für Fans von schrägem Humor und abgedrehten Figuren ist es ganz sicher eine Empfehlung, ich war irgendwann einfach etwas ermüdet. Ob ich den anderen Bänden noch eine Chance gebe, mal schauen.