Der kleine Bruder – Sven Regener

Hach, toll, endlich wieder Herr Lehmann! Bzw. Frank oder auch Frankie…. Als einzelnes Buch hat dieser Roman auch so seine Momente, allerdings wird er erst im Zusammenhang mit den anderen beiden Büchern „Herr Lehmann“ und „Neue Vahr Süd“ so richtig gut. Da finde ich ist die Ergänzung perfekt gelungen. Hier erstreckt sich die Handlung nur über 2 Tage, es wird viel geredet, palavert, diskutiert, getrunken. Und auch wenn man sich denkt „Mensch, ganz schön abgedreht“ denkt man gleichzeitig „Ja, genauso muss das gewesen sein“. Mir hat es jedenfalls großen Spaß gemacht!

Die weisse Löwin – Henning Mankell

Ist ja jetzt der erste etwas dickere Wallander für mich gewesen, mit mehr Hintergrund zu allem. Fand ihn trotzdem spannend, man muss sich halt darauf einlassen und recht schnell entsteht dann das große Ganze. Ist, wie eine Freundin schon bemerkte sehr politisch und spielt eben zu großen Teilen nicht in Schweden aber das hat ja auch seinen Reiz. Bin sehr gespannt wie es dann demnächst mit Wallander weitergeht…

Firmin ein Rattenleben – Sam Savage

Ein recht schmales Buch mit rund 200 Seiten und das fand ich den Vorteil daran, ich wurde damit nicht recht warm. Die Idee, eine Ratte die Unterschlupf in einer Buchhandlung findet zu einem Leser zu machen fand ich gut, leider war die Ratte teilweise einfach so unsympathisch bzw. ich konnte ihre Beweggründe einfach nicht so gut nachvollziehen. Es gab einige schöne Szenen, sehr viele Anspielungen auf Literatur, aber ebenso viele Szenen mit denen ich nicht recht warm wurde. Kein wirklich schlechtes Buch, aber wirklich an mich gerührt hat es leider nicht.

Mörder ohne Gesicht – Henning Mankell

Mein Mann hat grade seine Wohnung in Malmö bekommen und mir wurde dann im Laden von meinen Kollegen gesagt, Ystad, wo die Wallander meist spielen wäre ziemlich nah dran und ich sollte es doch mal versuchen…okay, i try! Sonst hätte ich glaub ich eher keinen Mankell in die Hand genommen… Aber ich versuch es nun einfach mal, als Einstimmung auf Schweden nächstes Jahr! […]

Toll! War ja mein erster Mankell bzw. Wallander und ich hab eigentlich nicht erwartet, das es mir SO gut gefällt. Der etwas verquere Wallander(und sein Privatleben…ich mag es wenn man immer mal Einblicke bekommt), ein spannender Fall mit richtig Geschichte drumherum, irgendwann hatte man den Kollegenkreis von Wallander auch im Kopf…und natürlich spielt es in Schweden was für mich grade recht wichtig ist…habs total schnell durchgehabt und war begeistert – werd mir nun nach und nach die restlichen Bände besorgen!  Bin immer noch überrascht, hab heute herrliche Lesestunden damit verbracht!

Der letzte Elf – Silvana de Mari

Am Anfang fand ich den Elf ja knuffig (jeder Rollenspieler wird mir zustimmen!). Naiv, liebenswürdig und immer an das gute im Menschen glaubend. Führt natürlich zu den absurdesten Situationen. Aber nach einer Weile ging es mir einfach auch etwas auf die Nerven. Es ist wirklich nette Fantasy für Kids, mir war es dann am Schluss einfach doch zu sehr Kinderbuch rein von der Handlung. Zwischendrin wars durchaus etwas mit ein bisschen mehr Geschehen und einigen guten Einfällen, aber dann doch wieder zu „einfach gestrickt“. Trotzdem, habs ganz gern gelesen.

Kontrapunkt – Anna Enquist

Anna Enquist hat mit diesem Buch ein kleines, feines Meisterwerk geschaffen. Auf der Basis der Goldberg-Variationen von Bach beschreibt sie den Prozeß der Aufarbeitung einer Mutter, die ihre Tochter verloren hat. Fein verwebt in die Musik brechen Bruchstücke aus dem gemeinsamen Leben hervor, taucht man ein in Erinnerungen und immer wieder bringt die Partitur und das Spiel die Frau an ihre Grenzen.

Sehr schön zu lesen, eine ergreifende und doch so „normale“ Familiengeschichte. In jedem Satz spürt man die tiefen Gefühle die die Mutter für ihre Tochter hegt, die Beschreibungen der Musik, der Noten und der Paralellen zur Geschichte geht einem auch als Nicht-Musiker auf und berührt. Für mich eines der schönsten Bücher für den Herbst 2008 ! Lesen!

Das verlorene Leben – Frank Bresching

Las sich wirklich sehr gut durch, es gibt solche Bücher die man einfach ohne Kanten durchlesen kann – dieses gehört dazu. Anfangs noch fast naiv erzählt, fragt man sich, wo bleibt der Psychothriller? Nach und nach entblättert sich die Geschichte aber es bleibt doch sehr lange spannend…und man erwartet den Schluss meiner Meinung nach in dieser Form absolut nicht.

Doch, wirklich gelungen und noch dazu ein deutscher Krimi – bin angetan!

Sex2 – Sibylle Berg

Obwohl es mir mal wieder wirklich gut gefällt – es liest sich nicht so leicht, ist ziemlich deprimierend und traurig, diese Großstadt, jedes Einzelschicksal auf seine Art depressiv oder auch krankhaft…und doch finde ich, bringt Frau Berg es sehr auf den Punkt. Keine leichte Lektüre…werd wahrscheinlich in Etappen lesen, habe Lust zu lesen, aber den ganzen Tag über, da wird einem selbst irgendwann trüb…[…]

Nun ist die Berg auch durch – der obige Eindruck bleibt – ich find das Buch toll, aber es ist wirklich heftig – jedes Schicksal hat seine Leiche im Keller (fast schon wörtlich zu nehmen..), Sex, Drogen, Mordgelüste – alles dabei. Aber sowas muss man halt auch erstmal schreiben können …;-)