„Mal wieder“ ein Buch über ein junges Mädchen, ohne Perspektive, in einer großen Stadt, die ihre Tage mit Teetrinken, sich betrinken, schreiben, schlafen und Rumhängen verbringt. Aber zum Glück schreibt Gwendoline Riley es so, das man wirklich das Gefühl hat, die Protagonistin hat sich ausgeklinkt, sich „krankgemeldet“, so wirkt das Bild das die Autorin entwirft, weniger hart, auch die Figur der Donna, ihrer besten Freundin die jeden Sturz „abfedert“ hilft dabei. Ein bisschen deprimierend finde ich eine so junge gescheiterte Existenz immer beim Lesen, aber das ist ja auch die Kunst: den Leser zu bannen und einfühlen zu lassen in diese Welt. Gut gemacht, Frau Riley!
Letzte Reise – Anna Enquist
Der Stil und ihr Wortfluss sind wirklich richtig toll, deshalb habe ich es auch gerne gelesen. Die Idee, von James Cook aus der Sicht seiner Frau zu erzählen, finde ich auch spannend. Grade diese Geschichte zwischen ihr und ihm, ihrer Entfremdung und doch Liebe hat mich sehr interessiert – aber es geht halt auch viel um die Expeditionen, die Seeleute, Entdecker…nichtmal das es so „zäh“ gewesen wäre, ich habe einfach nur nicht soo großes Interesse daran. Deshalb hab ich recht lange dran gesessen, trotzdem würde ich es empfehlen :-)
Wer ist Violet Park?- Jenny Valentine
Die Geschichte fängt damit an, das der 16järige Lucas in einem Taxiunternehmen eine Urne sieht – darin befindet sich die Asche von Violet Park. Aber – wer war Violet Park? Warum ist ihre Urne im Taxi liegengeblieben? Und – was hat sie eigentlich mit seinem Leben zu tun? Diese Geschichte ist so wunderbar geschrieben, die Zusammenhänge so schön komponiert – ein ganz tolles Jugendbuch, über die, die man liebt, weil sie einen verlassen. Es klärt vielleicht nicht alle Fragen. Aber man findet Antworten, von denen man nicht wusste, das man sie braucht.
Sorry – Zoran Drvenkar
Ein heftiges Buch, das muss man schon sagen. Auf den ersten paar Seiten war ich schon ganz schön fertig. Der Anfang gestaltet sich etwas nebulös, dann kommt die Geschichte in Fahrt und reisst einen mit …böse, sehr spannend und ja..verdammt guter Thriller! Gut gemachte Figuren und Geschichten – eigentlich fängt alles ganz harmlos an. 4 Freunde gründen eine Agentur, die sich für andere entschuldigt – das Geschäft läuft gut. Bis sie sich eines Tages für etwas entschuldigen sollen, was moralisch und ethisch völlig gegen ihre Vorstellungen läuft…
Der Fall Jane Eyre – Jasper Fforde
Ich verstehe, warum Fforde viele Fans hat – die literarischen Anspielungen sind wirklich toll gelegt, die Namensgebungen, Gegebenheiten etc. Ein bisschen anstrengend fand ich die zig Bezeichnungen der Agenten, klar, das macht auch den Charme des Buches aus, das keiner so recht weiss, welche Hand was tut, ich fands aber etwas anstrengend, grade zu Anfang ist es sehr „geballt“. Das gibt sich aber dann bald, es bleibt ein spannender, verrückter Fall für alle die Bücher & vor allem Jane Eyre lieben. Doch, abgesehen von diesem kleinen Manko: Daumen hoch!
Das absolut wahre Tagebuch eines Teilzeit-Indianers – Sherman Alexie
Sehr gut! Ein Buch das man in einem Rutsch liest, weil es keinen guten Zeitpunkt gibt, es mal wegzulegen. Als „Junior“ mit 14 aus seinem Reservat „ausbricht“ und anfängt zu einer „weissen“ Highschool zu gehen, fällt es ihm schwer zu sagen, wohin er gehört, auf der Schule ist er Aussenseiter, zuhause im Res. der Verräter. Mithilfe von Büchern und gezeichneten Comics (im Buch ^^) drückt er sich aus – das liest sich verdammt ehrlich, rasant und ja…ich fands überaus beeindruckend. Alexie ist selbst Spokane-Indianer, das Buch trägt autobiographische Züge. Würde ich Sternchen vergeben: Hier sind 5! Für ein verdammt gut gemachtes Jugendbuch!
Ps: Erschein im Oktober 2009!
Paul Vier und die Schröders – Andreas Steinhöfel
Als die Schröders im Haus nebenan einziehen, zerreißen die Nachbarn sich das Maul – eine alleinstehende Frau und 4 Kinder mit seltsamen Namen wie Erasmus und Delphine? Aber es bleibt nicht beim Klatsch – Paul muss sich entscheiden, ob er weiterhin so leben will wie seine Nachbarn. Die ehrlichen und direkten Schröders halten der Nachbarschaft mehr als einmal einen Spiegel vor. Ich war ein wenig traurig nach diesem Buch – aber beeindruckt vom Autor, der hier eine Szenerie erschaffen hat, die einen zum Nachdenken bringt! Kein Wunder, dass dieses Werk mittlerweile zu den klassischen Schullektüren zählt!
Dirk und Ich – Andreas Steinhöfel
So süss! Dirk und sein Bruder erleben ziemlich viel, wenn der Tag lang ist – und nicht grade das „übliche“. Und kennt nicht jeder Situationen die „eigentlich“ ganz harmlos sind und plötzlich steht man im totalen Chaos und muss das den Eltern erklären? Ich hab jedenfalls sehr gegrinst und freu mich schon, das meinen Babysitterkids vorzulesen – herrlich!!! Ohne moralischen Zeigefinger und einfach nur lustig!
Das Graveyard-Buch – Neil Gaiman
Also die Aufmachung alleine verdiente schon einen Stern – fand ich sehr schick, Metallbox in Grabstein-Optik. Ein bisschen schade fand ich, das es eine Haupthandlung gab, vieles „drumherum“ aber nur angerissen wurde – das Buch hätte ruhig ein bisschen ausführlicher sein können. Aber wenn man davon absieht – eine richtig gute Idee und die Toten des Friedhofs sind einfach toll gemachte Figuren. Es ist spannend, witzig und schön abgedreht. Fühlte mich gut unterhalten!
O Patria Mia! – Andreas Steinhöfel
Gianna liebt Arien (und weil sie selbst Opernsängerin werden will, trägt sie das ganze Jahr über einen roten Strickschal). Italien.Pizza & Pasta. Und Gruselfilme. Was vielleicht erklärt, warum eines Tages ein Monster an ihrem Bett steht…ganz niedliches Kinderbuch, mit italienischen Einsprengseln – mit dem ganz speziellen Steinhöfelhumor – einfach so wunderbar zu lesen!