Der Vorleser – Bernhard Schlink

Keine Frage, Schlink jongliert hier sehr gekonnt mit Moral, Schuldfrage, Verzweiflung, Ehrlichkeit…das Buch ist in sich sehr schlüssig, die Beschreibungen konnte ich sofort in meinem Kopfkino vor mir „sehen“. Die Intimität des gemeinsamen Vorlesens, und wie dieses Thema sich durch den ganzen Roman zieht hat mich sehr beeindruckt. Am Schluss habe ich heftig geschluckt, das hatte ich nicht erwartet. Insgesamt ein heftiges Buch, beeindruckend. Trotzdem ein kleiner Abzug: die Geschichte hat mich interessiert und auch weiterlesen lassen, allerdings nicht der Stil, der mich nicht richtig fesseln konnte.

Der singende Baum – Tim Winton

Die Geschichte zweier Außenseiter in einem Küstenort in Australien. Sie ist die Freundin des erfolgreichsten Fischers vor Ort, der seine Frau verlor. Nicht viel verbindet die beiden, ihre Rolle als Stiefmutter für die beiden Söhne macht ihr auch eher zu schaffen. Lu Fox hat seine ganze Familie bei einem Unfall verloren, lebt seither als Aussteiger und heimlicher Fischer auf einer kleinen Farm. Als Georgie ihn beim heimlichen Fischen ertappt, entwickelt sich zwischen beiden eine Liebesgeschichte – für den kleinen Ort an sich ein Skandal…Joah. Es passiert nichts neues in diesem Roman, gerettet wird er durch einige sehr schöne Passagen und immer wieder wunderbare Beschreibungen von Australien, der Landschaft, dem Leben dort. Ein bisschen zäh, aber diese Beschreibungen machten vieles wieder wett.

Hühnersuppe für die Seele: Für Arbeit & Beruf

Kann die „Hühnersuppen“ nur empfehlen, wirklich so wunderbare Geschichten und auch Sprüche, die einen zum Nachdenken bringen und, so blöd es eben klingt: Man liest es und hat ein Lächeln im Gesicht und das kann man in dieser Welt einfach immer mal wieder brauchen! Wirklich wunderbar! Grade „Arbeit & Beruf“ hat mir viel Inspiration gegeben!

Einmal im Leben – Jhumpa Lahiri

Dieses Buch habe ich schon ganz lange bei mir liegen…heute hat es mich angelacht und es hat sich sehr gelohnt, ich habe es in einem Zug durchgelesen. Eine indisch-amerikanische Liebesgeschichte, so gut erzählt über die Jahre hinweg…wunderschöner Stil, immer mit kleinen ja „Schaumkrönchen“ an Erzählkunst auf den Wellen dieses Romans. Wirklich absolut lesenswert!

Herr Nakano und die Frauen – Hiromi Kawakami

Fängt sehr gut an, mit tollem Stil, wird aber zur Mitte/Schluss hin etwas verworren, klärt sich dann wieder auf. Der Roman ist durchaus erotisch, allerdings eben auch sehr „japanisch“ – nicht mit allen Anspielungen konnte ich etwas anfangen. Trotzdem, allein wegen der schönen Skurrilität und auch einigen sehr schönen Sätzen durchaus lesenswert. Herr Nakano und sein Trödelladen ziehen seltsame Gestalten und Aussenseiter einfach an…

Krankmeldungen – Gwendoline Riley

„Mal wieder“ ein Buch über ein junges Mädchen, ohne Perspektive, in einer großen Stadt, die ihre Tage mit Teetrinken, sich betrinken, schreiben, schlafen und Rumhängen verbringt. Aber zum Glück schreibt Gwendoline Riley es so, das man wirklich das Gefühl hat, die Protagonistin hat sich ausgeklinkt, sich „krankgemeldet“, so wirkt das Bild das die Autorin entwirft, weniger hart, auch die Figur der Donna, ihrer besten Freundin die jeden Sturz „abfedert“ hilft dabei. Ein bisschen deprimierend finde ich eine so junge gescheiterte Existenz immer beim Lesen, aber das ist ja auch die Kunst: den Leser zu bannen und einfühlen zu lassen in diese Welt. Gut gemacht, Frau Riley!

Letzte Reise – Anna Enquist

Der Stil und ihr Wortfluss sind wirklich richtig toll, deshalb habe ich es auch gerne gelesen. Die Idee, von James Cook aus der Sicht seiner Frau zu erzählen, finde ich auch spannend. Grade diese Geschichte zwischen ihr und ihm, ihrer Entfremdung und doch Liebe hat mich sehr interessiert – aber es geht halt auch viel um die Expeditionen, die Seeleute, Entdecker…nichtmal das es so „zäh“ gewesen wäre, ich habe einfach nur nicht soo großes Interesse daran. Deshalb hab ich recht lange dran gesessen, trotzdem würde ich es empfehlen :-)

Wer ist Violet Park?- Jenny Valentine

Die Geschichte fängt damit an, das der 16järige Lucas in einem Taxiunternehmen eine Urne sieht – darin befindet sich die Asche von Violet Park. Aber – wer war Violet Park? Warum ist ihre Urne im Taxi liegengeblieben? Und – was hat sie eigentlich mit seinem Leben zu tun? Diese Geschichte ist so wunderbar geschrieben, die Zusammenhänge so schön komponiert – ein ganz tolles Jugendbuch, über die, die man liebt, weil sie einen verlassen. Es klärt vielleicht nicht alle Fragen. Aber man findet Antworten, von denen man nicht wusste, das man sie braucht.

Sorry – Zoran Drvenkar

Ein heftiges Buch, das muss man schon sagen. Auf den ersten paar Seiten war ich schon ganz schön fertig. Der Anfang gestaltet sich etwas nebulös, dann kommt die Geschichte in Fahrt und reisst einen mit …böse, sehr spannend und ja..verdammt guter Thriller! Gut gemachte Figuren und Geschichten – eigentlich fängt alles ganz harmlos an. 4 Freunde gründen eine Agentur, die sich für andere entschuldigt – das Geschäft läuft gut. Bis sie sich eines Tages für etwas entschuldigen sollen, was moralisch und ethisch völlig gegen ihre Vorstellungen läuft…