Zweier ohne – Dirk Kurbjuweit

Eine Empfehlung meiner Kollegin, ein wenig verglich sie das Buch mit „tschick“, rein von der Stimmung her. So richtig gefunkt hat es bei mir nicht – es ist ein ruhiges Buch, manchmal fast schon zu langsam für mich. Die Sorgen und Gedanken der jungen Protagonisten erreichten mich nicht, verloren sich auf halber Strecke. Und doch: wenn meine Kollegin das Buch empfiehlt, höre ich jedes Mal wieder gerne zu.

Das Rosie-Projekt – Graeme Simsion

Etwas zwiespältig. Eigentlich trifft es genau meinen Humor: „Nerd“ Don trifft auf weiblichen „Nerd“ Rosie und mit etwas Witz und Verwicklung entfaltet sich eine romantische Geschichte. Woher also der Zwiespalt? Don hat das Asperger-Syndrom. Und ich frage mich, und zwar genau deshalb, weil ich Respekt vor dieser Diagnose habe, ob ich seine Verhaltensweisen, die er ja im Endeffekt seiner Krankheit zu verdanken hat, so witzig finden kann, wie sie hier dargestellt werden? Denn auch wenn er seine Grenzen ausdehnt, so ist es für ihn ja doch von gewisser Wichtigkeit, dass Abläufe passen und stimmen – daran wird ein anderer Mensch nur in geringen Maßen etwas ändern können. Solche „Umkrempel“-Geschichten hinterlassen bei mir immer ein leicht schales Gefühl.

Es wird keine Helden geben – Anna Seidl

In Anbetracht des zarten Alters der Autorin, hat sie da ein ganz ordentliches Debüt vorgelegt. Ihre Sicht eines Amoklaufes und der Zeit danach war eindringlich geschildert und hat mich besonders beeindruckt, weil ihre Hauptfigur im Laufe des Buches eine Wandlung durchmacht, die sie mich immer besser verstehen ließ. Mal schauen, was von dieser jungen Frau noch kommt.

Die Pilgerjahre des farblosen Herr Tazaki – Haruki Murakami

Haruki Murakami ist ein besonderer Autor. Seit zehn Jahren ist er die Antwort auf die Frage nach meinem Lieblingsautor – diesen Sonderstatus wird er wohl immer haben. Gerade ist sein neuer Roman erschienen. Im Versuch, dieses wirklich wundervolle Buch beschreiben zu wollen, fehlen mir fast die Worte – aber nur fast. Ein dichtes, atmosphärisches Buch, welches mir mit eindrucksvollen Figuren und Gefühlen ein ganz außergewöhnliches Leseerlebnis bereitet hat. In seiner feinen und unnachahmlichen Art erzählt uns Murakami eine Geschichte von Freundschaft, Verletzungen und Schatten der Vergangenheit. Wer Haruki Murakami bisher noch nicht kannte, sollte sich auf diese Reise machen um einen der größten Autoren unserer Zeit kennenzulernen.

Zwei Zebras in New York – Marc Michel-Amadry

Wie aus einem kleinen Zeitungsartikel eine französisch-charmante Geschichte über das Glück, die Liebe und Menschlichkeit werden kann – dieser Roman zeigt es uns. Das Geschenk für die beste Freundin, für Gerneleser, für Abtaucher und Menschen die gerne „mal etwas fürs Herz“ lesen. Darf man zu einem Buch entzückend sagen? Zu diesem schon!

Das Museum der Stille von Yoko Ogawa

Dieses Werk von Ogawa kommt etwas ruhiger daher, der Geschichtenverlauf packt einen eher langsam – ich kann mir vorstellen, dass nicht jeder auf Anhieb in das Buch findet. Mir hat es aber wieder gut gefallen, wenn ich auch zum Einstieg eher „Das Geheimnis der Eulerschen Formel“ empfehlen würde. Yoko Ogawa hat sich in meinem Bücherregal definitiv einen Platz erobert, der bleiben wird.