Ein Schwedenkrimi, ein recht gut aufgemachter Fall – die große Spannung/Dramatik gibt es nicht, wohl aber den ein oder anderen „Aha“-Effekt. Schön ist die „Nebengeschichte“, die das Ermittlerduo ein wenig näher bringt, Polizist und Schriftstellerin. Las sich süffig und gut weg, allerdings manchmal ein wenig arg flapsig, aber insgesamt hat mich das auch nicht wirklich gestört, eher verwundert. Und die schwedische Atmosphäre ist einfach toll, wenn man grade viel mit dem Land zu tun hat :-)
Die Brandmauer – Henning Mankell
Hat mir auch wieder gut gefallen, allerdings waren für mich z.B. Mittsommermord oder Die fünfte Frau doch noch ne Klasse besser. An sich gefiel mir auch der Fall, aber er blieb so „ungreifbar“, obwohl eine Katastrophe bevor steht, kann man es irgendwie nicht erfassen. Schwer zu sagen. Trotzdem – Mankell kanns einfach!
Hühnersuppe für die Seele – Zum Kraftschöpfen
Und nun habe ich mit „Hühnersuppe für die Seele – Zum Kraftschöpfen“ angefangen und möchte mir am liebsten jede zweite Seite anmarkern, weils so schön und weise ist und einfach gut tut. Habe mir jetzt kleine Haftnotizen geschnappt und werde ganz viel markieren…gefällt mir wirklich gut und passt grade so gut zu mir und dem Leben. […]
Hat mir sehr gut gefallen – mein Exemplar ist voller Post-Its. Sehr inspirierend, anregend und auch einfach mal schön! Habe ich genoßen, werde ich öfter verschenken!
Ich knall euch ab – Morton Rhue
Nicht Rhues bestes Buch, aber doch sehr bedrückend, wie er sich diesem (leider so aktuellem) Thema widmet. Er klärt nicht die Schuldfrage, er lässt in Fragmenten Mitschüler, Eltern, Freundinnen, Lehrer, Nachbarn zur Sprache kommen und jeder fragt sich, versucht zu erklären – wie konnte es zu dieser Tragödie kommen? Vielleicht gefällt mir das grade so daran – das klar wird, das eine solche Tat aus sovielen verschiedenen Punkten besteht und das man an sovielem arbeiten muss, wenn Schulen wieder ein sicherer Ort werden sollen, an dem Toleranz herrscht, an dem niemand „zurückbleibt“.
Valley – Jonathan Stroud
Zunächst muss man sagen: es ist ganz anders als Bartimäus. Relativ wenig Fantasy eigentlich, eher etwas geschichtlicher angehaucht, die Namen aus dem Nordischen. Die Geschichte braucht ein bisschen um in Gang zu kommen, aber es liest sich gut, nach und nach kommt auch immer mehr „Pfiff“ ins Spiel, und nachdem im Anfang eher Wert darauf gelegt wird, einen Überblick zu schaffen, geht es nach einem Viertel doch sehr rund (und ich habe mit Spannung gelesen!) und es werden Intrigen zutage gefördert, ein schönes Jugend Abenteuerbuch, man gruselt sich ein bisschen, man rennt mit weg, man fragt sich: Gibt es nun Trolde, die das Tal (Valley) einkesseln – und: Was liegt eigentlich hinter dem Tal?
Für mich aber klar eher Jugendbuch, im Gegensatz zu Bartimäus, der ein breiteres Publikum anspricht, so empfand ich es zumindest.
Easter Parade – Richard Yates
Toll! Der Mann konnte schreiben! Emily und Sarah wachsen in den 30ger Jahren auf, schlagen beide sehr unterschiedliche Wege ein – Familie und Karriere – und sind doch beide nie glücklich. Ein toller Roman, psychologisch dicht, klar erzählt, ganz unsentimental. Empfehlung meinerseits! Er schaut genau hin und kann die Stimmung gut rüberbringen!
Das Mädchen das sterben sollte – Glynn Maxwell
Ein sehr ungewöhnliches Buch, fast nur in Dialogen verfasst (Telefongespräche, Gespräche, Interviews, Anrufbeantworter etc.). Macht es einerseits sehr mitreissend zu lesen, ist aber auch nicht unanstrengend. Susan Mantle gerät durch die Vorhersage einer Wahrsagerin in Panik – und löst durch einen, unter Tränen gesprochenen Satz (leider in eine Fernsehkamera) einen nationalen Hype aus. Sie will allerdings überhaupt nicht berühmt werden…und wird es deswegen grade erst recht. Es ist schon brilliant vorgeführt, wie verquer und heftig diese Medienwelt reagiert, ihren Freundeskreis durchwirbelt…trotzdem keine Top-Empfehlung, dafür ist es an einigen Stellen doch etwas zu langatmig…
Stiller – Max Frisch
Die Idee des Buches ist nicht schlecht, aber es zerfasert, lest sich mühelos zur Seite legen, fesselt nur selten, zumindest mich. Trotzdem teilweise einfach gut geschrieben…es lässt mich trotzdem unbefriedigt zurück – ich kann keinen richtigen Sinn finden und es hat mich auch nicht berührt – wenn ein Buch diese beiden Dinge nicht hat, finde ich es immer extrem schwierig… […]
Ich lese ja nun wirklich viel, aber hier hab ich mich echt ziemlich gequält. Das Buch hinterlässt bei mir größtenteils Freude darüber, das ich es durchhabe :-D. Auch wenn es einige ganz tolle Stellen hat, da sei im zweiten Teil diese Höhlenforschung genannt – eine irre Situationsschilderung – da war ich dann wieder sehr gefesselt..
Der Schneewittchen Club – Lily Archer
Endlich, endlich wieder ein Jugendbuch mit Klasse! Tolle Protagonistinnen, die menschlich und wie aus der eigenen Schulzeit wirken, mit dem Thema „böse Stiefmutter“ ein sehr bekannter Aufhänger gefunden – lustig geschrieben, ohne gekünstelt zu wirken, mit herrlichen Szenen und einer rasanten Story. Ich hab sehr viel geschmunzelt – tolle Unterhaltung ohne oberflächlich zu sein! Daraus könnte man eine 1a Teenie-Komödie mit durchweg Tiefgang machen! Meine Empfehlung im Jugendbuch zur Zeit!
Die Stille danach – Katrin Stehle
Sophia und Uli – die unzertrennlichen Zwillinge. Irgendwann, als sie älter werden, zerbricht das enge Band zwischen Ihnen. Als Uli einen Unfall hat, wird Sophia nachdenklich – kann ihre Familie wirklich mit diesem Schicksalsschlag umgehen? Wird alles totgeschwiegen, oder kommen sie schon klar? Und wer war Uli eigentlich? Bei dem Versuch, ihn und sei Leben zu verstehen, ist nicht klar, ob Sophia ihm näher kommt, oder sich immer mehr verliert – sie muss ihren eigenen Weg finden. Ein ziemlich trauriges, aber auch sehr nachdenkliches Jugendbuch, das mehr als nur eine Frage für den Leser aufwirft und einem ziemlich an die Nieren geht.