Die Listensammlerin – Lena Gorelik

Obwohl mir dieses Buch sehr gut gefallen hat, fand ich es schwer einen Leseeindruck zu formulieren. Stattdessen habe ich mir Stichpunkte gemacht und es auf später verschoben. In der Zwischenzeit hat die Klappentexterin auf ihrem Blog das ganze soviel besser gemacht als ich, dass ich fast schon den Leseeindruck unter den Tisch fallen lassen wollte…aber dafür fand ich das Buch dann doch zu gut. Daher – hier meine kleine Liste ;-)

  • Familienroman
  • Grischa
  • Listen, sympathisch, angenehm nerdig
  • gut lesbar
  • Verbindung zwischen Familie, Prägung,
  • Angst um Tochter, Krankheit, Beziehung der Eltern
  • Schreiben
  • der unbekannte Onkel, der schwarze Schaf, Politik

Die amerikanische Nacht – Marisha Pessl

Ich versuche immer noch, meinen Eindruck festzunageln. Also, mal ein Versuch ungeordneter Art: einerseits: die Form (durchsetzt mit Zeitungsartikeln, Bildern, Internetartikeln etc.) – sehr passend, toll gemacht. Gehört irgendwie so zu den Büchern, wo man, obwohl man durchaus manches in Frage stellt, am Ende froh ist, dass man es gelesen hat. Das Genre (Mix aus Krimi und Horror) hab ich so noch nicht gelesen, kenne da aber auch kaum was, und fand ich ansprechend – ich hatte jedenfalls ziemlich Gänsehaut/Grusel zwischendrin. Auch die Geschichte, die Fährten, die ausgelegt werden, ich finde, der Leser wird gut auf Trab gehalten.

Nun das Aber: die Sprache. Hab mich schon vorzüglich mit meinem Mann drüber verdiskutiert: ich finde sie relativ unspektakulär und meinte mich zu erinnern, dass Pessl ja als literarisches Wunderkind gehandelt wurde. Also…so spontan hätte ich gesagt: es passt zu den handelnden Personen (was dann ja auch in Ordnung ist, die sind nunmal z.Tl noch sehr jung) aber es ist, wenn man jetzt mal als Vergleich Perlman lesen würde, überhaupt kein Vergleich. Umgangssprache, hier und da mal eine blumige Beschreibung, aber eben keine Gänsehaut-Sätze. Das MUSS bei so einem Buch auch nicht unbedingt sein, aber ich war irgendwie irritiert, weil ich ihr eine ganz andere Sprache zugeordnet hatte, aufgrund der Vorschau…Also Mhm. Mhm. Mhm. Und ich weiss nicht recht, wem ich das empfehlen soll – es ist so schwer, es zuzuordnen und die ein oder andere Grusel/Horror-Szene würde ich spontan nicht jedem Kunden zumuten…und doch ist die Geschichte wirklich packend und entwickelt einen Sog. Übers Ende kann ich hier ja nicht recht diskutieren ;-)

Nenn mich einfach Superheld – Alina Bronsky

Der Plot war so vielversprechend und auch die ersten Kapital lasen sich frisch und voller unverbrauchter Gefühle und Aussagen, bereit, dem Leser einiges zuzumuten. Für mich hatte das Buch einen Bruch, mit dem ich mich erst zum Schluss hin anfreunden konnte, den dieser glättete die Wogen für mich. Es ist das gute Recht des Autoren, seine Leser im Unklaren zu lassen, ebenso aber auch mein Gefühl eine Daseinsberechtigung: mich ein wenig betrogen zu fühlen, weil ich einige Zeit im Buch umherirrte, völlig unsicher, wohin es mich führen würde.

Lockwood & Co: Die seufzende Wendeltreppe – Jonathan Stroud

Endlich wieder Stroud, wie man ihn kennt und liebt. Was soll ich sagen: hier kommt wieder der herrliche Witz des Autors zum Tragen, die Geisterumgebung ist mal etwas erfrischend anderes, das Team rund um Lockwood ein schön skurriles: hat mir rundherum gefallen. Einzig: es ist definitiv ein Jugendbuch, weniger erwachsen als Bartimäus. Aber: wer schert sich darum? Ich jedenfalls nicht: ich freue mich auf eine tolle neue Jugendbuch-Reihe mit gruseligem Einschlag!

Die Frau, die ein Jahr im Bett blieb – Sue Townsend

Britischer, bitterböser Humor bei der Betrachtung einer eigentlich ganz normalen, spießigen Familie. Als Familienoberhaupt Eva beschliesst, nach dem Auszug ihrer Kinder einfach im Bett zu bleiben, bricht ein Chaos aus, mit dem wohl niemand gerechnet hatte – am wenigsten Eva selbst. Eine hundertprozentige Empfehlung wird es nicht werden, man muss diese spezielle Art von Humor schon sehr mögen. Für Freunde des Skurrilen kann ich allerdings sagen: hier ist die Verweigerung des alltäglichen Alltagsbreis trefflich auf die Spitze getrieben worden.

Schwimmen mit den Elefanten – Yoko Ogawa

Und wieder muss ich sie einfach nur loben und schwärmen – was für eine Autorin! Erneut schafft sie es, mich so schnell in ihren Bann zu ziehen, mit fliegenden Fingern blättere ich die Seiten um. Sie weiss, welche Schubladen sie aufziehen muss, damit ich in einem Buch versinke: Figuren die wie ausgesetzt wirken in unserer Welt, das Königsspiel Schach, eine Freundschaft, die niemand vorausahnen konnte. Und diese leise Atmosphäre, die all ihren Romanen und Kurzgeschichten zugrunde liegt.

Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert – Joel Dicker

Es gibt Bücher, zu denen kehrt man gerne zurück. Die man nur widerstrebend beiseite legt, um sich im gleichen Moment darauf zu freuen, sie wieder zur Hand zu nehmen und weiterzulesen. Spannend, genau beobachtet und durchzogen von Erinnerungen, lässt dieser Roman, der fast ein Krimi sein könnte, keine Langeweile aufkommen, fesselt den Leser und obwohl er schon 700 Seiten umfasst, er hätte auch noch länger andauern können…Wunderbarer Schmökerstoff!

 

Zeit der Krabben – Hanna Jansen

Ein eher leises, ruhiges Jugendbuch, die Geschichte einer jungen Frau, die auf einer Insel aufwächst und die mit gänzlich anderen Herausforderungen zu kämpfen hat, als ihre Altersgenossen in einer Großstadt. Und doch – manches bleibt sich gleich, ob Stadt, Land oder Insel. Einfühlsam geschildert, mit einem Blick auf die eher dunklen Punkte, die in einer kleinen Gesellschaft Schwierigkeiten erzeugen können, auf Nöte, Süchte, Wünsche.